1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Füssen

Bevorstehende Krötenwanderung: Rettung vor dem Straßentod

Erstellt:

Kommentare

Helfer bei Krötenwanderung
Amphibienretter des BN bei der Arbeit. Sie werden demnächst wieder häufiger neben den Straßen im Ostallgäu zu sehen sein. © Stephan_Thomas/BN Ostallgäu

Landkreis – Die nun ansteigenden Temperaturen locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. 

Darum werden nun von der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren und ihren BN-Ortsgruppen überall im Landkreis die Amphibienschutzzäune aufgebaut. Der BN bittet Autofahrer um Rücksichtnahme. „Bis Ende April muss man auf unseren Straßen mit den Amphibien oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind rechnen“, erklärt Helmut Hufmann, Vorsitzender Ortsgruppe Kaufbeuren.

Mit den steigenden Temperaturen werden auch die Tiere wieder munter. „Ab einer nächtlichen Temperatur von circa fünf Grad und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft“, erklärt Hufmann. Deshalb seien in diesen Wochen erneut zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz im ganzen Landkreis an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

In der Stadt Kaufbeuren befinden sich Amphibienzäune in der Kemnater Straße und am Kaiserweiher. Etwa 55 ehrenamtliche Helfer betreuen über acht bis zehn Wochen lang die Übergänge. Im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise etwa 9000 Erdkröten und andere Amphibienarten von den BN-Helfern vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden. 2020 waren es ungefähr 8500, im Jahr davor rund 6000 Tiere.

Hufmann wünscht sich, dass die Krötenrettung im Landkreis an all diesen Strecken auch in Zukunft weiter geht: „Über die Jahrzehnte konnten wir zehntausende Kröten und Frösche vor dem Verkehrstot retten.“ Allerdings kämen viele Helfer in die Jahre. „Wir hoffen, dass es überall gelingt, dass die Betreuung der Zäune von Jüngeren übernommen wird. Wer etwas Gutes tun will, ist jederzeit herzlich willkommen, mitzuhelfen.“ Für den Bereich Kaufbeuren können Interessierte sich unter: ag-amphibienschutz-kf@gmx.de melden.

Immer weniger Tiere

In den vergangenen Jahren haben nach Angaben des BN allerdings immer mehr Helfer in den festgestellt, dass an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. „Wenn wir nicht entschieden gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel“, warnt Hufmann vor diesem Hintergrund. „Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“ Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, erinnert der Vorsitzende der Ortsgruppe Kaufbeuren: „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

• Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.

• Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

• Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

• Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de.

Auch interessant

Kommentare