"Es muss sich etwas ändern!"

Böhm und Peresson pochen auf Einhaltung der Altstadtsatzung

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Die Stadt Füssen punktet bei Touristen unter anderem mit ihrer schönen Altstadt. Diese zu bewahren, dafür setzen sich immer wieder die Stadträte Dr. Christoph Böhm (CSU) und Magnus Peresson (UBL) im Bauausschuss ein.

Füssen – Das historische Erscheinungsbild der Altstadt zu bewahren, haben sich Dr. Christoph Böhm (CSU) und Magnus Peresson (UBL) auf die Fahne geschrieben. So pochte Böhm in der vergangenen Wahlperiode immer wieder auf die Einhaltung der Altstadtsatzung. Diesen Kurs setzt er nun fort.

So monierte er in der ersten Sitzung des neuen Bauausschusses, dass die Stadtverwaltung einen Bauantrag für die Lechvorstadt ans Landratsamt Ostallgäu weitergeleitet hatte, ohne ihn vorher im Kommunalparlament zu diskutieren. Konkret ging es um zwei Balkone, die ein Antragsteller an sein Haus in der Schwangauer Straße anbauen möchte, und die Umnutzung einer Wohnung zur Ferienwohnung. In dem Zug sollen auch neue Fenster entstehen, die jedoch – anders als in der Altstadtsatzung festgeschrieben – keine Sprossen vorweisen. Dabei sei die Stadt dem Antragsteller entgegengekommen und habe ihm Baugrund verkauft. „Das ärgert mich“, sagte Böhm. 

In diesem Fall handle es sich um einige wenige Fenster, für die die Stadt Sprossen fordern könnte, während der Großteil der Fenster keine habe, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. „Eine Rechtsgrundlage, Sprossen für alle Fenster zu fordern, gibt es nicht.“ 

„In der Logik kann ich Ihnen folgen“, meinte Böhm – in der Sache allerdings nicht. „Wenn wir eine Satzung haben, müssen wir darüber wachen“, forderte der CSU-Stadtrat. Das sei nicht die Aufgabe des Landratsamtes. Deshalb hätten die Stadträte in der Vergangenheit auch gefordert, dass Bauprojekte, die in den Geltungsbereich der Altstadtsatzung fallen, nicht einfach auf dem Verwaltungsweg weitergeleitet, sondern im Gremium diskutiert werden. 

Ruf nach Architekt 

Die Altstadtsatzung sei zwar eine städtische Festschreibung, sie entbinde das Landratsamt aber nicht aus seiner Pflicht, erklärte daraufhin Bauamtsleiter Angeringer. Er verwies zudem auf die weiteren Auflagen des Denkmalschutzes. Daneben habe die Stadtverwaltung den Fall mit der Kreisbehörde besprochen. 

„Ich muss Böhm beipflichten“, meinte jedoch Magnus Peresson (UBL). In den vergangenen zwölf Jahren hätten sich die Stadträte so gut wie nicht um die Altstadtsatzung gekümmert. Deshalb verlottere die Stadt zunehmend in ihrem romantischen Erscheinungsbild. „Es muss sich etwas ändern!“, forderte er. Ein Problem dabei sei, dass alle Bauprojekte nur von Baujuristen geprüft werden. „Da gehört aber ein Architekt mit rein“, jemand, der sich mit Gestaltungsdetails auskenne, monierte Peresson und verwies dabei auf den Kreisbaumeister Jakob Lax. „Wir müssen uns vor unser Stadtbild stellen!“ Gute Beispiele, wie das gelingen könne, gebe es in Oberbayern. „Man kann Dinge so einfügen, dass man nichts kaputt macht.“ 

Die Kommunalpolitiker müssten sich Zeit nehmen, um über solche Dinge zu diskutieren, meinte auch Dr. Martin Metzger (BfF). Im Fall der Schwangauer Straße mache es jedoch wenig Sinn wegen zwei Fenstern bei allen anderen ebenfalls Sprossen zu fordern. Hier hätte das Gremium ohne weiteres eine Ausnahme von der Satzung genehmigen können. 

„Wir werden solche sensiblen Bereiche im Bauausschuss lassen“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) Böhm und Peresson zu. Der Antrag sei nur wegen des engen Zeitfensters aufgrund der Corona-Krise weitergeleitet worden. Und künftig soll auch der Ostallgäuer Kreisbaumeister Jakob Lax bei solchen Bauprojekten beteiligt werden. „Es ist schade, dass wir darüber reden müssen“, so der Rathauschef.

kk

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