BSG Allgäu wehrt sich gegen heftige Vorwürfe

Beschlossene Sache

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Hier in der Borhochstraße wollen Siedlungswerk Füssen und BSG Allgäu vier neue Wohnhäuser bauen.

Füssen – Trotz massiver Einwände eines Anwohners in der Mariahilfer Straße hat der Stadtrat jetzt den Bebauungsplan „W 64 – Borhochstraße Nordost“ einstimmig beschlossen.

Dort wollen Siedlungswerk Füssen und BSG Allgäu vier Wohnhäuser mit insgesamt etwa 45 Wohnungen bauen. Bereits im kommenden Jahr kann nun mit den Bauarbeiten begonnen werden. Auf einer etwa 6100 Quadratmeter großen Freifläche in der Borhochstraße wollen das Siedlungswerk Füssen und die BSG Allgäu aus Kempten vier Gebäude mit insgesamt 45 Wohnungen bauen. Zwölf davon sollen als genossenschaftliche Mietwohnungen angeboten werden. 

Darauf hatten sich Stadtrat und Bauherren im Juni des vergangenen Jahres nach einigen Verhandlungen geeinigt. Ursprünglich waren nur zehn dieser Mietwohnungen vorgesehen (der Kreisbote berichtete). 33 Wohnungen sollen in den freien Verkauf gehen. Tiefgarage wurde verlegt Nach einigen Planänderungen im Laufe des Bebauungsplanverfahrens – unter anderem wurde auf Wunsch der Anwohner die Tiefgaragen-Einfahrt von Norden nach Süden verlegt – musste der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden. 

Während dabei von den betroffenen oder beteiligten Behörden laut Architekt Martin Hofmann keine grundsätzlichen Bedenken geäußert wurden, erhob ein Anwohner der Mariahilfer Straße massive Einwände gegen das Projekt. 

So befürchtet die Familie unter anderem massive Verschattungen einiger Nachbarwohnungen, Lärmbelästigung durch zunehmenden Verkehr oder fehlende Privatsphäre durch die dichte Bebauung. Außerdem würden sich die Nachbarn bei den Planungen übergangen fühlen und durch den Wegfall verschiedener Grünflächen bestehe die Gefahr einer „Ghettoisierung“ des Viertels. 

Deshalb fordert die Familie die Bauherren und Planer auf, auf ein Gebäude zu verzichten und die übrigen drei darüber hinaus auch niedriger zu bauen. Architekt Hofmann verwies darauf, dass im Laufe des Verfahrens eine Infoveranstaltung für die Anwohner und Nachbarn statt gefunden habe. Deren Bedenken seien im weiteren Verlauf berücksichtigt worden. Dass es sich bei dem Areal um Bauland handle, sei seit Jahren hinlänglich bekannt.

 Viele der vorgebrachten Einwände seien darüber hinaus überhaupt nicht Gegenstand des Bebauungsplan-Verfahrens. Außerdem warf der Anwohner dem Stadtrat vor, Erfüllungsgehilfe von einem der Bauherren zu sein, um diesem eine Maximierung seiner Gewinne zu ermöglichen. Tanja Thalmeier, Mitglied des BSG-Vorstandes, wies diesen Vorwurf scharf zurück: „Wir widersprechen dieser rufschädigenden Aussage“, betonte sie. Das Vorstandsmitglied erinnerte daran, dass die Kaltmiete der zwölf Genossenschaftswohnungen bei 7,50 Euro pro Quadratmeter liege.

„Eine tolle Partnerschaft“

Das sei für die Gegebenheiten vor Ort als sozial verträglich einzuordnen. „Es geht um die Versorgung möglichst vieler Menschen mit preiswertem Wohnraum“, betonte Thalmeier und verwies auf die Satzung der BSG Allgäu. Hinter dem Projekt in der Borhochstraße stecke auch die Absicht, durch den Verkauf der übrigen 33 Wohnungen Geld einzunehmen, um in den Sozialen Wohnungsbau investieren zu können. Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU), der Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vertrat, stärkte dem Kemptener Unternehmen ebenfalls den Rücken. „Das ist eine tolle Partnerschaft und es sollte weitere Projekte geben“, betonte er.

Dr. Martin Metzger (BfF) befand, dass sich der Verfasser der Einwände offenbar grundsätzlich gut mit der Thematik auskenne. „Von daher ist es schade, dass so tendenziös und verzerrend argumentiert wird“, sagte der Stadtrat.

Matthias Matz

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