Mit Braukessel und Bowlingbahn

Das Kurhaus Schwangau soll als Brauereigaststätte künftig unter einem anderen Namen firmieren. Foto: Sommer

Das Schwangauer Kurhaus soll eine Brauereigaststätte werden. Die Umbaupläne dazu hat der Gemeinderat jüngst verabschiedet. Allerdings muss die Gemeinde für den Umbau neues Geld beschaffen, weshalb in Kürze ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden soll. Konkrete Zahlen wurden allerdings in der Sitzung vergangene Woche nicht genannt. Ohne Gegenstimmen, allerdings mit der Enthaltung von Peter Helmer, hat der Gemeinderat Schwangau den Bauantrag der Familie verabschiedet, die das 1984 fertiggestellte Kurhaus in eine Brauereigaststätte mit einer angebauten Micro-Bowlinganlage umbauen möchte.

In der Sitzung erfuhren die anwesenden Bürger, dass schon seit längerer Zeit mit dem Bauwerber diskutiert worden war, ursprünglich war die ehemalige Gipsmühle unterhalb von Schloss Neuschwanstein neben der Pöllat im Gespräch gewesen. Nach dem Rückzug der Firma Paiser aus Augsburg, die während zweier Jahre das Catering für das einstige Haus Schwanengau betrieben hatte, hatte die Gemeinde die Verpachtung erneut ausgeschrieben. Ziel derer und des Umbaus, so Bürgermeister Reinhold Sontheimer, sei ein neues Nutzungskonzept für das Haus zu realisieren. Man werde künftig nicht mehr von einem Kurhaus Schwangau sprechen. Das vorgelegte Konzept ginge dahin und vor allem müsse man das inzwischen 27 Jahre alte Haus erneuern und auf den Stand des Jahres 2011 bringen. Dazu soll in das bestehende Haus eine komplette Brauereianlage eingebaut werden, im Untergeschoss würde die Technik mit Feuerstelle und Lagerräume Platz finden, zu dem soll das ehemalige Büro als Kinderspielraum umgebaut werden. Im Erdgeschoss soll im bestehenden Café die Brauereieinrichtung untergebracht werden mit der Würzpfanne und dem Läuterbottich. Das Eingangsfoyer würde als Bedarfsbierlokal eingerichtet und könnte bei Saalbetrieb zum offenen Foyer werden, sieht die Baubeschreibung vor. Roman Seider resümierte kurz die bisherigen Eindrücke, so sei dieser Umbau gewünscht, man könne das Kurhaus ja auch nicht einfach zusperren. Und es sei ungleich schwerer geworden heutzutage ein Kurhaus zu führen, erkannte Seider an, stellte aber gleichzeitig angesichts des finanziellen Engagements der Gemeinde die Frage, was in zehn Jahren sei. Wie man den Worten Sontheimers entnehmen konnte, wird die Gemeinde in Kürze einen Nachtragshaushalt beschließen, um den Umbau für den möglichen Pächter zu realisieren. Zahlen für den Umbau werde man allerdings erst nennen, so Sontheimer, wenn der Nachtragshaushalt beschlossen und der Pachtvertrag unterzeichnet sei. Es gehe jetzt darum, so der Rathauschef weiter, wegzukommen vom Kurhausimage, diesen Namen werde es in Zukunft nicht mehr geben, vor allem auch im Hinblick auf ein Gästepotential, das vor dem Namen Kurhaus zurückgeschreckt sei. Man blicke jetzt optimistisch in die Zukunft, so Sontheimer angesichts des einstimmigen Beschlusses für den Umbau und die Nutzungsänderung, bei der auch die Nachbarn befragt wurden und ihre Zustimmung (im Hinblick auf Lärm, vor allem aber auch die Geruchsbelästigung der Brauerei) gegeben hatten.

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