Bergwachtbereitschaft Füssen darf Rettungswache neben Krankenhaus bauen

"Ein rundum idealer Standort"

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So soll die neue Rettungswache der Bergwachtbereitschaft Füssen aussehen.

Füssen – Die Bergwachtbereitschaft Füssen darf ihre Rettungswache am Krankenhaus bauen. Den Antrag dafür hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig abgesegnet. Trotzdem wurde Kritik an der Gestaltung laut: Hier würden Sprossenfenster besser passen, meinte Dr. Christoph Böhm (CSU).

Neben dem Krankenhaus Füssen und dem Hubschrauberlandeplatz soll die neue Rettungs-wache der Bergwachtbereitschaft Füssen hin. „Das Holzgebäude passt zur Bergwacht“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) zu den Plänen. Und der Standort sei „eigentlich optimal“, so der Rathauschef. Das fand auch Heinz Hipp (CSU), der Mitglied bei der Bergwacht ist. Der Platz „ist ein rundum idealer Standort über Jahrzehnte hinweg. 

Wir sind froh am Krankenhaus zu sein.“ Denn schließlich beginnen und enden hier die Einsätze. Zudem sei der Platz für alle Mitglieder gut zu erreichen. Auch rechtlich spreche nichts gegen den Bauantrag, so Bauamtsleiter Armin Angeringer. Im Erdgeschoss finden unter anderem eine Garage für drei Einsatzfahrzeuge, ein Geräteraum und die Rettungswache Platz. Im Obergeschoss soll ein 60 Quadratmeter großer Ausbildungsraum, ein Schlafraum für die Bergwacht Kaufbeuren, ein Aufenthaltsraum, ein kleines Bad, Toiletten und ein Büro rein. Das sei „ohne Probleme machbar“, meinte der Bauamtsleiter. 

Die Diensträume der Berwachtbereitschaft waren bisher immer beim Roten Kreuz untergebracht, erklärte Hipp. Zuerst in der Augustenstraße, dann in der Rudolfstraße. Doch das „ging wirklich nicht mehr so weiter.“ Denn im Laufe der Jahre seien die Vorschriften und die Ausrüstung immer umfangreicher geworden. Während die Bergwacht früher nur einen VW-Bus hatte, stehen heute ein Mannschaftsfahrzeug, ein Geländefahrzeug und der ATV vor der Tür. Beim Roten Kreuz hat die Bereitschaft aber nur zwei Garagen, ein Geräteraum und einen kleinen Unterrichtsraum, den sie sich mit dem Roten Kreuz teilt. Das war „einfach alles zu eng“, so Hipp. 

120 Alarmierungen 

So befinde sich das Büro des Bereitschaftsleiters Martin Steiner derzeit bei Steiner Zuhause. Und als Einsatzzentrale dient jeweils das Auto, in dem der Einsatzleiter gerade sitze, sagt Hipp. „Aus heutiger Sicht ist das fast ein Provisorium“, so der Stadtrat. Und das obwohl die Bergwacht mit durchschnittlich 120 Alarmierungen pro Jahr genauso oft im Einsatz sei wie die Feuerwehr. Das neue Gebäude wurde laut Hipp möglichst bescheiden konzipiert. 

Kein Wunder, denn die Bereitschaft muss das Geld dafür selbst aufbringen. Sie werde nicht von der Bergwacht Bayern unterstütz, erklärte Hipp. Um das Projekt stemmen zu können, hatte die Bereitschaft schon sei 1977 jedes Jahr etwas zur Seite gelegt. Das waren „immer 5000 Mark“, erklärt der Stadtrat. Rund 550.000 Euro werde das Projekt insgesamt wohl kosten, schätzt die Bergwachtbereitschaft Füssen. Rund 180.000 Euro fehlen der Bereitschaft noch. Doch sie sei „guten Mutes“, dass sie noch Sponsoren finden werde, so Hipp. 

Baubeginn 2016 

Wegen des knappen Budgets stieß auch Böhms Vorschlag, in Anklang an Berghütten Sprossenfenster einzubauen, auf nicht allzu große Begeisterung. „Sprossenfenster sind teurer“, so Hipp. Mit Blick auf das Budget habe sich die Bereitschaft beispielsweise auch für eine Außen- statt einer Innentreppe entschieden. „Nächstes Jahr soll mit dem Bau begonnen werden“, meint Hipp. Derzeit müsse man noch die Dienstbarkeit für den Weg zum Gebäude abklären. „Das dürfte aber keine Probleme geben“, so Hipp. Denn die Zufahrt zum Gebäude und die Parkplätze seien gesichert. Zudem wurde das Gebäude weiter nach Osten verlegt, um einer möglichen Erweiterung des Krankenhauses nicht im Weg zu sein.

Katharina Knoll

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