Verein "Füssen-West" will sich gegen die Pläne der Sparkasse wehren

Es brodelt in Füssen-West

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Vorsitzende Evelyn Vesenmayer und Vereinsmitglied Franz Korn  (2. v.l.) tauschen sich mit ihren Gästen von der Sparkasse Allgäu, Joachim Schmid (rechts) und Rochus Nickl (links) über die Zukunft der beliebten Filiale in Füssen-West aus.

Füssen – Der Verein „Füssen West“ will die De-facto-Schließung der Sparkassen-Filiale in Füssen-West nicht hinnehmen. Das machten die Mitglieder um Vorsitzende Evelyn Vesenmayer in ihrem Bürgerstammtisch deutlich. Als Gäste vertraten Joachim Schmid und Rochus Nickl die Position der Sparkasse Allgäu.

Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, hat der Vorstand nun einen Brief an die Sparkasse geschrieben. „Nachdem über die vorgesehene Schließung der Filiale im Füssener Westen im Rahmen unseres Bürgerstammtisches ausführlich und kontrovers diskutiert werden konnte, haben wir einen freundlichen Brief verfasst und an den Vorstand Manfred Hegedüs geschickt“, so Vorsitzende Vesenmayer gegenüber dem Kreisboten.

Wie mehrfach berichtet, will die Bank aus den Filialen in Füssen-West und Weiß ensee ihr Personal komplett abziehen und durch SB-Automaten ersetzen. Beim Stammtisch in der Gaststätte „Drei Tannen“ legten Joachim Schmid von der Sparkasse Füssen und Rochus Nickl aus der Zentrale in Kempten die Beweggründe für die Entscheidung des Kreditinstituts dar.

Grundversorgung erhalten

Die Bank richte sich demnach nach den Wünschen ihrer Kunden, die „ganz bequem“ von zuhause aus das online-Banking nutzten. Es werde in Füssen auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben, obwohl ein Stellenabbau notwendig sei. Die Mitarbeiter sollen für ihre neuen Aufgaben „gezielt qualifiziert“ werden. Insgesamt bleibe „die Grundversorgung“ in dem Stadtteil erhalten.

Die Neuerungen stießen bei den Anwesenden auf Skepsis. „Es handelt sich für viele ältere Bewohner in unserem Stadtteil“, betont Vesenmayer, „um eine nicht nachvollziehbare Entscheidung.“ Im Brief des Vereins an Hegedüs wird jetzt „dringend gebeten“, Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass die Entscheidung nochmals überdacht wird. „Wir wollen erreichen, dass die Filiale, die ja auch für die Kunden aus dem nordwestlichen Umland günstig liegt, ab 2016 wenigstens an zwei Tagen in der Woche wie bisher betrieben wird“, so Vesenmayer.

Wunsch nach persönlichem Kontakt

„Im Falle eines abschlägigen Bescheids“ will die Vereinsleitung „weiter gehende Schritte“ unternehmen. Dabei sei laut Vesenmayer zum Beispiel an eine Unterschriften-Aktion gedacht. „Wenn aus der Filiale Füssen-West die Angestellten komplett abgezogen werden, müssen wir hier mit Automaten leben und die Automaten für unsere Geschäftsvorgänge selbst bedienen“, erklärte sie. „Wir wollen aber weiterhin die freundlichen persönlichen Kontakte mit den Sparkassen-Mitarbeitern“, so die Vorsitzende.

„Wir wollen keinen Aufstand machen, doch wenn es sein muss, kämpfen wir alle für den Erhalt der für uns sehr wichtigen Filiale!“ Wenn sich die Sparkasse nicht bewege, „haben wir die Möglichkeit, ein paar Schritte weiter zur Volksbank zu wechseln. Das war schon Thema in Anrufen, die ich bekommen habe.“

Hoher Arbeitsaufwand

Auf Vorschläge aus der Versammlung, wie beispielsweise die Öffnungszeiten stark zu reduzieren oder zumindest einen Briefkasten für per Hand ausgefüllten Überweisungsträger anzubieten, reagierte die Vertreter der Sparkasse ablehnend mit Hinweis auf Sicherheitsvorschriften und den „besonders hohen Arbeitsaufwand, der zur Kontrolle dieser Überweisungen notwendig ist“. Außerdem bestehe hohe kriminelle Gefahr, die es bei den Telefonkontakten nicht gebe.

Die Sparkasse am Kaiser-Max-Platz sei kein Magnet auf die Bewohner des Stadtteils. „Warum sollten wir bei dieser schwierigen Verkehrssituation in die Stadt kommen, wenn wir hier doch alles haben, was wir brauchen?“, stellte Vesenmayer als Frage in den Raum. Nickl und Schmid, der Wurzeln in Füssen-West hat, sicherten zu, die Wünsche des Vereins dem Sparkassen-Verwaltungsrat vorzutragen.

Chris Friedrich

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