Experten: Verkehrsbelastung in Nesselwang geht stetig zurück

Umfahrung vom Tisch?

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Die Blechlawinen, die sich früher regelmäßig durch den Markt Nesselwang schoben, gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Nesselwang – Eine Südumfahrung für Nesselwang rückt in immer weitere Ferne. Denn durch die Fertigstellung der A7 ist die Verkehrsbelastung der Gemeinde deutlich zurück gegangen, wie der Dipl.-Ing. Reiner Neumann von Modus-Consult jetzt im Gemeinderat berichtete. 

Derzeit würde eine Umfahrung sogar mehr Nach- als Vorteile bieten.

Neumann stellte dem Gremium das Verkehrsaufkommen von vier Messpunkten und die daraus resultierenden Ergebnisse vor. In Auftrag gegeben hatte diese die Marktgemeinde. Die Grundlagen bildeten die Verkehrszählungen von 2012 bis 2014 sowie die Verkehrsuntersuchung von 1997 eines Münchener Ingenieur-Büros vor Fertigstellung der Autobahn A7. So wurden 1997 in 24 Stunden noch zwischen 13.000 und 15.000 Fahrzeuge auf der Bundesstraße 309 und 3000 auf der Kreisstraße OAL23 am nördlichen Ortsausgang von Nesselwang gezählt (Stand: Juli 1997). 

2014 zählten die Experten an den beiden Zählstellen auf der B309 noch 7300 (Nesselwang-West, Ortsteil Brand) und 7800 (Nesselwang-Ost, Höhe V-Markt) Fahrzeuge. An der Zählstelle Nesselwang-Nord, Ortsteil Zillhalde, wurden 3600 Fahrzeuge registriert. „Dieser positive Trend lässt sich größtenteils auf die Fertigstellung der A7 zurückführen“, erklärte Neumann dem Gremium. Spitzenwerte gebe es aber in den Sommermonaten, in denen bis zu 9100 Fahrzeuge gezählt werden. „Der Schwerverkehrsanteil beträgt dabei noch etwa fünf Prozent“, so der Experte weiter. 

Mehr Nach- als Vorteile 

Als Ergebnis seiner Analyse stellte er die Notwendigkeit einer Südumfahrung in Frage. Die Nachteile überwiegen. So stehen ein hoher Flächenverbrauch und damit verbundene Nachteile für die Ökologie, die langen Planungszeiträume, die Wirtschaftlichkeit (Nutzen-/Kostenverhältnis) und das schwierige Baurecht mit langwierigen Verhandlungen dagegen. „Derzeit stellt sich die Frage nach einer Südumfahrung für mich aus der derzeitigen Ist-Situation heraus nicht“, so das Fazit des Experten. 

Auch die Nachteile einer Einbahnstraßenregelung im Bereich der Linden-/Von-Lingg- und Hauptstraße seien größer als die Vorteile. Diese Regelung war im Gespräch, um den Ortskern zu entlasten. Die Nachteile in dem Bereich sind eine höhere Fahrgeschwindigkeit wegen Fehlens von Gegenverkehr, Erschließungsnachteile für den örtlichen Einzelhandel und den Ausbau, sowie eine höhere Verkehrsbelastung aufgrund der längeren Fahrtstrecke.

 Die Verkehrssituation in der Zufahrtstraße „An der Riese“ zur Alpspitzbahn wurde ebenfalls in der Sitzung vorgestellt. Die drei Zählintervalle (Januar bis März 2015/Oktober bis November 2014/September 2014) ergaben eine durchschnittliche Belastung von 800 bis 2600 Fahrzeugen in 24 Stunden. Wobei die größte Belastung im Februar während der Skisaison festgestellt wurde. 

Der Experte riet den Nesselwanger Räten, die Situation zunächst weiter zu beobachten und im Falle eines weiteren Ausbaus des Freizeitangebots am Nesselwanger Hausberg die Planung einer Teilanbindung nachzudenken. „Es herrscht derzeit in Nesselwang eine funktionale Erschließungssituation. Gehen sie mit dem Verkehr, den sie haben, so um wie bisher“, so Neumann zum Abschluss seiner Analyse.

hoe

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