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Brücke zwischen Lechbruck und Prem: Grünes Licht für Neubau

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Lechbrücke zwischen Lechbruck und Prem.
Die marode Brücke über den Lech zwischen Lechbruck und dem Premer Ortsteil Gründl soll ab dem kommenden Jahr abgerissen und neu gebaut werden. © Silke Zink

Lechbruck/Prem - Die Lechbrücke zwischen Prem und Lechbruck verbindet Oberbayern mit Schwaben. Darum muss sie nun abgerissen und neu gebaut werden.

Die Lechbrücke bei Gründl wird neu gebaut. Die Regierung von Oberbayern hat nach eigenen Angaben den Plan für den Ersatzneubau der sanierungsbedürftigen Brücke zwischen Lechbruck und dem Ortsteil Gründl der Gemeinde Prem genehmigt. Los gehen könnte es schon im kommenden Jahr, wie das Straßenbauamt in Weilheim mitteilt.

Im Zuge des Brücken-Neubaus plant das Staatliche Bauamt Weilheim als Vorhabenträger, die Linienführung der St 2059 geringfügig anzupassen. Außerdem soll der Gehweg teilweise verlängert und verbreitert werden. Auf der Ostseite der Brücke ist zur sicheren Überquerung der Staatsstraße und als Verbindung der ausgewiesenen Lech-Wanderwege ferner eine Querungshilfe vorgesehen. Während der Bauzeit soll der Verkehr über eine Behelfsbrücke mit einseitigem Gehweg südlich der jetzigen Brücke geführt werden.

Der Erhalt der rund 260 Meter langen Trasse ist unter deshalb anderem notwendig, weil sie die Verbindung zwischen den drei wichtigen Bundesstraßen B16, B17 und B23 darstellt, die wiederum bedeutende Nord-Süd-Verbindungen nach und aus Richtung Österreich sind, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung von Oberbayern.

Mit den Arbeiten begonnen werden soll schon im kommenden Jahr. „Unter der Voraussetzung, dass im weiteren Verlauf keine Störungen im Genehmigungs-, Ausschreibungs- und Vergabeprozess entstehen, planen wir derzeit einen Baubeginn im Herbst 2023”, teilte Michael Meister vom Staatlichen Straßenbauamt Weilheim auf Nachfrage des Kreisboten mit. Zunächst stehe dabei die Errichtung der Behelfsbrücke an.

Komplexes Verfahren

Mit dem Baubeginn endet eine Planungsphase, die bereits vor zehn Jahren ihren Anfang nahm. „Die ersten Planungsüberlegungen gab es bereits 2012, da sich der Bauwerkszustand über die Jahre und Jahrzehnte zunehmend verschlechtert hat und eine wirtschaftlich sinnvolle Instandsetzung des Bauwerks nicht möglich ist”, erklärte Meister.

Daher sei von Beginn an ein Ersatzneubau in Betracht gezogen worden. „Da wir jedoch umfangreiche wasserrechtliche- und naturschutzfachliche Belange zu berücksichtigen haben und zumindest bauzeitlich zum Teil erheblich auf Privatgrundstücke zugreifen müssen, war das Baurechtsverfahren komplex und langwierig.” Nicht zuletzt sei eine mit rund 50 Metern frei gespannte Brücke über den Lech eine bautechnische Herausforderung.

Zu den Kosten des Projekts konnte Meiste keine konkreten Angaben machen. Zwar liege eine Kostenberechnung vor, zunächst müsse aber noch die Ausschreibung erfolgen. „Zudem ist derzeit schwer abschätzbar, zu welchem Preis wir eine Behelfsbrücke errichten können, da diese Objekte aufgrund der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland im Sommer 2021 derzeit schlecht verfügbar sind”, erläuterte er.

Umfangreiche Prüfung

Im Zuge des Verfahrens hat die Regierung von Oberbayern eigenen Angaben zufolge zwei private Einwendungen sowie die Stellungnahmen von mehr als 20 Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange geprüft und soweit wie möglich berücksichtigt. Demnach macht der nun genehmigte Plan insbesondere Auflagen zum Gewässer-, Natur- und Landschaftsschutz. Nicht vermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft werden mit einer rund 0,38 Hektar großen Ausgleichsfläche teilweise ausgeglichen, ergänzend erfolgt eine Ausgleichszahlung an den Bayerischen Naturschutzfonds.

Der Planfeststellungsbeschluss hat Konzentrationswirkung, heißt es weiter in der Mitteilung der Regierung. Das bedeutet, er umfasst und ersetzt grundsätzlich alle nach anderen Rechtsvorschriften notwendigen öffentlich-rechtlichen Einzelgenehmigungen, Verleihungen, Erlaubnisse und Zustimmungen für das festgestellte Vorhaben. Das umfangreiche Verwaltungsverfahren werde so für den Antragsteller und die Beteiligten einfacher und transparenter.

Ein Planfeststellungsbeschluss wird als Verwaltungsakt nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist bestandskräftig, soweit keine Klage erhoben wurde. Er liegt mit den festgestellten Planunterlagen nach vorheriger Bekanntmachung in den Gemeinden Lechbruck und Prem sowie der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt zwei Wochen lang zur Einsicht aus. Zudem ist er auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern abrufbar.

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