Nach langer und hitziger Debatte lehnt der Gemeinderat Antrag der Pfrontener Liste ab

Kein Gutachten zum Wintersport

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Vor allem am Familienlift des Pfrontener Skizentrums herrscht bei den derzeitigen Wetterverhältnissen Hochbetrieb.

Pfronten – Nach heftiger Diskussion zu fortgeschrittener Stunde lehnte der Gemeinderat am späten Donnerstagabend in seiner Abstimmung mit deutlicher Mehrheit die Erstellung des Gutachtens „Wintersport Pfronten“ ab, das von der Pfrontener Liste eingefordert worden war.

Nun wird sich das Gremium erneut am 26. Februar mit dem Thema befassen. 

Mit Spannung hatten zahlreich erschienene Pfrontener Bürger auf die Abhandlung des Tagesordnungspunkts 8 der ersten öffentlichen Gemeinderatssitzung 2015 gewartet: „Skizentrum Pfronten-Steinach GmbH; Erstellung eines Gutachtens zum Wintersport Pfronten“. 

Bei dem Gutachten solle es aber nicht allein um das Skizentrum Pfronten-Steinach gehen, vielmehr solle das Gutachten den Wintersport in Pfronten insgesamt in die Zukunft bringen, war eine Erklärung der Antragsteller. Die Forderung nach einem Gutachten hatte die Gemeinde- verwaltung ernst genommen und im Vorfeld der Sitzung am vergangenen Donnerstagabend mehrere Gutachter um Angebote ersucht, die Bernd Trinkner, Stabschef im Rathaus für Freizeiteinrichtungen, vorstellte. 

Am ehesten wäre wohl noch Klenkhart und Partner Consulting für ein solches Gutachten in Frage gekommen, die für die Erstellung einen Kostenvoranschlag zwischen 17.000 und 48.000 Euro vorlegten. Schon die Alpspitzbahn Nesselwang, die Skiliftgesellschaft Jungholz und viele andere haben die Vorschläge der Tiroler Consulting-Firma in der Vergangenheit bereits umgesetzt. 

Zur Ablehnung des Gutachtens führte nicht zuletzt der Zeitpunkt, zu dem es beantragt wurde. Alle einzuholenden Genehmigungen zur Modernisierung des Skizentrums lägen jetzt im Pfrontener Rathaus vor, das geforderte Gutachten sei aber erst in drei bis sechs Monaten fertig, hieß es dazu. Bis dahin müssten dann die angedachten Neuerungen im Skizentrum brach liegen, was bedeute, dass auch in der kommenden Wintersaison 2015/16 in Pfronten weiterhin alles beim Alten bliebe. 

Daher müsse „jetzt dringend über konkrete Maßnahmen entschieden werden, die die Infrastruktur im Wintersport verbessert“, forderte Gemeinderat Dr. Alois Kling (CSU), zumal die Wirtschaftlichkeitsprognose günstig sei. Im übrigen werde es den viel diskutierten Sessellift mit der CSU im Rathaus derzeit nicht geben, stellten die Mitglieder der Fraktion klar. Zum Thema „Wintersport in Pfronten“ scheint es unter den Bürgern Pro- und Kontra-Lager zu geben. Das liegt offenbar auch an der Informationspolitik der Gemeinde. 

Um alle in ein Boot zu holen, hatte Philipp Hechenberger (ehemaliges Mitglied im Gemeinderat) in der Bürgersprechstunde vor der Sitzung eine Art Klausurtagung gefordert. Bürgerinfo am Montag Bürgermeisterin Michaela Waldmann fand hierzu die Einbeziehung aller Leistungsträger am Ort durchaus gut, hofft aber, dass in der Informationsveranstaltung am kommenden Montag, 9. Februar, ab 19 Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus alle offenen Fragen beantwortet werden können und so ein breiter Konsens unter den Pfrontens Bürgern hergestellt werden kann. 

Neben der Vorstellung der vorliegenden Genehmigungen werden alle nötigen Experten den Bürgern Rede und Antwort stehen. Spannend wird es danach erneut am 26. Februar: Der Gemeinderat muss dann in seiner Sitzung darüber abstimmen, ob und was im Skizentrum Pfronten umgesetzt wird.

Johanna Lang

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