2037 Bürger kritisieren die geplante Höhe des Bauprojekts unterhalb des Franziskanerklosters

2037 Bürger wehren sich

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Initiator Jürgen Brecht (Mitte) überreicht Bürgermeister Paul Iacob (rechts) zusammen mit Richard Wismath (links) 2037 Unterschriften gegen die geplante Höhe der Bebauung unterhalb des Franziskanerklosters.

Füssen – Muss ein Stadtbild – sagen wir im Jahr 2020 – noch so aussehen wie im Mittelalter? „Bei Bauprojekten gibt es immer Befürworter und Gegner“, so Bürgermeister Paul Iacob, der jetzt 2037 Unterschriften für ein Bürgerbegehren erhielt, das das Projekt unterhalb des Klosters kritisiert.

Im Vorzimmer des Rathauschefs erklärte Initiator Jürgen Brecht, der von Richard Wismath begleitet wurde: „Wir überreichen Ihnen 2037 Unterschriften für ein Bürgerbegehren.“ Gefordert werde, so Brecht, dass die Firsthöhe der Neubauten unterhalb des Klosters auf der Höhe des Vorplatzes festgeschrieben werden müsste. Bei der Übergabe dabei war Harald Vauk. Er habe sich um „das Organisatorische zum Bürgerbegehren vorbildlich“ eingesetzt, freute sich Brecht. 

Anwesend war auch Stadtrat Magnus Peresson (UBL), „als Zeuge“, wie er betonte. Bekanntermaßen steht der Architekt und Vorsitzende des historischen Vereins „Alt Füssen” für die klare Position, kein „an dieser bedeutenden historischen Stelle geplantes Bauvorhaben zuzulassen“. Die Haltung der Mitglieder von „Alt Füssen” zur geplanten Bebauung unterhalb des Franziskanerklosters ist hier eindeutig: Denn der Vorstand wurde jetzt bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung dazu aufgefordert, wie es wörtlich heißt, „alle Bemühungen zu unternehmen, die Bebauung der Franziskanerhalde zu verhindern.“

Höhe reduzieren 

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens betonen dagegen einen anderen Schwerpunkt. Ihnen geht es darum die Dachhöhen der geplanten vier Häuser auf die Höhe des Platzes vor dem Kloster zu begrenzen (der Kreisbote berichtete). „Das wäre“, erklärte Wismath im Gespräch mit dem Kreisboten, „eine ganz gravierende Verbesserung für dieses Ensemble gegenüber den jetzigen Plänen. Eine solche Fristhöhe ist unserer Ansicht nach die angemessene Art, diesen besonderen Bereich zu schützen.“ Wie Brecht betonte der 80-jährige Füssener: „Am besten wäre es, dort keine Neubauten zu genehmig und die bestehenden Altbauten zu renovieren. Neubauten in einer Abstimmung durch ein Bürgerbegehren zu verhindern wäre jedoch sozusagen ein Verhinderungsbegehren und somit nicht zulässig.“ 

Die Übergabe der gesammelten Unterschriften – 1051 wären für dieses Anliegen ausreichend gewesen – veranlasste Bürgermeister Iacob zu unterstreichen: „Ich freue mich über die aktiven Bürger in Füssen, die die Stadt mitgestalten.“ Was den Bebauungsplan angehe, müsse jetzt erst einmal über den Antrag von Michael Jakob (CSU) und Lothar Schaff-rath (SPD) im Stadtrat entschieden werden. Über den Antrag diskutiert der Bauausschuss in seiner heutigen Sitzung. 

Material wird geprüft 

Beide fordern ebenfalls, „dass die Neubauten nicht über den Klostervorplatz herausragen dürfen“, wie es Schaffrath gegenüber dem Kreisboten zusammengefasst hatte. Stimmen die Räte mehrheitlich für den Antrag, „wird der Plan erneuert und wieder ausgelegt“, kündigte der Bürgermeister an. Sollten sich die Stadträte allerdings dagegen aussprechen, müsse voraussichtlich ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Voraussetzung ist: das jetzt eingereichte Basismaterial für ein Bürgerbegehren hält der Prüfung als rechtlich einwandfrei stand. cf

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