Übertriebene Aussagen

Bürgerbegehren gegen Luxus-Hotel: Vogelschützer scheren aus

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Wie wichtig ist das Waldstück beim Festspielhaus – vor dem das Luxus-Hotel gebaut werden soll – für die Ökologie vor Ort. Darum ist jetzt unter den Neubau-Gegnern Streit entbrannt.

Füssen – Bröckelt das Bündnis gegen das geplante Luxus-Hotel am Festspielhaus bereits? Weil er mit einigen Behauptungen im Flyer „Wollen wir das wirklich?“ nicht einverstanden ist, hat Peter Griegel, stellvertretender Kreisvorsitzende des LBV, seine Unterstützung für des Bürgerbegehren gegen den Hotel-Bau zurück gezogen.

Ein Seitenwechsel sei dieser Schritt aber nicht, betont er. Im Gegenteil.

Gerade hatten die Gegner des Hotel-Projekts um Michael Käs vom BN Füssen und Alexander Beck vom Kreisfischereiverein (KFV) am Dienstag 1777 Unterschriften gegen das Mega-Projekt im Rathaus eingereicht, da zog Peter Griegel vom LBV schriftlich nur wenige Stunden später per E-Mail die Unterstützung des LBV für das Bürgerbegehren zurück.

„Hauptgrund sind für mich im Flyer stehende Behauptungen, hinter denen ich nicht stehen kann“, erklärte er auf Nachfrage des Kreisbote. Dabei handle es sich zum einen um die Aussage, der Bau des Hotels erfolge zum Teil in einem Auwald. Zum anderen werde die Wertigkeit des Gebiets als Vogelhabitat übertrieben. Da er nicht an allen Sitzungen im Vorfeld teilgenommen habe, habe er diese Aussagen nicht verhindern können. 

Seiner Bitte, die fraglichen Passagen zu schwärzen, seien die Verantwortlichen nicht nachgekommen. Sein Rückzug aus dem Zusammenschluss der Projekt-Gegner bedeute jedoch keinesfalls ein Umschwenken auf die Linie der Befürworter des Vorhabens. „Ich bin nicht auf die andere Seite geschwenkt“, betonte er. Denn diese würde Tatsachen vertuschen.

Vor allem der ehemalige Leitende Beamte am Landratsamt, Wolfgang Kühnl, berufe sich bei seinen öffentlichen Aussagen auf eine fehlerhafte sogenannte Spezielle Artenschutzrechtliche Untersuchung (SAP). „Diese SAP ist mangelhaft“, so der LBV-Experte. So hatte Kühnl während der Podiumsdiskussion im Soldatenheim behauptet, in dem gesamten Gebiet gebe es nur zwei Vogelnester. „Durch meine Begehung, inklusive Monitoring konnte ich zum Beispiel den Befürwortern belegen, dass das Gebiet mindestens 21 Vogelarten beherbergt“, erläuterte der Stellvertretende LBV-Vorsitzende. 

Suche nach Lösungen 

Griegel bedauert, dass sich die Fronten mittlerweile so verhärtet haben. Ihn erinnere die gesamte Debatte bereits an den Brexit „Wenn sich jeder nur auf eine Maximal-Position beruft, wird es zu keiner Lösung kommen.“ Deshalb habe er mit den Arbeiten an einem eigen Vorschlag für das Hotel-Projekt begonnen. Es gehe dabei um die Machbarkeit des Gebäudes. „Ich habe einen baulichen Vorschlag.“ Da er aber noch ganz am Anfang stehe, wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr dazu sagen. „Ich bin an einer Lösung interessiert!“ 

Alexander Beck, Sprecher der Hotel-Gegner, bestätigte, dass sich Griegel und der LBV zurück gezogen haben. Michael Käs vom BN zeigte sich auf Nachfrage verwundert über Griegels Rückzug. Allerdings seien er und Griegel in Bezug auf den Auwald schon immer anderer Meinung gewesen. Er bleibe bei seiner Einschätzung, dass der vom Hotelbau betroffene Bereich von hoher ökologischer Wertigkeit sei. Um das auch zu beweisen, sei ein Gutachten in Auftrag gegeben worden.

Matthias Matz

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