Hohe Wahlbeteiligung

Bürgerentscheid: Lechbrucker lehnen Vier-Sterne-Hotel ab

Illustration für Hotel am Lech-See in Lechbruck
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Gestern stimmten rund 53 Prozent der Lechbrucker bei einem Bürgerentscheid gegen den Bau des geplanten Vier-Sterne-Hotels am Oberen Lechsee.
  • vonSelma Höfer
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Lechbruck – Er habe nur gedacht, dass das Ergebnis knapp ausfallen würde, sagte Lechbrucks Bürgermeister Werner Moll (FW). Die Mehrheit der Wahlberechtigten stimmte am Sonntag gegen den Bau eines Vier-Sterne-Hotels am Oberen Lechsee. Beim Bürgerbegehren gaben 916 ihre Stimme gegen das Hotel ab, nur 681 waren dafür (102 ungültig). Beim Ratsbegehren, das der Gemeinderat dagegen gestellt hatte, sieht es ähnlich aus: 905 dagegen, 757 dafür (37 ungültig). 

1699 Bürger hatten sich an der Wahl beteiligt, das sind 75,9 Prozent. Die hohe Beteiligung an der Wahl freut die Begründer der „Bürgerinitiative Lechbruck am See – Hotel NEIN Danke“(BI). Manuela und Wolfgang Wagner sowie Valerie und Alexander Pfanzelt feiern diese, ebenso wie das Ergebnis. „Wir haben im letzten Dreivierteljahr so viel Zeit, Energie und Herzblut in die BI gesteckt, dass wir nun natürlich überglücklich sind.“ Ihrer Meinung nach sei es nun „wirklich eindeutig, wofür die Mehrheit im Ort steht“.

Status Quo

Was bedeutet, dass die Ruinen des Hallenbads und der Tennishalle stehen bleiben, so Moll. Wie es weiter geht, das stehe in den Sternen. Doch für eben solche Fälle gebe es das Instrument des Bürgerbegehrens, ein demokratischer Prozess und das Ergebnis werde akzeptiert.

Juristisches Nachspiel?

Investor Bernhard Breher sagte, er habe immer sachlich und nachvollziehbar argumentiert. Doch „heute ist es schick geworden, dagegen zu sein“. Er findet es „schade für die Bürger“. Sie seien den falschen Infos der BI gefolgt. Mehrmals hätten die Eheleute Wagner und Pfanzelt auch zugegeben, dass es ihnen vorrangig um persönliche Gründe gehe, da der Weg zum Hotel an ihren Häusern entlang geführt hätte, erklärte Breher. Mehr noch werde er juristisch prüfen lassen, ob es für die BI-Gründer ein Nachspiel gibt. Deren Behauptungen über finanzielle Defizite von zwei Hotels der Brehers und der Betreiberfamilie Lerch könnten „enormen Schaden“ anrichten.

Die BI hofft, dass die Gemeinde „den Wunsch und die Forderung der Bürger“, dass kein Hotel in dieser Dimension entsteht, auch zukünftig anerkennt. Für Moll war das „Gesamtpaket“ des Investors vielversprechend. Seit 2016 sei ein Hotelbau im Gespräch gewesen, aber „so ein Angebot hat uns noch keiner gemacht“, erklärte der Bürgermeister. Investor Breher sagte, er werde sich in absehbarer Zeit mit Moll und dem Gemeinderat besprechen. Der Standort in Lechbruck sei für ein Hotel prädestiniert, abhängig davon sei er jedoch nicht. „Wir haben genug Projekte.“

Selma Höfer

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