Bau eines Lebensmittelmarktes: Harsche Kritik am Bürgermeister

In Seeg kochen die Gemüter hoch

Seeg – Es war nicht anders zu erwarten: Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Bürgerforums Seeg im Gemeindezentrum schlug das Thema des Baus eines Supermarkts im Ortszentrum ziemlich hohe Wellen.

So kochten die Gemüter der Besucher zeitweise ganz schön hoch, nachdem Matthias Weber vom Arbeitskreis „Nahversorgung und Ortsentwicklung“ dessen Einschätzung unterstrichen hatte, dass sich der Bürgermeister und die Gemeinde nicht für die Vorschläge des Bürgerforums bezüglich des Bauvorhabens interessierten. 

Weber informierte die Versammlung ausführlich über die Aktivitäten des Arbeitskreises „Nahversorgung und Ortsentwicklung“. Dabei konfrontierte er den an diesem Abend anwesenden Bürgermeister Markus Berktold mit der in der Vergangenheit seitens des Forums bereits mehrfach geäußerten Kritik an der bisherigen Planung für den Supermarkt, zu der das Bürgerforum einen eigenen Entwurf erarbeitet hat. 

Demnach betonte Weber: „Wir haben uns wirklich Mühe gemacht. Unser Vorschlag hat viele Vorteile und wäre ein Gewinn für die Gemeinde. Aber scheinbar interessieren sich der Bürgermeister und die Gemeinde nicht dafür. Deshalb fühlen wir uns übergangen.“ Das Bürgerforum ist in dieser Sache jedoch selbst nicht hundertprozentig einer Meinung. So erklärte zum Beispiel Martin Vogel, dass er den Vorschlag des Arbeitskreises nicht unterstütze.

 Ein Versammlungsteilnehmer wünschte sich anschließend trotzdem „nochmal einen Runden Tisch zum Thema ,Nahversorgung“, was nach Meinung des ehemaligen Landrats Johann Fleschhut, der seit einigen Monaten auch Mitglied des Bürgerforums ist, inzwischen allerdings sinnlos sei. Seiner Einschätzung nach „ist das jetzt Fakt“, sagte er dabei in Bezug auf den rechtskräftigen Bebauungsplan für das Projekt.

Ex-Landrat Fleschhut kritisierte jedoch auch den Seeger Gemeinderat, der manche Entscheidungen bei diesem Bauvorhaben geheimgehalten habe. Schließlich appellierte er daran, „weiter öffentlich darüber zu diskutieren“, denn, „wenn man nicht mehr seine Meinung sagen darf, dann stimmt was nicht“. 

Zudem betonte er: „Wir bitten darum, dass wir weiter nüchtern diskutieren können.“ Bürgermeister Berktold versicherte darauf hin: „Ich bin immer für ein Gespräch offen.“ Außerdem bestätigten die etwa 30 Versammlungsteilnehmer an diesem Abend Ulrich Wagner in seinem Amt als Erster Vorsitzender, während Ulrich Schaaf und Weber zu dessen neuen Stellvertretern gewählt wurden, die damit Thomas Mesenberg und Axel Wittwer in dieser Funktion ablösen. 

Im Amt bleiben Renate Carré als Schriftführerin und Markus Zimmermann als Kassier. Wie Wagner, Schaaf und Weber erhielten sie dafür Beifall vonseiten der Besucher. 

Politisch einbringen

Zuvor hatten sie zahlreiche Aktivitäten des Bürgerforums in der Vergangenheit Revue passieren lassen und teilweise einen Ausblick darauf geliefert, was das Forum in Zukunft vorhabe. 

So informierte Schaaf beispielsweise darüber, dass sich der Arbeitskreis „Energie“ zukünftig ein bisschen mehr in die Politik einmischen wolle. Carré skizzierte dagegen grob das Programm für die kommenden drei Jahre, das unter anderem für 2020 eine Fahrt in Seegs französische Partnergemeinde St. Laurent sowie die „Nacht der 1000 Lichter“ am 21. November vorsieht.

lex

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