Seit Anfang Mai unter Dach und Fach

Die Städtepartnerschaft zwischen Füssen und Cremona offiziell besiegelt

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Füssens Bürgermeister Paul Iacob (links) und sein italienischer Kollege Gianluca Galimberti unterzeichnen im Rathaus von Cremona den Städtepartnerschaftsvertrag.

Füssen/Cremona – Was 2009 mit einer zufälligen Begegnung auf der Bihler-Hausmesse begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer echten Partnerschaft zwischen der Geigenbauerstadt Cremona in Norditalien und der Lautenbauerstadt Füssen.

Seit Anfang des Monats ist diese nun auch offiziell: Im Rathaus von Cremona unterzeichneten die beiden Bürgermeister Gianluca Galimberti und Paul Iacob (SPD) den offiziellen Städtepartnerschaftsvertrag. Für Iacob war das allerdings nur ein erster Schritt. 

Selbst Tage nach der Reise nach Italien und wieder zurück in Füssen ist Bürgermeister Iacob noch immer begeistert von der Zeremonie. „Das war absolut beeindruckend“, schwärmt er. Vor allem, dass ein Chor der Gastgeber vor der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags in einer Sitzung des Cremoneser Stadtrates sowohl die Europa- als auch die deutsche Nationalhymne in deutscher Sprache gesungen haben, hat ihm imponiert. „Man sieht, welche Wertigkeit diese Partnerschaft hat“, sagte er im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus. 

Schwer angetan war der Füssener Rathauschef auch vom Besuch eines Kirchenkonzerts des örtlichen Jugendorchesters und der großen Kulturbegeisterung der jungen Italiener. „Da haben wir Defizite.“ 

Vor allem die musikalischen Leistung der jungen Geigerin habe einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Er könne sich gut vorstellen, so Iacob weiter, das Orchester einmal zu einem Auftritt im Füssener Kaisersaal einzuladen. Oder die Geigerin könnte ein Solokonzert geben und anschließend in der Lechstadt eine Woche Urlaub machen. „Wir können diesen Schülern die Gelegenheit geben zu reifen“, sagte er.

Zusammen mit rund 30 Stadträten, Mitarbeitern der Verwaltung und Angehörigen war Iacob Anfang des Monats nach Norditalien gefahren, um aus der Kulturpartnerschaft der beiden Lauten- und Geigenbauerstädte eine offizielle Städtepartnerschaft zu machen. Ein Gegenbesuch soll Anfang Juli erfolgen, dann soll die Vertragsunterzeichnung auch im Füssener Rathaus noch einmal vollzogen werden. „Das ist Friedensverständigung!“ 

Die Beziehungen zwischen den beiden Städten, die durch den Geigen- und Lautenbau so viel miteinander verbindet, bahnten sich bereits 2009 an, als Iacob auf der Bihler-Hausmesse zufällig den italienischen Kunstsammler Carlo Alberto Carutti traf und kennen lernte. „Gemeinsam hatten wir die Vorstellung, dass die Städte zusammen arbeiten müssen“, so Iacob. Carutti war es dann, der den Kontakt zum damaligen Bürgermeister von Cremona herstellte. „Ich bin Herrn Carutti unendlich dankbar“, sagte Iacob. 

Es folgten gegenseitige Besuche, Ausstellungen und Konzerte mit dem Schwerpunkt Geigen- und Lautenbau. Nachdem das zuständige italienische Ministerium der Stadt Cremona schließlich die Erlaubnis für eine offizielle Städtepartnerschaft erteilt hatte, konnte diese nun vollzogen werden. 

Gut für Tourismus

Doch für Bürgermeister Iacob ist das nur ein weiterer Anfang. Ihm schwebt bereits eine Vertiefung der deutsch-italienischen Beziehungen über die Kultur hinaus vor. „Wir sollten das auf eine breitere Ebene stellen“, sagte er. Denkbar sind für ihn beispielsweise Schüler- oder Sportaustausche oder gemeinsame Tourismus-Workshops. „Wir haben die Chance, uns gegenseitig im Tourismus zu stärken“, ist er überzeugt. 

Neben der ganz neuen Partnerschaft mit Cremona hat Füssen nach wie vor Verbindungen zu Palestrina bei Rom. An dieser Städtepartnerschaft soll auch weiter festgehalten werden, kündigte Iacob an. „Die wird weiterleben“. Gleiches gelte im Übrigen für die Partnerschaft mit Numata in Japan. Möglicherweise werde eine Delegation aus Füssen bereits im kommenden Jahr zur Kirschblüte nach Fernost fliegen.

mm

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