Stadt- und Gemeinderäte aus Füssen und Rückholz besichtigen EWR-Zentrale

Zur Zufriedenheit aller

+
Kommunalpolitiker aus Füssen und Rückholz informieren sich in der Leitzentrale des EWR über den Energieversorger.

Reutte/Füssen – Nach altem Tiroler Brauch mit einem Schnäpschen, mit „Turbinenwasser“, wurde kürzlich eine Busladung Allgäuer Gäste in der Leitzentrale der Elektrizitätswerke Reutte (EWR) unterhalb der „Stuibenfälle“ empfangen.

Die Gemeindevertreter aus Füssen und Rückholz waren die letzten einer Reihe von Besuchern, die sich auf Einladung des regionalen Energierversorgers über die Arbeitsweise und die Kapazitäten des Reuttener Kommunalbetriebes „schlau machen“ konnten. Schon seit 1903 gibt es einen Stromlieferungsvertrag mit der Stadt Füssen, gleich nach Ende des Ersten Weltkrieges folgten andere Kommunen, aktuell beziehen neun Gemeinden im Ostallgäu ihren Strom aus Tirol. Zur Zufriedenheit aller, wie Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bei der Besichtigung erklärte. 

Holdingvorstand Michael Hold begrüßte die Gäste und präsentierte imposante Eckdaten des Unternehmens: 14 Wasserkraftwerke produzieren rund 240 Millionen Kilowattstunden, mit dem Pumpspeicherkraftwerk Heiterwang ist man in der Lage, Überkapazitäten sinnvoll zu nutzen. Über 22.000 Kunden in Bayern profitieren davon. Eine Ausfallstatistik spricht ebenfalls für die EWR. Mit gerademal zehn Minuten pro Jahr liegt man unangefochten an der Spitze der Versorgungsicherheit europa- und deutschlandweit. 

Eine repräsentative Umfrage unter den Kunden im bayerischen Raum präsentierte Vorstand Dr. Christoph Hilz. Mit ihrem Stromanbieter außerordentlich zufrieden zeigten sich 14 Prozent, sehr zufrieden äußerten sich 50 Prozent, und zufrieden waren 33 Prozent. Über 90 Prozent empfinden die EWR als verlässlich und in der Heimatregion fest verankert. Ein stolzes Ergebnis, finden die Verantwortlichen der EWR. 

Keine Angst vorm Blackout 

Vor Ort im Pumpspeicherkraftwerke Heiterwang wurde den Gästen die Aufgabe einer solchen Einrichtung nähergebracht. Sie sei die einzige Möglichkeit Energie wirtschaftlich zu speichern und einen Ausgleich zwischen Überschuss und Verbrauch zu realisieren. Da Stromerzeugung durch Sonne und Wind naturgemäß starken Schwankungen unterliegen, könnten ohne Pumpspeicherkraftwerke die Stromnetze nicht stabil geführt werden, betonten die Fachleute vom EWR. 

Auch ein „Blackout in Europa“ – ein Horrorszenario – könnte die Elektrizitätswerke nicht schocken. Man ist mit dem Planseekraftwerk in der Lage, einen „Inselbetrieb“ aufzubauen und damit auch das angrenzende Allgäu mit zu versorgen. Daher sind die EWR auch ein Teil des Netzwiederaufbaukonzeptes Tirol und profitieren dadurch von den größten Speichkraftwerken Tirols, wie dem Gepatschspeicher, dem Achensee und den Kraftwerk Sellrain-Silz. In einem Feldversuch beschäftigen sich die Reuttener auch mit Brennstoffzellenheizgeräten. Drei Anlagen, maßgeschneidert für Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhäuser stehen unter Beobachtung, eine davon wurden den deutschen Besuchern in allen Einzelheiten erklärt. 

Bei einem geselligen Beisammensein mit eine zünftigen Tirol Buffet wurde nach der Infoversammlung noch lange über Energiefragen diskutiert. Die Bürgermeister von Rückholz, Franz Erl, und Füssen, Paul Iacob, sprachen von bester Zusammenarbeit mit dem EWR und sehen, wie auch die übrigen Besucher der Informationsveranstaltung, im Tiroler Energieversorger einen verlässlichen Partner.

Hans Nikolussi

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Alle Türen stehen weit offen
Alle Türen stehen weit offen
Das Warten hat ein Ende
Das Warten hat ein Ende
Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein

Kommentare