Oberer will mehr Pflegebetten

Bürgermeister Luis Oberer plant Erweiterung des Pflegeheims in der Allgäuer Straße

Mit dem Umbauplan auf der Leinwand sorgt Bürgermeister Luis Oberer (mit Mikrofon) am Donnerstagabend für eine turbulente Sitzung in Reutte.
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Mit dem Umbauplan auf der Leinwand sorgt Bürgermeister Luis Oberer (mit Mikrofon) am Donnerstagabend für eine turbulente Sitzung in Reutte.

Reutte – Im großen Lina-Thyll-Saal der Landesmusikschule folgten am vergangenen Donnerstagabend knapp ein Dutzend Zuhörer der 33. Sitzung des Gemeinderates. Während eine Reihe von Tagesordnungspunkten wie Mietverträge, Bebauungspläne und Flächenwidmungen wie üblich einstimmig abgearbeitet wurden, kam es bei einem außerordentlichen Antrag von Bürgermeister Alois Oberer zu erheblichen Differenzen: Zur Diskussion stand eine Studie, die die Möglichkeit einer Erweiterung des gemeindeeigenen Pflegeheimes in der Allgäuerstraße untersuchen soll.

Die Bürgermeister-Fraktion sah die Möglichkeit, bei einer Strukturverbesserung des Hauses mit dem Bau einer neuen Küche auch gleich einen Bettentrakt im nötigen Zubau zu realisieren. Damit könnte die Zahl der Betten um 26 auf insgesamt 90 erhöht werden. Bürgermeister Oberer erklärte, schlicht und ergreifend dem Bedarf in Reutt­e gerecht werden zu müssen.

Die ÖVP-Fraktion lehnte dieses Ansinnen jedoch ab, konterkariere man damit doch die erst vor Kurzem gefallene Entscheidung für ein Bezirkspflegeheim im Areal des Krankenhauses in Ehenbichl. Erst im Mai hatten sich die Bürgermeister im Bezirkspflegeverband mit 25 zu vier Stimmen dafür entschieden. Fraktionschef Klaus Schimana befürchtet nun, dass durch einen möglichen Alleingang Reuttes die Bezirkslösung in Frage gestellt werden könnte. Er warnte daher eindringlich vor einer Fehlentscheidung in dieser Richtung und sah sonst die Geldhähne des Landes Tirol abgedreht.

Entscheidungen in dieser Sache seien aber allein den Notwendigkeiten geschuldet, meinten hingegen die Mitglieder bei der Bürgermeister-Fraktion. Der Bedarf sei da, ein schneller Bau möglich und die Zentrumsnähe darüber hinaus ein Vorteil, der von allen Experten ins Treffen geführt werde.

Mehr Mut forderte Gemeinderat Günther Salchner. Es wäre wohl durchaus angebracht – und im Sinne der demografischen Entwicklung im Bezirk, auch notwendig – beide Varianten zu ermöglichen, appellierte er. Er zitierte dabei aus dem Pflegebericht des Landes, in dem das Außerfern einen beschämenden letzten Platz einnimmt. Mit 55 Betten pro 1000 Einwohner 75+ verfügt das Außerfern gerade einmal die Hälfte des Nachbarbezirks Imst. Der Bedarf scheine also mehr als gegeben. Zwei Jahre Wartezeit auf einen Heimplatz seien keine Seltenheit, so Salchner weiter.

Mehrheit für Oberer

Für die geplante Erweiterung in Reutte gibt es auch schon einen ersten Plan. Zur Abstimmung im Gremium stand am Donnerstagabend allerdings zunächst eine Studie zum Projekt, das schon 2022 fertig gestellt sein könnte – also vor der großen Bezirkslösung.

Die Frage, ob damit auch ein Austritt der Marktgemeinde aus dem Pflegeverband verbunden sei, blieb allerdings zunächst offen. Letztendlich erhielt der Antrag des Bürgermeisters mit zwölf von 19 Stimmen die erforderliche Mehrheit.

Hans Nikolussi

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