Bahnhof: Rinderle wehrt sich gegen Kritik

Bürgermeister Manfred Rinderle (links) spricht zum Gemeinderat und den zahlreichen Zuhörern. Foto: nis

Seeg – Die Kosten des Seeger Moorbahnhofes hatten in Presse-Veröffentlichungen über das Seeger Duell Ende Januar mit den Bürgermeisterkandidaten Josef Gast und Markus Berktold für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Manfred Rinderle wehrte sich nun in der Gemeinderatsitzung gegen diese Vorwürfe.

Beide veröffentlichte Zahlen seien falsch und könnten so nicht stehen gelassen werden, argumentierte Rinderle. Markus Berktold, der beim Duell die Kosten des Bahnhofes als Beispiel dafür zitiert hatte, dass es eine aus dem Ruder laufende Kostenexplosion wie die beim Bahnhofsbau unter seiner Führung als Bürgermeister nicht mehr geben werde, wehrte sich gegen den Vorwurf, die Zahlen so in den Raum gestellt zu haben. Überdies sei es wohl auch kein guter Stil, die ganze Angelegenheit gleich in einer öffentlichen Sitzung zu behandeln, statt vorher mit ihm über den Sachverhalt zu reden. Auf seiner Homepage gebe es im Übrigen ein Wortprotokoll, aus dem jeder ersehen könne, dass die Presse ihn falsch zitiert habe. 

Zwar gab es während der Gemeinderatsdiskussion einen Antrag zur Geschäftsordnung, die Debatte zu diesem Tagesordnungspunkt sofort zu beenden, da eine Gemeinderatsitzung keine Wahlveranstaltung sei, der aber mehrheitlich abgelehnt wurde. Offenbar war die Aufregung in der Gemeinde so groß, dass die gesamten Kosten inklusive aller Bahnhofsinnen- und Außenanlagen sowie alle Gemeinderatsbeschlüsse zum Bau des Bahnhofs vom amtierenden Bürgermeister vorgelegt wurden und der Architekt des Bahnhofsgebäudes die Kostenaufstellung aus dem Jahr 2012 dem Gemeinderat und den Bürgern erneut darlegte. Auch die Spenden und Fördermittel, die zur Umsetzung des preisgekrönten Bahnhofs geführt hatten, wurden noch einmal offengelegt.

Bürgermeister Rinderle wies darauf hin, dass auch bei einer Wahlveranstaltung wie dem Seeger Duell nicht einfach Zahlen in den Raum geworfen werden könnten, die aus dem Zusammenhang gerissen für Aufregung sorgen müssten. Den Seeger Bürgern bot er an, wer wolle könne sich die Kostenaufstellung für den Bahnhof Seeg abholen, sie liege im Rathaus bereit. Auch einen weiteren Vorwurf aus dem Seeger Duell an den amtierenden Gemeinderat, dem beide Bürgermeisterkandidaten angehören, die Breitbandversorgung in Seeg nicht ausreichend angegangen zu haben, räumte Rinderle mit Fakten aus. Trotz der angespannten Stimmung arbeitete der Gemeinderat die anderen Tagesordnungspunkte ab, und zog sich anschließend zur nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung zurück. jl

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