"Wundervolles Gefühl der Solidarität"

Bürgermeister Paul Iacob lobt die Füssener für ihr Verhalten in der Corona-Krise – Bürger-Hotline eingerichtet

+
Bürgermeister Paul Iacob lobt das Verhalten der Füssener in Zeiten der Corona-Krise.

Füssen – Neben den Sanierungs- und Reparaturarbeiten an der Theresienbrücke (siehe eigener Artikel auf dieser Seite) sollen auch weitere laufende oder geplante Baumaßnahmen trotz der Corona-Krise planmäßig über die Bühne gehen. Das sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Gespräch mit dem Kreisbote.

Als Beispiel nannte er den Bau des neuen Kindergartens im Weidach. Darüber hinaus soll mit Hilfe eines Krisenstabs die Arbeit im Rathaus trotz einer Notbesetzung so gut wie möglich fortgesetzt werden.

Derzeit arbeite die Verwaltung wegen der Krise und um die Infektionsgefahr zu minimieren in „sparsamster Besetzung“, teilte Iacob mit. Zum einen arbeiten zahlreiche Mitarbeiter im Homeoffice, andere bauen Überstunden ab. Zudem seien ganze Abteilungen wie etwa Museen, Bibliothek und das Archiv geschlossen worden. Weiter in Betrieb sind hingegen Bauamt, Kämmerei und das Hauptamt. „Die sorgen dafür, dass der Alltagsbetrieb weitergeht“, so Iacob. „Wir konzentrieren uns auf die absolut wichtigsten Bereiche.“ 

Bürger-Hotline für alle Fragen rund um die Corona-Pandemie

Seit Donnerstag ist außerdem eine Bürger-Hotline in Betrieb. Von 8 bis 17 Uhr steht diese für die Bürger für alle Fragen rund um die Corona-Pandemie unter der Telefonnummer 08362/90 30 01 zur Verfügung.

Anfragen zu anderen Dienstleistungen beantwortet die Verwaltung weiterhin telefonisch, per Mail oder postalisch zu den regulären Öffnungszeiten. „Wir sind ein ständiger Ansprechpartner“, betonte der Bürgermeister.

Neben der Verwaltung steht auch der politische Betrieb derzeit weitgehend still. Eilige Entscheidungen wie etwa Vergaben werden derzeit vom Bauamt oder ihm getroffen, erklärte Iacob. Der Stadtrat soll informiert werden, sobald der Sitzungsbetrieb wieder aufgenommen wird. Derzeit finden bekanntlich keine Sitzungen statt. Er hoffe, dass der Sitzungen im April wieder anlaufen, möglicherweise dann in größeren Sälen als dem Sitzungssaal im Rathaus. „Wir wollen die Gefahrenschwelle so niedrig wie möglich halten.“

Keine Alternative

Er selbst gehe davon aus, dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens noch mindestens etwa drei Wochen andauern werden. „Wir dürfen uns nicht gegenseitig mürbe machen, sondern das als Chance sehen.“ Zu den verordneten Ausgangsbeschränkungen gebe es derzeit keine Alternative, ist der Rathauschef überzeugt. „Ich freue mich, dass sich die Bevölkerung im Großen und Ganzen daran hält“, so Iacob weiter. „Das macht mich stolz, denn die Füssener nehmen sich die Situation zu Herzen!“

Mit Freude erfülle ihn auch das ehrenamtliche Engagement der Bürger in Zeiten der Krise. Als Beispiele nannte er die Nachbarschaftshilfe, die Tafel und andere Hilfsgruppen. Lob gab es vom Verwaltungschef auch für die zahlreichen Unterstützer des auf dem Festplatz gestrandeten Zirkus (der Kreisbote berichtete). „Ein wundervolles Gefühl der Solidarität“, freute er sich. „Das hätte ich von dieser egoistischen Nörgel-Gesellschaft gar nicht erwartet!“

Entsetzt zeigte er sich über die Situation in der Partnerstadt Cremona in Norditalien. Dort waren bis vergangenen Samstag 741 Einwohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in der gesamten Provinz waren es 2733. Iacob kündigte an, eine Spendenaktion zu starten. Wer will, kann das Geld auf das Konto 18, „Cremona Hilfe“ der Stadt überweisen.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Mehrere Fahrer unter Drogen am Steuer unterwegs
Füssen: Mehrere Fahrer unter Drogen am Steuer unterwegs
Corona-Krise: Situation der Füssener VHS hat sich entspannt
Corona-Krise: Situation der Füssener VHS hat sich entspannt
Möglicher Enterokokken-Befall: Füssener müssen ihr Leitungswasser vorerst abkochen
Möglicher Enterokokken-Befall: Füssener müssen ihr Leitungswasser vorerst abkochen
Ermittlungen gegen Füssens Ex-Bürgermeister Iacob
Ermittlungen gegen Füssens Ex-Bürgermeister Iacob

Kommentare