Füssener wünschen sich Paintball, Bowling und Bar im leeren OBI

Kreisbote-Leser möchten Indoor-Freizeitangebot

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Die Immler Treuhand KG aus Isny sucht Nachmieter für den leer stehenden Heimwerkermarkt im Moosangerweg. Zahlreiche Füssener wünschen sich dort ein Indoor-Freizeitangebot.

Füssen/Isny – Was wünschen sich die Füssener als künftige Nutzung für das leerstehenden OBI-Gebäude im Moosangerweg, wollten wir in der vergangenen Woche von unseren Lesern wissen. Die Antwort fiel eindeutig aus.

Von rund 300 Lesern, die bei unserer Online-Umfrage mitgemacht haben, sprachen sich knapp 48 Prozent für Freizeiteinrichtungen wie eine Kartbahn, Bowling oder Paintball aus. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) steht dieser Idee aufgeschlossen gegenüber, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. „Wir wollen das offensiv angehen!“ 

In unserer Umfrage hatten wir in der vergangenen Woche unter www.kreisbote.de gefragt, was sich die Füssener künftig anstelle des Heimwerker-Marktes wünschen. Dieser steht, wie bereits mehrfach berichtet, seit einigen Wochen leer, da die Konkurrenz durch den neuen V-Baumarkt im Gewerbepark „Allgäuer Land“ zu groß geworden war. 

Von den rund 300 Teilnehmern stimmten fast 48 Prozent, und damit eine deutliche Mehrheit, für Indoor-Freizeiteinrichtungen wie beispielsweise eine Kartbahn, Paintball, Bowling, Lasertag, Badminton oder einen „Escape Room“. Knapp 37 Prozent der Teilnehmer forderten dagegen die Ansiedlung moderner Modeketten wie Primark. Für ein großes Elektronikfachgeschäft wie Saturn oder Mediamarkt sprachen sich hingegen nur knapp 20 Prozent der Umfrage-Teilnehmer aus. 

Auch auf unserer Facebook-Seite schlug das Thema ebenfalls hohe Wellen und wurde eifrig diskutiert. Schnell kristallisierte sich auch hier eine recht deutliche Mehrheit für Indoor-Freizeitmöglichkeiten heraus. „Schlechtwetter Freizeit Angebot für Familien und Kids. Nach Kempten zum Shoppen ist es ein Katzensprung, da braucht Füssen nicht auch noch die selben Filialen hier“, brachte beispielsweise Nutzerin Stephanie Helmer die Meinung vieler Kommentatoren auf den Punkt.

"Eine tolle Sache"

Bei Bürgermeister Paul Iacob stoßen unsere Leser damit auf offene Ohren. „Vom Grundsatz her wäre das eine tolle Sache!“, sagte er auf Nachfrage. „So eine Freizeitanlage hielte ich für gut!“ Denn gleich mehrere Gründe würden seiner Ansicht nach dafür sprechen. Zum einen sei Füssen die Stadt im Allgäu mit den meisten Touristen und einem Einzugsgebiet von rund 70.000 Einwohnern. Da aber nicht jeder Sommer im Allgäu so sei wie der diesjährige, „brauchen wir wetterunabhängige Freizeiteinrichtungen indoor“, sagte Iacob. 

Andererseits könne es nicht sein, dass Füssener zum Klettern nach Kempten oder zum Kartfahren nach Kaufbeuren fahren. „Da gibt es verschiedene Einrichtungen, die sehr gut frequentiert werden“, erklärte Iacob mit Blick auf die Nachbarstädte. Dass so etwas auch in Füssen funktionieren könne, zeige das Outletcenter, wo ebenfalls geklettert werden kann. „Aber es gibt viele andere Möglichkeiten.“ 

Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier erklärte auf Nachfrage, dass Indoor-Freizeitanlagen auch für Gäste durchaus einen guten Beitrag zu einem „Schlechtwetterprogramm“ leisten können. So habe sich das jüngste „Tourismusforum“ des Tourismusverbandes Ostallgäu gerade erst mit diesem Thema beschäftigt. „Freilich sollten sie – aus rein touristischer Sicht gesehen – idealerweise so beschaffen sein, dass es sie in gleicher Art nicht in den Ballungsräumen, aus denen viele unserer Gäste kommen, gleich dutzendweise gibt“, so der Tourismusdirektor weiter. 

Gleichwohl wichtig sei aber auch, dass sich die Einheimischen darin wohlfühlen und die Einrichtung auch außerhalb der Touristensaison tragen. „In aller Regel sind solche Anlagen alleine kein Reiseanlass“, erklärte er, „aber eine gern gesehene und genutzte Animation, wenn die Gäste vor Ort sind.“ 

Aber auch wenn Bürger und Politik sich in diesem Fall einmal einig zu sein scheinen, hat die Sache einen Haken: Der für das Areal des Gebäudes geltende Bebauungsplan sieht derzeit nur ein „Sondergebiet Bau- und Gartencenter“ an dieser Stelle vor. Sollte die Firma Immler Treuhand KG als Besitzer des Gebäudes tatsächlich einen Betreiber oder Investor für eine solche Nutzung finden, „bleibt nichts anderes übrig als eine Bebauungsplanänderung“, erläuterte Bürgermeister Iacob. „Ich würde mich offensiv dafür einsetzen und bin mir sicher, dass auch der Stadtrat das mittragen würde“, kündigte er an. 

Annkathrin Immler, Sprecherin der Immler Treuhand KG, äußerte sich auf Anfrage bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht dazu.

Matthias Matz

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