Räte wollen Schulzentrum nicht auf Kosten privater Eigner erweitern

Das pink umrandete Gelände an der Dr.-Enzinger-Straße, nördlich der Berufsschule, würde Bürgermeister Paul Iacob gerne für das Schulzentrum reservieren. Foto: Bauamt

Füssen – Über die Zukunft des Füssener Schulzentrums diskutierten am Dienstag die Füssener Stadträte. Während Bürgermeister Paul Iacob darauf hinarbeiten will, ein Gelände nördlich der Berufsschule als zukünftige Fläche für ein Schulgebäude zu nutzen, sahen manche Räte darin eine „Enteignung“.

Noch gehört das fragliche Areal einer Stiftung, ein gültiger Bebauungsplan sieht es als Wohnfläche vor. Iacob möchte nun den Bebauungsplan ändern und die Fläche für ein öffentliches Gebäude vormer-ken. Damit würde er Druck auf die Eigner ausüben, die dann keinen Nutzen mehr von dem Gelände hätten – außer es der Stadt zu verkaufen. Doch ein Großteil der Stadträte wehrte sich gegen die – nach ihrer Ansicht – Entwertung des Geländes. Sie hatten jüngst von der Verwaltung gefordert, auch andere Grundstücke zu prüfen (der KREISBOTE berichtete). Die kommen nun aber nicht mehr in Frage. Ein Gelände zu entwerten um es sich dann anzueignen – das hat „a Gschmäckle“ hieß es aus der Fraktion der Freien Wähler, und einige Ratsmitglieder pflichteten bei, während vor allem die SPD für das Projekt votierte. Ebenfalls auf Seiten Iacobs war Gabriel Guggemos (Füssen-Land), der vor allem das Argument nicht gelten ließ, man nehme auf die Anwohner keine Rücksicht. Er teilte Iacobs Argumentation, dass man beim Bebauungsplan Weidach Ost ein ganzes Landschaftsschutzgebiet zu Bauland erklärt hatte – gegen den Wider-stand einiger Anwohner. Iacob bekam nun von der Stadtratsmehrheit den Auftrag, erneut mit den Eignern zu sprechen, die aber, so der Rathauschef, in naher Zukunft ohnehin nicht verkaufen wollen. Er räumte ein, dass die Stiftungsvertreter über seine Pläne „nicht glücklich und zufrieden“ sind. Iacob appellierte an die Verantwortung gegenüber den Schülern. ps

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