Bereit für die Zukunft

Bekommt Schwangau eine digitale Mobilitätsplattform?

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Mit seiner digitalen Mobilitätsplattform könnte Bürgermeister Rinke den Verkehr in Schwangau entzerren.

Schwangau – Um gleichwertige Lebensbedingungen für alle Menschen in Bayern zu schaffen, sollen die ländlichen Regionen gefördert werden. In diesem Fall durch die so genannte Digitalisierung des Alpenraums – kurz das Projekt „Digitales Alpendorf“.

Schwangau hat sich dafür nun im Bereich Kultur-Tourismus-Landwirtschaft beworben mit der Idee einer digitalen Plattform für Individualmobilität. Was dahinter steckt, erläuterte Bürgermeister Rinke jüngst im Gemeinderat. In kurzen Worten skizzierte Rinke den Räten seine Idee, die künftig verschiedenste Angebote zusammenbringen soll. 

Die Belastung der Natur wie auch der Menschen im Alpenraum sei durch den Tourismus, aber auch den Transitverkehr sehr hoch. Könnten nachhaltige Mobilitätslösungen geschaffen werden, so Rinkes Idee, indem unterschiedliche Fortbewegungsmittel digital verknüpft werden? 

So könnte etwa der Städter, der sich die Königsschlösser anschauen will, mit nur einer Applikation auf dem Smartphone oder Anwendung auf dem PC die passende Zugverbindung von seinem Ort zum nächstgelegenen Bahnhof heraussuchen und dort einen passenden Anschluss, etwa mit Taxi, Bus oder vielleicht auch einen E-Bike buchen. 

Ist der Gast dagegen mit dem eigenen Auto unterwegs, könnte die App ihm anzeigen, dass derzeit alle Parkplätze in und um Hohenschwangau belegt sind und er entsprechend seinen Besuch umdisponieren kann. Auf diese Weise könnte man Staus und Parkprobleme reduzieren und alternative Mobilitätsformen fördern, stellt sich der Schwangauer Rathauschef vor. So würde der Gast womöglich sein Auto vielleicht schon in Steingaden oder Pfronten parken und entsprechend mit dem Bus weiterfahren, um sein Ziel zu erreichen. 

Die EDV-Betreuer in der Verwaltung hätten ihm bestätigt, so Rinke, dass so etwas möglich wäre. Sie allerdings seien nicht in der Lage, diese Idee umzusetzen. 

In dem Bewusstsein, dass solch ein integriertes Mobilitätsmodell für den ländlichen Raum fehle, hatte Rinke seine Idee für das „digitale Alpendorf“, wie die Strategie der Staatsregierung heißt, formuliert. Man könne so alle unterschiedlichen Fortbewegungsmittel – unter anderem Carsharing, Fahrradverleihe und den ÖPNV – sowie die Infrastruktur verknüpfen und eben auch über die Nutzungsmöglichkeiten, also Fahrpläne oder die Verfügbarkeit der Parkplätze, informieren. 

Gleichzeitig wäre ein gemeinsamer Standard, also eine Art e-Ticket, denkbar. Dieses könne nicht nur online schon vor Fahrtantritt gebucht werden und könnte die Bezahlung aller genutzten oder zu nutzenden Dienste einschließen. So könnte der Gast am heimischen PC den Ausflug zu den Schlössern planen und alles vorab bezahlen. Angedacht sei auch die Onlinebuchung für die Eintrittskarte zu den Königsschlössern. 

Verschiedene Partner 

In dem Projekt Digitales Alpendorf sind unterschiedlichste Partner verbunden. Neben den Fraunhofer-Instituten IESE (Experimentelles Software Engineering) und IIS (Integrierte Schaltungen IIS) die technische Hochschule Deggendorf, der Technologiecampus Grafenau und die Hochschule Rosenheim. Als Ansprechpartner habe man die FH Rosenheim und die TH Deggendorf. Diese Partner sind für die technische Umsetzung der Idee zuständig, sollte Rinkes Vorschlag angenommen werden. 

Seitens der Gemeinde bestehe die Bereitschaft, sich an den Kosten zu beteiligen, so Bürgermeister Rinke. Eine Budgetplanung für das Wirtschaftsjahr 2019 werde nach Abschluss der Kostenermittlung und der Beschlussfassung im Gemeinderat erfolgen. Welches Konzept angenommen wird, soll schließlich eine Jury in der bayerischen Staatsregierung festlegen. 

Nach Meinung der Räte ist das Konzept eine tolle Sache. So meinte etwa Gemeinderat Peter Helmer, dass die Kommune beim Thema Mobilität noch nicht am Ende angelangt sei. Voraussetzung sei aber, dass alle Partner – auch die Betreiber der Parkplätze und Anbieter von alternativen Fortbewegungsmitteln (e-Bike oder Carsharing) – mit eingebunden werden könnten.

gau

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