Das Bürgerspital in der Füssener Altstadt öffnet seine Türen

Der Terrassengarten des Bürgerspitals als Ort für Begegnungen: Evi Griesmann (v.l.) mit Rena Hummel, Pamela Jakobczak und Christine Braun aus dem Team „Pflege mit Herz“ laden zur Besichtigung ein. Foto: cf

Die Eröffnung des Bürgerspitals in der Füssener Altstadt am Lech haben am Samstag neben zahlreichen anderen Gästen auch die AWO-Vorsitzende und Stadträtin Brigitte Protschka und Ilona Deckwerth – sie führt den Seniorenbeirat in Füssen – gefeiert. Der Vormittag gehörte hier der örtlichen Prominenz, am Nachmittag stand die Tür der sozialen Einrichtung dann jedermann für eine Besichtigung offen.

Das Angebot nutzten auch zahlreiche Besucher. So entsprach das einladend wirkende Bürgerspital, das die Nachfolge des Pflegeheims antritt, von Anfang an seiner weiteren Bestimmung. „Unser Bürgerspital ist ein zentraler und schöner Ort für Begegnungen“, meinte nicht nur Brigitte Protschka mit Blick auf das benachbarte Familiencafé. Der „Terrassengarten“ des Bürgerspitals werde künftig ein fröhliches Miteinander „von Kindern und den Erwachsenen aller Altersgruppen möglich machen“, erhofft sich die AWO-Vorsitzende. Das Bürgerspital, ein Haus mit bewegender Geschichte, „entspricht dem Wunsch eigenständig und selbstbestimmt zu leben und dabei eine gemeinschaftliche Geborgenheit spüren zu können“, brachte es das Grußwort von Pfarrer Spengler von der Christuskirche auf den Punkt. Wie Ilona Deckwerth dem KREISBOTEN nach der offiziellen Feierstunde noch erklärte, wolle der Seniorenbeirat am Donnerstag 8. November, ab 19 Uhr, in seiner nächsten öffentlichen Sitzung ein wichtiges Thema diskutieren. „Die Beratungsstele, die im Bürgerspital im Erdgeschoss eingerichtet wird, hat einen neutralen Charakter. Wir freuen uns darauf, jetzt dafür gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten.“ Beratung ist ein Serviceangebot, das sich an alle Füssener Bürgerinnen und Bürger richtet. Das Hauptaugenmerk des Hauses liegt konzeptionell auf mehreren sozialen Angeboten, die der Jahrhunderte alten Satzung der Stiftung streng verpflichtetet sind. Dies sind die zehn Appartements für Betreutes Wohnen sowie zwei Wohngemeinschaften (WGs) für jeweils zwölf ältere Menschen, die aus Füssen oder dem Umland hierher ziehen. „Wir haben hier selbstverständlich den Status als Mieter“, so der hierher umgezogene Dr. Dieter Hannappel aus Weißensee. Teuerster Posten: Brandschutz Eine wichtige Säule ist die Tagespflege, sie liegt in den Händen von „Pflege mit Herz“. Das von Evi Griesmann geführte Team lobte Alexander Zoller, Seniorenbeauftragter am Landratsamt Ostallgäu. Dieser ambulante Dienst sei „für seine fachlich gute und freundlich ausgeführte Arbeit bekannt“, unterstrich Zoller in seinem Grußwort bei der Feier. Einmal mehr war es Bürgermeister Paul Iacob, der das Bürgerspital unter Beifall als „ein wichtiges soziales Fundament unserer Stadt“ charakterisierte. „Deshalb hat es für Füssen außer Frage gestanden: Das Haus am Lech bleibt auch nach der Einstellung des Pflegebetriebs durch das Bayerische Rote Kreuz für die Füssener Bürgerinnen und Bürger erhalten.“ Dazu habe die Stadt jetzt 100.000 Euro aus der Stiftung bereitgestellt und eigene Mitarbeiter für handwerkliche Arbeiten abgestellt. Den Löwenanteil der Kosten übernehmen, wie bei der Eröffnung zu hören war, allerdings Evi und Ferdinand Griesman. „Größter Posten ist dabei mit zirka 250.000 Euro der Brandschutz“, so Griesmann auf Nachfrage des KREISBOTEN. Er hat als Geschäftsführer der Bürgerspital Vermietung GmbH das Projekt zügig vorangetrieben. „Mit dem Stadtrat haben wir an einem Strang gezogen“, sagte er. Geld im laufenden Betrieb könne dank des Blockheizkraftwerks gespart werden. Warum der Umstieg von Öl auf „die moderne energetische Lösung viele Vorteile mit sich bringt“, erklärte Jürgen Doser. Sein Betrieb hat diese Innovation hier handwerklich ausgeführt.

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