"Auf hohem Niveau"

Leerer Forggensee macht Tourismus in Rieden a.F. zu schaffen

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Aufmerksam verfolgen die Riedener Bürger den Ausführungen von Bürgermeister Max Streif zur Lage in der Gemeinde.

Rieden a. F. – Die Ausführungen von Bürgermeister Max Streif über den Zustand der Gemeinde und deren Entwicklung waren wie jedes Jahr sehr detailliert und umfangreich. Sein Fazit bei den Bürgerversammlung im Gasthaus Rößle: Die Gemeinde steht sehr gut dar.

Als erfreulich bezeichnete er die Entwicklung der Einwohnerzahl, die mit 1311 Personen mit erstem Wohnsitz und einem Nebenwohnsitz von 77 tendenziell nach oben zeigt. Das sei ein Zeichen, dass die offensive Grundstückspolitik und die damit verbundene Ansiedlung von jungen Familien Wirkung zeige. Darauf deute auch die gute Auslastung des Kindergartens St. Leonhard hin, wo im Jahresdurchschnitt 44 Kinder – ebenfalls mit Tendenz nach oben – betreut werden. 

Erfreulich auch die hohe Zahl von Schülern: Derzeit werden in drei Klassen 50 Schüler unterrichtet, so dass kein Austausch mehr von Schülern zwischen Rieden und Roßhaupten notwendig ist. „In beiden Einrichtungen wird die Ausstattung regelmäßig den aktuellen Anforderungen angepasst“, so das Gemeindeoberhaupt.

Ein großer Wermutstropfen war in 2018 der leere Forggensee, der negativen Einfluss auf die Übernachtungszahlen hatte: mit 124.572 Übernachtungen lag dieser Wert erheblich unter dem des Vorjahres (-8,33 Prozent). „Nichtsdestotrotz sind die Übernachtungszahlen, trotz der widrigen Umstände des leeren Forggensees, bei Betrachtung der Bettenzahl auf hohem Niveau“, sagte Streif.

Denn die Zahl der Betriebe vor allem mit Gästezimmern sind im vergangenen Jahr noch einmal deutlich nach unten gegangen: 2016 waren es noch 816 Betten, 2017 744 Betten und 2018 reduzierte sich das Ganze noch einmal auf 684 Betten. In einem kurzen Überblick gab der Rathauschef außerdem einen Bericht über die Dorferneuerungs-Projekte für 2018: Pflastererneuerungen in der Dorfmitte, Sanierung von Brücken, Verlegung von Leerrohren für Glasfaseranschluss, Neugestaltung des Dorfplatzes beim „Rössle“, die Wanderwegsanierung vom Baugebietkalkofen zur Höllmühle die Platzsanierung vor dem Dreimäderlhaus sowie die Fertigstellung der Pflasterarbeiten im Lindenweg. Insgesamt seien so in den vergangenen Jahren rund 1,8 Millionen Euro investiert worden. 

Aufklärung erbat Willy Zettl in der aktuellen Fragestunde am Ende der Bürgerversammlung darüber, ob Bürgermeister Streif in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen 2020 sich noch einmal für diesen Posten zur Verfügung stellen wird. „Ich erbitte von ihnen lediglich ein Signal, damit nicht fünf Minuten vor Torschluss die Bevölkerung im Ungewissen ist“, so Zettl. 

Der Gemeindechef erwiderte: „Ich bin zum Zeitpunkt der Wahl 74+ und in meiner Arbeit steckt viel Herzblut. Mittlerweile bin ich 40 Jahre in der Kommunalpolitik tätig, zehn Jahre als Gemeinderat, fünf Jahre als Zweiter Bürgermeister und 25 Jahre als erster Bürgermeister“, entgegnete Streif. Er halte es fast ein bisschen für vermessen, in dem Alter weitermachen zu wollen. Trotzdem hielt er sich bedeckt und versprach eine endgültige Entscheidung rechtzeitig bekanntzugeben. 

ed

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