Bis zu 90 Millionen Euro Schulden in zehn Jahren?

Füssen steht vor finanziell harten Jahren

Eisstadion Füssen
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Viel Geld wird die Stadt voraussichtlich noch für die Reparatur und Sanierung des Eisstadions ausgeben müssen, befürchtet Bürgermeister Maximilian Eichstetter.

Füssen – Um heuer liquide zu bleiben, musste die städtische Kämmerei 10,2 Millionen Euro an Kassenkrediten aufnehmen. Insgesamt beläuft sich die Höhe der Kassenkredite der Stadt auf 12,5 Millionen Euro, wie Kämmerer Marcus Eckert und Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) jetzt in der Bürgerversammlung berichteten.

Mit den Krediten sollen unter anderem die durch den Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen entstandenen Löcher in Höhe von etwa zwei Millionen Euro gestopft und Maßnahmen wie der Bau der neuen Kindertagesstätte im Weidach oder die Sanierung der Freyberg-Villa finanziert werden.

Eine weitere Million musste für die Umschuldung des Kredits in Schweizer Franken (CF) in Euro aufgebracht werden. Im Februar soll eine weitere Million des Fremdwährungskredits umgeschuldet werden. „Wir hoffen auf einen günstigen Zinssatz“, sagte Eichstetter während der ersten digitalen Bürgerversammlung in der Geschichte der Stadt (der Kreisbote berichtete).

Die Schulden des städtischen Kernhaushaltes belaufen sich laut Eichstetter und Eckert derzeit auf rund 33 Millionen Euro. Allein etwa 9,5 Millionen entfallen auf den Kredit in Schweizer Franken. Werden nun noch die Verbindlichkeiten der Stadtwerke hinzu gerechnet, belaufen sich die aktuellen Schulden der Stadt auf knapp 41,8 Millionen Euro. „Es wird nicht besser werden“, dämpfte der Bürgermeister Erwartungen auf eine Entspannung der finanziellen Situation.

Viele Großprojekte stehen an

Im Gegenteil: durch anstehende Großprojekte wie die Sanierung der Grund- und Mittelschule (rund 52 Millionen Euro), den Bau des neuen AWO-Kindergartens im Weidach (5,2 Millionen Euro) und verschiedenen anderen Bau- und Sanierungsmaßnahmen werde der Schuldenstand bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf gewaltige 90 Millionen Euro steigen. „Ich hoffe auf einen Geldregen“, sagte der Rathauschef.

An den Schulden führe aber kein Weg vorbei, da die laufenden Projekte wie die Schulsanierung nicht mehr gestoppt werden könnten. „Wir können da gar nicht mehr raus!“ Zusätzlich erschwert werde die Situation noch durch einen jahrelangen Investitionsstau. „Wir haben Investitionen, die in den letzten Jahren hätten getätigt werden müssen, aber nicht getätigt wurden“, erklärte Eichstetter und verwies auf notwendige Maßnahmen wie die erforderliche Sanierung des Dachs am Alten Landratsamt in der Augsburger Straße oder die Renovierung der Fassade des FTM-Gebäudes am Kaiser-Max-Platz.

Großbaustelle Eisstadion

Darüber hinaus offenbare sich das Eisstadion mehr und mehr als Großbaustelle, da in den vergangenen zehn bis 20 Jahren nichts am Gebäude gemacht worden sei. „Das ist ein Fass ohne Boden!“, betonte der Bürgermeister. So habe das Gebäude zum Beispiel keinen Blitzschutz und es komme an mehreren Stellen zu Wassereinbrüchen im Dach.

Die Arbeiten liefen neben der Umrüstung auf die LED-Beleuchtung zwar auf Hochtouren, aber „wir werden in den nächsten Jahren noch richtig Geld in die Hand nehmen müssen“. Eichstetter betonte in diesem Zusammenhang, am Eisstadion vor dem Hintergrund seiner Geschichte und der großen Bedeutung für den Eishockey- und Curling-Sport unbedingt festhalten zu wollen. „Wir müssen die Historie zum jetzigen Stand erhalten“, betonte er.

Um künftig bei den Energiekosten Einsparungen zu erzielen, plane er den Bau eines Blockheizkraftwerkes am Eisstadion. „Wir haben extrem hohe Energiekosten“, erläuterte er. Durch das Blockheizkraftwerk könnten aber künftig Millionen Euro an Energiekosten eingespart werden.

mm

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