"Viele leiden unter dem Verkehr"

Ausbau B17 bei Schwangau: Verkehr soll langsamer fließen

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Bereits im November hat das Staatliche Bauamt Kempten an der B17 gearbeitet. Im kommenden Jahr soll nun die Ortsdurchfahrt Schwangau erneuert und verschönert werden. Dabei wird unter anderem der Fuß- und Radweg verbreitert.

Schwangau – Der Ausbau der B17 wird „das große Projekt 2020 sein“, erklärte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) am Donnerstag bei der Bürgerversammlung im Schlossbrauhaus.

Nachdem das Staatliche Bauamt Kempten heuer bereits an der Staatsstraße gebaut hatte, um den Verkehrsfluss an der „Horner Gabel“ zu verbessern (der Kreisbote berichtete), soll die Straße im kommenden Jahr in der Ortsdurchfahrt neue Leitungen und einen neuen Belag bekommen. Und weitere Änderungen stehen an, um den Verkehr zu verlangsamen und so für weniger Lärm zu sorgen, erklärte Rinke.

Ein Schritt, der nach Ansicht vieler Schwangauer dringend nötig ist, wie sich auch bei der Bürgerversammlung zeigte. „Viele wohnen da und leiden unter dem Verkehr“, weiß der Schwangauer Rathauschef. Deshalb sagte die Gemeinde zu, als das Staatliche Bauamt Kempten an sie herantrat und fragte, ob sie bei den Bauarbeiten an der B17 mitmachen will. In dem Zug werden laut Staatlichem Bauamt Leitungen neu verlegt und die Entwässerung verbessert. 

Neben einem neuen Belag soll unter anderem auch die Fahrbahn verschmälert werden, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Im Gegenzug soll der begleitende Fuß- und Radweg an der Südseite, der laut Rinke sehr schlecht sei, breiter werden. Mittlerweile wurde ein Planer dafür beauftragt und das Staatliche Bauamt habe einen Förderantrag gestellt, informierte Rinke. „Wir warten auf die Förderzusage.“ 

Erst danach könne die Behörde die Arbeiten ausschreiben. Läuft alles nach Plan, sollte Ende 2019 die Förderzusage eintrudeln. Dann könnten Anfang 2020 die Arbeiten ausgeschrieben werden. Stehen die Eckpunkte fest, werde die Gemeinde die Bürger über den genauen Ablauf und den Zeitpunkt, wann die Straße gesperrt wird, informieren, so Rinke. 

Kein Flüsterasphalt

Das hier dringend was getan werden müsse, forderte ein Anwohner in der anschließenden Aussprache. Lärmmessungen hätten ergeben, dass Autos, die dort mit 50 km/h unterwegs sind, 60 Dezibel laut seien. Motorräder bringen es demnach auf 70, Lkws sogar auf 78 Dezibel. Zum Vergleich: Wenn man einen Rasenmäher in der Küche anstecke, komme der auf 80 Dezibel, erklärte der Schwangauer. 

Deshalb bat er, Flüsterasphalt als neuen Straßenbelag zu verwenden. „Der wird bestimmt dazu beitragen, dass es leiser wird“, meinte er. Doch dem erteilte Rinke eine Absage. Genau das hatte die Gemeinde bereits beim Staatlichen Straßenbauamt gefordert. Das lehne aber Flüsterasphalt ab, weil die Rollgeschwindigkeit nicht passe und auch der Abrieb zu stark sei. 

Den anderen Vorschlägen des Schwangauers stand er jedoch offen gegenüber. Den Blitzer, der derzeit in der Tirolerstraße in Füssen stehe, habe die Gemeinde schon beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland für die B17 angefordert. Und über die Idee, „Bitte leiser fahren“-Schilder aufzustellen, werde die Gemeinde „gerne nachdenken“, so der Schwangauer Rathauschef. 

Allgemein habe die Gemeindeverwaltung bei allen Maßnahmen bezüglich der B17 den Schutz der Anwohner im Blick. „Wir werden jedes Mittel nutzen, um die Belastung zu reduzieren“, so Rinke. Ob dabei aber Radarkontrollen eine nachhaltige Entlastung bringen werden, da hatte ein anderer Bürger so seine Zweifel, wie er erklärte. Die Gemeinde sollte besser Schilder aufstellen, die vor einer Radarüberwachung warnen. „Das hat wahrscheinlich einen größeren Effekt, als die drei Wochen Kontrolle.“ 

Höhe angleichen

Doch nicht nur zu schnell fahrende Autos seien Schuld an dem Lärm, sondern auch die Topographie, ist er überzeugt. „Die Straße liegt wesentlich höher als die anliegenden Häuser.“ Deshalb sollte die Straße auf ein normales Niveau gebracht werden. „Das geben wir gerne weiter“, meinte der Schwangauer Rathauschef. Die Gemeinde werde beim Planer nachfragen, welchen Effekt das hätte. „Die Warnschilder nehmen wir gerne an.“ Nur sei dafür das Staatliche Bauamt Kempten zuständig. „Wir als Gemeinde können das nicht entscheiden.“

kk

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