Bundestagskandidaten diskutieren in Füssen über die Energiewende, Landwirtschaft und Ressourcenverbrauch

Hilfe für kleinbäuerliche Betriebe

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Beppo Zeislmeier (v. l.) moderiert die Podiumsdiskussion der Bundestagskandidaten Susanne Ferschl, Stephan Stracke, Pascal Lechler und Dr. Günter Räder.

Füssen – Über die Themen „Energiewende“, „Mobilität“, „Landwirtschaft“ und „Ressourcenverbrauch“ haben am Montag die Bundestagskandidaten Susanne Ferschl (Linke), Stephan Stracke (CSU), Pascal Lechler (SPD) und Dr. Günter Räder (Grüne) gut zwei Stunden lang im Haus der Gebirsjäger diskutiert.

Zu dieser Podiumsdiskussion hatte der Bund Naturschutz Bayern eingeladen. Diese drehte sich dabei um die Frage, welche Rolle Natur- und Umweltschutz in der Politik spielt. Am Ende der gut zweistündigen Podiumsdiskussion lobte Moderator Beppo Zeislmeier die vier Bundestagskandidaten für „ihre Disziplin“.

So hielten sich die Politiker bei ihrer Debatte ziemlich genau an die vorgegebene Redezeitbeschränkung von zwei, drei Minuten. Dabei drehte sich das Gespräch nicht „nur um die Natur“, wie der zweite Vorsitzende der Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren vom Bund Naturschutz, Hans Hack, zu Beginn des Abends angekündigt hatte. Bezahlbare Energiewende Lechler, Stracke, Ferschl und Räder nahmen Stellung zu in den vier Themenblöcke „Energiewende“, „Mobilität“, „Landwirtschaft“ und „Ressourcenverbrauch“.

So unterstrich Stracke, dass bei der Energiewende „die Sicherheit, Sauberkeit und Bezahlbarkeit“ wichtig seien, während er zudem die „steuerliche Förderung von energetischen Maßnahmen“ befürworte. Nach Meinung Lechlers müsse die Energiewende ebenfalls „bezahlbar“, wie auch „umweltfreundlich und verlässlich“ sein, während Räder eher allgemein formulierte, dass man sie „mit Verstand angehe“ müsse, da sie derzeit verhungere. 

Ferschl bezeichnete die Energiewende schließlich als „dann gerecht, wenn sie sozial ist.“ So setze sich ihre Partei dafür ein, „die Stromversorgung stärker in die öffentliche Hand“ zu geben, um sie bezahlbar zu machen. Quote abgelehnt Einig waren sich die Diskutanten, was eine europaweite Quotierung in puncto E-Mobilität angeht. Alle vier lehnten sie ab. 

Lechler erachtete sie als „nicht sinnvoll“, während Räder sie „nur ein Kratzen an der ganzen Thematik“ nannte. Insgesamt müsse seiner Auffassung nach die „emissionsfreie Mobilität“ gesteigert werden, was auch Ferschl ähnlich sah, die sich für „eine Verkehrswende“ aussprach. Demzufolge forderte sie, „mehr Verkehr auf die Schiene“ zu verlagern. 

„Nur auf E-Mobilität zu setzen, wäre nicht klug“, betonte dagegen Stracke, der gleichwohl „ambitionierte Abgasvorschriften“ unterstütze. Hier sehe er aber die Industrie in der Pflicht, die „jetzt gefordert“ sei. Ähnlicher Meinung waren die vier auch beim Thema Erhalt kleinbäuerlicher Betriebe im Allgäu. Damit stieg die Gesprächsrunde in den Themenblock „Landwirtschaft“ ein, die einige der ungefähr 60 Besucher ganz besonders zu interessieren schien. So versicherte Stracke bäuerlichen Familienbetrieben ebenso seine Unterstützung wie es seine politischen Kontrahenten taten.

Zu viel Flächenverbrauch

Schließlich sollten „Landwirte ihr Auskommen haben“, erklärte Stracke, während Lechler hier einen „Gleichklang von Umwelt-, Natur- und Tierschutz“ im Sinne des Verbraucherinteresses anmahnte. Räder verlangte in diesem Zusammenhang die „Schonung der Artenvielfalt und des Grundwassers“, wogegen Ferschl sich ähnlich wie Lechler explizit wünschte, dass das Agrarland in den Händen der kleinen Bauern bleibe und nicht ausschließlich in den Besitz großer Konzerne übergehe.

 Letzter Diskussionspunkt dieses Abends war das Thema „Ressourcenverbrauch“. Hier vertraten die vier Bundestagskandidaten übereinstimmend die Ansicht, dass „der Flächenverbrauch zu hoch“ sei, so Lechler, beziehungsweise „verringert werden“ solle, wie Räder forderte. Und während Ferschl sagte, dass der Flächenverbrauch „viel zu groß“ sei, betonte Stracke: „Die Versiegelung ist deutlich zu viel.“ Daher sprachen sich die Politiker für bundesweit einheitliche Regeln gegen den Verbrauch von Grund und Boden, etwa für Parkplätze und Gewerbeflächen aus. Ob sie dem Wunsch einer Besucherin damit ausreichend entsprachen, die an alle vier appellierte, „den Umweltschutz und nicht die Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen“, dürfte an diesem Abend offen geblieben sein.

lex

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