"Kreativpreis 2020" für Angl

Bund der Steuerzahler zeichnet Lechbrucks Ex-Bürgermeister Helmut Angl aus

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Helmut Angl (Mitte) erhält den „Kreativpreis 2020“ von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (rechts) und Präsident Rolf Baron von Hohenau.

Lechbruck/München – Gehörte die Gemeinde Lechbruck 2008 noch zu den am höchsten verschuldeten Kommunen im Freistaat, übergab Ex-Bürgermeister Helmut Angl seinem Nachfolger Werner Moll im April eine praktisch schuldenfreie Gemeinde.

Dafür erhielt Angl vergangene Woche den „Kreativpreises 2020“ des Bundes der Steuerzahler in Bayern. Die Laudation hielt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW).

Rolf Baron von Hohenhau, Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern, betonte, dass Angl für seinen „vorbildlichen Einsatz im Sinne der Steuerzahler“ den „Kreativpreis 2020“ erhalte. Wegen der Corona-Krise fand die Verleihung lediglich im kleinen Rahmen im Münchner Wirtschaftsministerium statt.

Beeindruckende Lebensleistung

Helmut Angl war zwölf Jahre lang Rathauschef der knapp 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Lechbruck. Ende April 2020 endete die Amtszeit des 68-jährigen Kommunalpolitikers (der Kreisbote berichtete mehrfach). Seine Lebensleistung sei, so von Hohenhau, insgesamt beeindruckend: 42 Jahre im Berufsleben von der Lehre bis zum Sparmarktinhaber ab 1972 sowie zwölf Jahre Bürgermeister – das mache zusammen 54 Arbeitsjahre. Dass der Preisträger nie eine 40-Stunden-Woche gehabt habe, sei durch die Recherchen anlässlich der Preisverleihung deutlich geworden.

Der Geehrte habe zu Beginn seiner Amtszeit im Lechbrucker Rathaus alle Kosten auf den Prüfstand gestellt und dann den beeindruckenden Schuldenabbau eingeleitet. Lechbruck sei bei seinem Amtsantritt mit 14,7 Millionen Euro Belastung die am höchsten verschuldete Gemeinde Bayerns gewesen und sei jetzt schuldenfrei, blickte der Präsident auf Angls Wirken zurück. Mehr noch: die Gemeinde habe zwar 3,1 Millionen Euro Schulden, verfüge aber über Rücklagen von sechs Millionen Euro. Diese zunächst unverständliche Diskrepanz ergebe sich dadurch, dass eine Bank der vorzeitigen Tilgung nicht zugestimmt habe, erläuterte von Hohenau.

Chefsache Tourismus

Den Tourismus in der Flößergemeinde habe Angl ebenfalls sofort zur Chefsache gemacht. Damals zählte die Gemeinde 206.000 Übernachtungen pro Jahr. 2019 waren es bereits 365.000. Damit verbunden sei die Schaffung zahlreicher neuer Arbeitsplätze. Inzwischen ist jeder Dritte in der Kommune im Tourismus beschäftigt. Von 630 Arbeitsplätzen, der Situation bei Amtsantritt von Angl, verfüge die Gemeinde heute über 900 Arbeitsplätze und das dank der Devise des Geehrten „Alte Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen“.

Weitere entscheidende Gründe für die Verleihung des diesjährigen Preises an den Ex-Bürgermeister der Flößergemeinde seien die Senkung der Grundsteuer von 450 auf 370 Punkte sowie ein tragbarer, gleichbleibender Gewerbesteuer-Hebesatz von 320 Prozent gewesen. Mit diesen und weiteren Verdiensten habe sich Angl in besonderer Weise um die Steuerzahler verdient gemacht, lobte von Hohenau.

Dank an Lechbrucker

Laudator Hubert Aiwanger sagte: „Helmut Angl hat sich den Kreativpreis des Bundes der Steuerzahler redlich verdient. Die Fokussierung auf den Tourismus war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Den Fremdenverkehr zu stärken hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde Lechbruck am See heute praktisch schuldenfrei ist!“ Zwar treffe die Corona-Krise auch die Flößergemeinde hart, fuhr der Wirtschaftsminister fort. „Gleichzeitig sehen wir aber auch: Urlaub bei uns im Freistaat ist beliebter als je zuvor. Für einen erholsamen und abwechslungsreichen Urlaub muss man nicht um die halbe Welt reisen.“ Er sei deshalb optimistisch, dass die Gemeinde Lechbruck den eingeschlagenen Weg weiter erfolgreich gehen werde.

Löwe aus Bronze

Nach Überreichung des Preises in Form eines Löwen aus Bronze mit entsprechend würdigender Inschrift gab Bürgermeister Angl den Dank und die Anerkennung auch an die jeweils mitentscheidende Gemeinderatsmehrheit sowie an die Lechbrucker weiter. Ohne Mittragen seines unternehmerisch geprägten Kurses wäre die Erfolgsbilanz von Lechbruck als leistungsstarke und schuldenfreie Tourismusgemeinde nicht möglich gewesen. Was er gerne noch geschafft hätte, wäre das Ausbaggern des Oberen Lechsees und ein neues Feuerwehrhaus gewesen. Vorhaben die jetzt sein Nachfolger in Angriff nehmen müsse (der Kreisbote berichtete). Sein Fazit nach zwölf Jahren als Bürgermeister: „Es ist ein schönes und verantwortungsvolles Amt, nur vergnügungssteuerpflichtig ist es nicht.“ Den „Kreativpreis“ des Bundes der Steuerzahler werte er als Bestätigung, dass er mit dem Geld der Lechbrucker sparsam und verantwortungsbewusst umgegangen sei.

kb

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