Bundesanstalt reicht neue Nachverdichtungspläne für die Froschenseestraße ein 

Füssener „Wohnbauoffensive“: Konstruktive Gespräche

Wohngebiet in Füssen von oben
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Auf drei verschiedenen Grundstücken nördlich der Allgäu-Kaserne möchte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nachverdichten. Ihre Pläne für das Grundstück an der Froschenseestraße hat sie nun überarbeitet.

Füssen – Deutlich nachgebessert hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aus München ihre Pläne zur Wohnraumoffensive in der Froschenseestraße. Noch im Sommer war die Bauvoranfrage im Bauausschuss gescheitert. Obwohl die Räte damals grundsätzlich das Bauprojekt begrüßten, blieben seinerzeit aus ihrer Sicht noch zu viele Fragen offen, um das Vorhaben final abzusegnen. Die Stadt sollte deshalb das Gespräch mit dem Antragsteller suchen. Und das war „extrem konstruktiv“, freute sich Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) jetzt in der jüngsten Sitzung des Gremiums. 

Da die Münchner Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Rahmen der „Wohnraumoffensive“ der Bundesregierung in der Lechstadt nachverdichten möchte, hat sie im Juli eine Voranfrage für den Bau von drei Wohnblöcken auf drei verschiedenen Grundstücken im Gebiet nördlich der Allgäu-Kaserne beantragt (der Kreisbote berichtete). Dort sollten jeweils ein viergeschossiger Wohnkomplex mit 20 Wohnungen im bereits bestehenden Wohngebiet in der Ponickaustraße, der Hiebelerstraße und der Froschenseestraße inklusive Tiefgarage entstehen. Neben der weiten Entfernung zur Tiefgarage und kritisierten die Räte aber auch die Gestaltung der Häuser. Während in der Nachbarschaft vor allem dreigeschossige Häuser mit Satteldach stehen, wollte die Antragstellerin viergeschossige Gebäude mit Flachdach bauen.

Doch das hat sich mittlerweile geändert. Die überarbeiteten Pläne für das Grundstück in der Froschenseestraße seien nun städtebaulich vertretbar, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Demnach sollen hier nicht mehr ein großes Haus mit insgesamt 20 Wohneinheiten, sondern drei kleinere Gebäude mit insgesamt 24 Wohnungen entstehen. Die Gebäude sollen jeweils nur noch drei Geschosse und ein Satteldach haben. Damit muss für das Vorhaben kein eigener Bebauungsplan aufgestellt werden, was für den Antragsteller schneller geht, informierte Bauamtsleiter Armin Angeringer. „Es werden Mietwohnungen zu noch einigermaßen günstigen Konditionen geschaffen.“ Ein Gebäude ist im Eckbereich der Welfen- und Froschenseestraße vorgesehen. Das müsse jedoch wie die Bestandsgebäude einen größeren Abstand zur Straße einhalten. „Wir denken, dass das in der weiteren Umsetzung so gemacht wird.“

34 Parkplätze

Da sechs der neuen Wohnungen, die im Dachgeschoss liegen, eine Fläche von 30 Quadratmeter unterschreiten, brauchen sie laut Satzung nur einen Stellplatz. 34 Parkplätze entstehen in der neuen Tiefgarage, die laut den Plänen im Bereich der beiden neuen Gebäude an der Ostseite angesiedelt wird. „Zahlenmäßig ist der Gesamtnachweis ausreichend“, heißt es dazu in den Sitzungsunterlagen.

Auch beim Thema Spielplätze hat die Bauherrin nachgebessert. Denn nun ist ein zusätzlicher Spielplatz für die Altersgruppe drei bis sechs Jahre im Innenhof zwischen dem Bestandsgebäude und den zwei Neubauten angedacht. Weiterhin soll für Kinder bis zwölf Jahre der bestehende Spielplatz, der ursprünglich für eine zusätzliche Bebauung vorgesehen war, als eine Art Abenteuerspielplatz ausgebaut werden. Unter Umständen könnten hier auch Kinder, die nicht in der Anlage wohnen, spielen. Die genauen Regeln dafür müssen aber noch vereinbart werden.

Lob und Kritik

„Jetzt sieht es gut aus“, meinte Dr. Martin Metzger (BfF) zu der Umplanung. Kritisch sah er jedoch die große Entfernung zwischen der Tiefgarage und dem Gebäude im Nordwesten. „Da parkt keiner“, meinte er. Der Rathauschef konnte diese Kritik zwar nachvollziehen. Aber: „Bei einer Nachverdichtung müssen wir einen Kompromiss finden.“

Ideen, um die Wohnqualität zu verbessern, hatten dagegen die beiden Stadträte Jürgen Doser (FWF) und Dr. Christoph Böhm (CSU). Während Doser Gauben vorschlug, sprach sich Böhm für ein Mansardendach aus. Dann hätte der Bewohner richtige Fenster und trotzdem mehr Wohnraum, so Böhm.

Doch diesem Vorschlag erteilte Bauamtsleiter Angeringer eine Absage. „Rein optisch ist das nicht die Lösung, die wir aktiv vorschlagen würden.“Außerdem wären die Gebäude dann wieder viergeschossig, wofür die Stadt erst einen Bebauungsplan aufstellen müsste. Aber: „Gauben wären möglich.“

Vor diesem Hintergrund stimmten die Ratsmitglieder der die Bauvoranfrage mit der Variante für drei Gebäude einstimmig zu.

kk

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