Bundeswehr übt am Hopfensee den Ernstfall und versetzt Bevölkerung in Angst und Schrecken

»Wilde Schießerei« am Füssener Hopfensee

Soldaten bei einer Übung
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Eine Spähtruppübung im Rahmen einer Spezialausbildung der Bundeswehr sorgt am Montagabend für erheblichen Aufruhr in Hopfen am See.

Füssen – Schüsse, mehrere Salven aus einem Maschinengewehr und Autos, die flüchtenden Personen hinterherjagen: Am Montagabend ging es in Hopfen rund. Was war da los? Rechneten rivalisierende Banden miteinander ab? Oder lieferte sich die Polizei mit Verbrechern im sonst so beschaulichen Hopfen eine heiße Verfolgungsjagd? Mitnichten. Die Bundeswehr übte nur den Ernstfall.  

Am Montagabend gegen 19.30 Uhr standen die Telefone in der Polizeiinspektion (PI) Füssen und der Füssener Stadtverwaltung nicht mehr still. Zahlreiche besorgte Bürger riefen bei den Beamten an und meldeten eine „wilde Schießerei“ in Hopfen, berichtet PI-Leiter Edmund Martin auf Nachfrage des Kreisbote.

Dort liefen Szenen wie in einem Hollywood-Actionfilm ab: Mehrere Minuten lang waren demnach im Bereich der Uferstraße Maschinengewehrsalven zu hören. Manche Anwohner reagierten sofort: Sie löschten in ihren Wohnungen das Licht und warfen sich zu Boden. Andere hatten wiederum beobachtet, wie Zivilfahrzeuge einige Personen verfolgten, die davonrannten.

Am Ende stellte sich das alles jedoch als ganz harmlos heraus: Weder war die Polizei im Einsatz noch hatten sich rivalisierende Banden ein Gefecht geliefert, wie besorgte Bürger vermutet hatten. Die Bundeswehr, genauer das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 aus Füssen, hatte nur den Ernstfall trainiert – und diese Übung auch angemeldet, so die Polizei. Im Zuge einer Spezialausbildung mit Spähtrupps fand eine „Abschlussübung mit Feindkontakt“ statt, bei der auch Zivilfahrzeuge zum Einsatz kamen. Die Soldaten verfolgten die „Täter“, schossen mit Platzpatronen und nahmen diese am Ende auch fest.

Gar nicht gut kam diese Aktion allerdings bei Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) an. Der Rathauschef zeigte sich gegenüber unserer Zeitung verärgert.

Das Gebirgsaufklärungsbataillon 230 teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass es sich bei der Übung um ein regulär beim Landratsamt angemeldetes Training gehandelt hat, bei dem lediglich Manövermunition (Platzpatronen) verwendet wurden. „Zusätzlich zur, normalerweise üblichen Bekanntgabe (vom Landratsamt an die Gemeindeblätter zur Information der Bevölkerung) wird in Zukunft noch mehr Augenmerk auf gute Kommunikation gelegt“, teilte die Presseabteilung des Bataillons mit.

kb

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