Vor allem der Standort Füssen soll profitieren 

Bundeswehr im Allgäu: Ein Topf mit viel Geld

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Zu den großen Profiteuren der Bauoffensive der Bundeswehr gehört der Standort Füssen. Bereits Anfang April erfolgte der Spatenstich für den Bau einer neuen Kletterhalle in der Allgäu Kaserne durch Marco Lehmann (v. l.), Bauamts-Leiterin Cornelia Bodenstab, Bürgermeister Paul Iacob und der damalige Kommandeur der Gebirgsaufklärer, Marc Paare.

Kaufbeuren/Füssen – Nicht alle Besucher bekamen einen Sitzplatz. Wenig verwunderlich, denn nicht oft werden Unternehmen eingeladen, ein Auftragsvolumen der öffentlichen Hand in Höhe von insgesamt über 620 Millionen Euro über zehn Jahre unter sich aufzuteilen.

Dementsprechend groß war jetzt das Interesse bei einer Informationsveranstaltung des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (­BAIUDBw), das mit den Staatlichen Bauämter Augsburg, Kempten und Weilheim sowie weiteren Behörden eingeladen hatte. 

Etwa 300 Vertreter von Unternehmen aus dem Allgäu und ganz Schwaben waren der Einladung in das Kino des Kaufbeurer Fliegerhorstes gefolgt. Betroffen sind elf Bundeswehrstandorte in Schwaben und dem westlichen Oberbayern. „Durch die Trendwende bei Personal und Infrastruktur werden wir in nächster Zeit viel investieren“, sagte Oberst Hans-Jürgen Neubauer, der Leiter des BAIUDBw Kompetenzzentrum Baumanagement München. 

Eingangs begrüßte Cornelia Bodenstab vom Staatlichen Bauamt (StBA) Kempten die Interessenten und stellte zunächst das Aufgabenspektrum ihrer Behörde als Teil der Bayerischen Staatsbauverwaltung vor. Insgesamt umfasst diese 22 Staatliche Bauämter in Bayern, die im Auftrag von Bund und Land Gebäude planen und bauen. Die Investitionen im Hochbau betrugen allein 2018 rund 1,7 Milliarden Euro und waren damit eine der größten Auftraggeber für die bayerische Bauwirtschaft.

 Die Leiter Ulrich Blickle (StBA Augsburg) und Peter Aumann (StBA Weilheim) stellten ebenfalls ihre zu betreuenden Standorte vor. Die drei Bauämter betreuen den Südwesten Bayerns und nehmen für die Bundeswehr und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in den bayerischen Kasernen umfangreiche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen sowie Bauunterhaltsmaßnahmen vor. In den kommenden fünf Jahren wird dort ein Volumen von über 300 Millionen Euro umgesetzt.

Dabei handelt es sich um Unterkunfts-, Büro- und Wirtschaftsgebäude, Ausbildungseinrichtungen, Luftfahrzeug-, Fahrzeug-, Werk- und Lagerhallen sowie Sonder- und Verkehrsinfrastruktur. Den Schwerpunkt bilden hierbei die Standorte Altenstadt, Füssen, Kaufbeuren, Landsberg, Murnau, Mittenwald, Pöcking, Sonthofen und Untermeitingen. 

Andreas Felk, technischer Referent beim BAIUDBw, stellte die einzelnen Baumaßnahmen nach den vier Feldern Grundlagenermittlung, Planung und Vergabe bis zur Bauausführung vor.

 Für die drei staatlichen Bauämter Kempten, Augsburg und Weilheim seien 222 Baumaßnahmen mit einem Volumen von etwa 620 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre identifiziert, die den Unternehmen auch Planungssicherheit gebe.

 440 Millionen Euro liegen für Schwaben in der Zuständigkeit der StBA Kempten und Augsburg, 180 Millionen Euro für das westliche Oberbayern beim StBA Weilheim. Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von über 60 Prozent pro Jahr gegenüber dem Zeitraum 2014 bis 2018.

"Wir wachsen wieder"

Oberst Neubauer bedankte sich für das große Interesse bei den etwa 300 Teilnehmern von Unternehmen aus den verschiedensten Branchen aus dem südbayerischen Raum „Wir wollen mit dieser Veranstaltung etwas positiv bewegen und ganz bewusst Ihr Interesse auf die Bundeswehr lenken. Mit der Trendwende bei Personal und Infrastruktur durch das BMVg erleben wir einen Wandel und damit einhergehend eine positive Weichenstellung – wir wachsen wieder!“

Durch klare Aufgabenstellungen für den Einsatz brauche die Bundeswehr hochmoderne Ausbildungseinrichtungen mit adäquaten Einzelunterkünften, da die Streitkräfte bei der Nachwuchsgewinnung in Konkurrenz zu anderen Behörden wie beispielsweise Polizei und Zoll stehe. 

Dies führe zum Umbau oder auch zu Neubaumaßnahmen. Die Nachteile einer etwas aufwendigeren Bewerbung würden durch die Vorzüge wie kalkulierbares Geld aufgewogen. 

Die beste Lösung

Er ermunterte die Unternehmer, sich bei den Bauämtern zu bewerben und legte Wert darauf, dass auch der Mittelstand in der Region mit eingebunden werden soll. „Wir wollen, dass Sie sich engagieren, es verstecken sich viele Einzelgewerke unter den Vorhaben“, so Neubauer, der sich als Auftraggeber „die beste Lösung für alle Soldaten“ wünscht. 

Zum Ende der Veranstaltung stellte Ralf Wölfle (StBA Augsburg) die Vergabeverfahren nach den geltenden Vergabebestimmungen sowie die Online-Vergabeplattform vor. Von der Landesbaudirektion Bayern definierte Johannes Nolte deren Aufgaben. Demnach koordiniert die Landesbaudirektion von der Staatsbauverwaltung betreuten zivilen und militärischen Hochbau- und Ingenieurbauaufgaben des Bundes im Freistaat Bayern. 

Sie berät und begleitet die 20 der insgesamt 22 Staatlichen Bauämter, die mit der Planung und Ausführung der Baumaßnahmen des Bundes betraut sind. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist als Eigentümerin aller Liegenschaften verantwortlich für Bauunterhalt und vergibt einen kleineren Teil der Investitionsmaßnahmen in Form von Einzelaufträgen in Höhe von 2000 bis 250.000 Euro an die StBA, wie Walter Kolbeck von der BImA berichtete.

wb

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