Füssener Forggenseeschifffahrt feiert am Wochenende mit einem Hafenfest und Rundfahrten ihr 60-jähriges Jubiläum

Seit 60 Jahren heißt es "Leinen los!"

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Musik oder Informationen über die Bauprojekte König Ludwigs II. erhalten die Besucher bei den Abendrundfahrten auf dem Forggensee.

Füssen – „Leinen los!“, heißt es bereits seit 60 Jahren auf dem Forggensee. Dieses Jubiläum feiert die Forggenseeschifffahrt mit einem Hafenfest.

Am kommenden Wochenende, 24./25. Juni, sind dazu Gäste aus nah und fern ebenso eingeladen wie zu Sonderfahrten. Im Programm dabei ist für Familien eine kleine Rundfahrt mit einer schönen Märchenstunde. 

Für die Mädchen und Buben in Begleitung an Bord heißt es: „Es war einmal…“ Er war jahrelang als Matrose im Einsatz und ging erst vor kurzem von Bord: Jungrentner Roland Gössl wäre aber bereit, einzuspringen, wenn ihn der Kapitän darum bitten würde, so zum Beispiel beim Jubiläum „60 Jahre Forggenseeschifffahrt“. Man sieht: der Zusammenhalt in der jeweiligen Crew ist groß.

 Mit veränderter Besatzung beginnt die Jubiläums-Saison in der Forggenseeschifffahrt: Der neu berufene Kapitän heißt Dirk Schranz. Er ist der Nachfolger von Harry Keller, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat. Mit seiner Crew freut sich Kapitän Schranz darauf, am Bootshafen eine große Passagierschar begrüßen zu dürfen. 

Großes Hafenfest

„Wir laden herzlich zu unserem Hafenfest ein“, sagt auch Helmut Schauer, Chef der Forggenseeschifffahrt im Gespräch mit dem Kreisbote. Am Samstag, 24. Juni, und am Sonntag, 25. Juni, wird jeweils ab 10 Uhr ein großes Festprogramm am Bootshafen geboten. 

Familien sind um 10.30 Uhr zur angekündigten Märchenstunde und Sonderfahrten auf dem Schiff eingeladen. Aufs Wasser geht es am Samstag und Sonntag schon um 10 Uhr. Dann startet die ersten von mehreren Rundfahrten. Serviert an Bord wird ein Weißwurst-Frühstück und Musik sorgt für Unterhaltung. 

Abends wird es romantisch am großen Stausee: Die Alphornserenade beginnt um 19 Uhr. Um 20 Uhr startet die Sonnwendfahrt. Mit an Bord sind Überraschungsgäste. Wer jedoch lieber an Land bleiben will, kann einen Nachmittag mit buntem Programm am Bootshafen verbringen.

Die städtische Forggenseeschifffahrt mit den Motorschiffen MS Füssen und der MS Allgäu blickt auf mittlerweile 60 Jahre zurück. Angeboten wird mittlerweile eine große, zweistündige Rundfahrt. Aber auch für eine kleine Rundfahrt lohnt es sich, an Bord zu gehen. 

Diese Fahrt dauert 60 Minuten. Die Fahrten mit der traditionellen Kehrtwende am Staudamm Roßhaupten erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Das zeigen die fast Jahr für Jahr steigenden Fahrgastzahlen: Fast 100.000 Gäste sind es heute, vor zehn Jahren lag die Zahl der Passagiere während der Saison bei 60.000. 

Die meisten Passagiere in den vergangenen 60 Jahren hätten es wohl auch noch länger an Bord ausgehalten. Hier versorgt sie die Crew nicht nur mit Kaffee, Kuchen, Sekt oder einem Bier, sondern der Kapitän gibt den Passagiere auch viel Wissenswertes mit auf die Fahrt. Mit bis zu zwölf Kilometer Länge und drei Kilometer Breite ist 1954 mit dem Forggensee einer der größten bayerischen Stauseen entstanden. Energiegewinnung, präventiver Schutz vor Hochwasser und auch die Sicherung des Donauwasserstands waren die Gründe für den Bau. 

Größere Schiffe

Das erste Motorboot, das im Dienste der Schifffahrt auf dem Wasser des Forggensees unterwegs war, bot lediglich 35 Personen Platz. Am 8. Juli 1980 erfolgte die Einweihung der MS Allgäu, die für 240 Passagiere geeignet ist. 1985 startete schließlich die MS Stadt Füssen, die 2001 verkauft und durch die große MS Füssen mit insgesamt 400 Plätzen ersetzt wurde. „Für 220 Passagiere ist der Salon gedacht, auf dem Freideck haben 180 Leute gut Platz“, so Ex-Matrose Roland Gössl. 

Nicht nur in Hinblick auf die 2018 „geplante Neugestaltung unseres Bootshafens“ fällt im Gespräch mit Helmut Schauer der Satz: „Für die Zukunft haben wir noch einiges vor.“ Ein Onlineticketsystem sei bereits in Planung. Wie der Amtsleiter der Forggenseeschifffahrt weiter unterstreicht, sei es der Verdienst der Mitarbeiter, dass beide Schiffe „richtig gut dastehen“. 

Partner beim großen Jubiläum am Bootshafen sind Wasserwacht, die Feuerwehr Füssen, die Wasserschutzpolizei und nicht zuletzt Füssener Vereine. Die Besucher bekommen typische Einsätze zu sehen und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Dabei hoffen alle natürlich auf trockenes Wetter, denn auf dem Sonnendeck sei es „am Schönsten“, wie man während und nach den Rundfahrten immer wieder von den Fahrgästen hört.

Chris Friedrich

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