Neue Attraktion auf Ehrenberg

Burgruine Ehrenberg: Arbeiter finden einen 500 Jahre alten Fluchtstollen

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Durch Zufall wird bei Arbeiten an einer Wehrmauer der Burgruine Ehrenberg der Ausgang des Felsganges entdeckt.

Reutte – Mit sichtlichem Stolz präsentierte „Burgherr“ Armin Walch vergangene Woche einen Überraschungsfund auf „seiner“ Ruine Ehrenberg: Bei Grabungsarbeiten für das Fundament für eine absturzgefährdete Wehrmauer fanden die Arbeiter durch Zufall den Ausgang eines spektakulären Felsganges.

Erste burgenkundliche Untersuchungen weisen auf einen Ausfall- oder Fluchtstollen hin, der Teil des Verteidigungskonzeptes der frühen Burgenanlage, vor 1550, gewesen sein müsste.

Aufwendig in den Naturfelsen getrieben, sind die Stufen des steilen Felsganges aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet. Für Fachleute des Bundesdenkmalamts und für Burgenforscher stellt dieser Zufallsfund eine burgenkundliche Besonderheit dar. 

„Das Hausmeisterteam auf Ehrenberg hat mit großer Anstrengung den komplett verschütteten Felsgang ausgegraben und er ist nun im vollen Umfang begehbar“, erklärte Walch. „Allerdings müssen noch Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, bevor der Felsgang als weitere Attraktion von den Besuchern der Ruine Ehrenberg begangen werden kann“, so der Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg bei der Präsentation gegenüber den zahlreichen Pressevertretern. 

Viel Eigenleistung 

Ein umfangreiches Projekt „Sicherung, Sanierung und Rekonstruktion des historischen Felsganges bei der Ruine Ehrenberg“ ist bei den Förderstellen des Landes Tirol eingereicht worden. Alle Maßnahmen sind mit den Grundeigentümern abgestimmt. Die Grabungsarbeiten für das Freilegen des Felsganges wurden als Eigenleistung des Vereins Burgenwelt Ehrenberg vorgenommen. 

Die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen von etwas über 100.000 Euro sollten vom Land, Bund, Gemeinde, Tourismusverband und Verein Burgenwelt aufgebracht werden. 

Neuer Rundweg 

Als Signal für einen Neustart auf Ehrenberg wollte Vereinsgeschäftsführer DI Armin Walch die Präsentation verstanden wissen. Der neue Felsgang wird mit der Aussichtsplattform am Dürnitz, der Rekonstruktion des Wehrganges im Vorhof der Ruine und dem Falkenturm einen Rundweg an spektakulären Besichtigungspunkten bilden und den Besucher durch die Burgruine Ehrenberg führen. 

Elemente der Wissensvermittlung zur Verteidigungskonzeption der Burg Ehrenberg werden dem Besucher „nebenbei und selbsterklärend“ einen kulturellen Mehrwert beim Besuch der Ruine mitgeben. Mit der Eröffnung ist allerdings erst im Herbst 2020 im Rahmen des Reuttener „Bergherbstes“ zu rechnen. Dann gibt es auf der Burgruine Ehrenberg wieder eine neue touristische Attraktion. 

Nach zehn Wochen massiv eingeschränkter Freiheiten durch die Corona-Krise warten auf die Besucher der Burgenwelt ab kommenden Freitag, 29. Mai, verschiedene Wiedereröffnungsangebote. Vor allem für Familien und Kinder wurde ein spezielles Programm erarbeitet, das einen unvergesslichen Tag auf Ehrenberg erlebbar machen soll. Für einen Besuch spricht außerdem das Sagenverließ mit Familientheater und der Ritter-Rüdiger-Themenspielplatz.

niko

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