Erneute Diskussion im Stadtrat

Eine Lösung ist in Sicht

+
Viele Busse steuern das Seehotel Weißensee an, um dort ihre Gäste abzusetzen. Doch die Parkplatzsituation dort ärgert nicht nur Anwohner, sondern auch einige Stadträte.

Füssen – Seit etwa einem Jahr kritisieren vor allem die Weißenseer Stadträte regelmäßig die Parkplatzsituation am Seehotel Weißensee.

Nun bohrten sie in der jüngsten Sitzung des Stadtrats erneut nach, da die Situation vor Ort nach wie vor „untragbar“ sei. Und tatsächlich ist offenbar endlich Abhilfe in Sicht. Bei Touristen aus Asien steht der Gasthof Weißensee mittlerweile mit an der Spitze ihres Ausflugsprogramms ins südliche Ostallgäu.

Denn neben einem Asia-Restaurant lockt der Gasthof die Urlauber aus Fernost mit einem Souvenirshop speziell für Gäste aus China und Japan. Dementsprechend oft fahren Busse mit Reisegruppen aus diesen Ländern mittlerweile das Hotel am Seeufer an. Von bis zu zehn Bussen statt der erlaubten sechs bis acht berichtete der Weißenseer Stadtrat Christian Schneider jetzt. 

Auch das Parken und Wenden klappt offenbar nicht immer so, wie eigentlich vorgesehen, was gelegentlich zu gefährlichen Situationen auf der dort engen und unübersichtlichen B310 führt. Deshalb hatte der Bauausschuss auch nur mit Bauchschmerzen und Auflagen der Einrichtung des Souvenirshops zugestimmt (der Kreisbote berichtete). 

Verknüpft war das Einvernehmen der Stadträte mit einem Busparkkonzept, das die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer vor Ort gewährleistet. Dieses sah und sieht vor, dass die Busse den Gasthof ausschließlich aus Richtung Weißensee anfahren dürfen. Außerdem soll ein Einweiser die Busse auf die Parkplätze lotsen. 

Späte Genehmigung 

Was auf dem Papier zunächst einmal ganz vernünftig klingt, hat in der Praxis aber einen Haken – das Konzept wurde bislang anscheinend nicht umgesetzt. Das kritisierten zumindest in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments die Weißenseer Ratsmitglieder, die im Vorfeld der Sitzung beantragt hatten, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen und dem Gasthof-Betreiber neuerlich Druck zu machen. „Für die Leute, die dort wohnen, ist das nicht mehr zum Lachen“, sagte Christian Schneider von Füssen-Land. „Es müsste schnell etwas gemacht werden“, ergänzte CSU-Kollegin Ursula Lax.  

Doch warum ist das Konzept vom Gasthof-Betreiber bislang noch nicht umgesetzt worden? Eine Antwort darauf wusste Dr. Christoph Böhm (CSU), der nach eigenen Angaben mit dem Gastwirt gesprochen habe. Demnach habe das Landratsamt seine Genehmigung für den Andenkenladen erst im Mai erteilt. Das Parkkonzept kurzfristig in der Hauptsaison umzusetzen, sei wegen des Betriebs nicht möglich gewesen. Nun, in der Nebensaison, solle dies aber endlich geschehen.

 „Ich gehe davon aus, dass er das jetzt umsetzt“, sagte auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der sich in der Vergangenheit ebenfalls schon häufiger über die Situation vor Ort geärgert hatte.

 Anderen Stadträten ging das aber nicht weit genug. So forderte Dr. Martin Metzger (BfF), dass die Füssener Polizei dort kontrollieren sollte. Das sei allerdings nicht möglich, teilte ihm Iacob mit. Dafür fehle es der Füssener Polizeiinspektion einfach am Personal, erklärte er. Stattdessen wolle er noch einmal das Gespräch mit dem Betreiber suchen, damit nun tatsächlich endlich Bewegung in die Angelegenheit komme. Bernhard Eggensberger (Füssen-Land) regte dagegen an, die städtische Stellplatzsatzung in Bezug auf Busse prüfen zu lassen.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Dank an Allgäuer Bergretter
Dank an Allgäuer Bergretter
Alles für die Braut
Alles für die Braut
Drogen in Wohnwagen gefunden
Drogen in Wohnwagen gefunden
"Feuer" im Museum
"Feuer" im Museum

Kommentare