"Ein einprägsames Jahr"

Forggensee-Schifffahrt fährt 2018 Verlust von einer halben Million Euro ein

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Im vergangenen Jahr zogen die MS Füssen und die MS Allgäu wieder ihre Runden auf dem Forggensee. 2018 jedoch mussten sie aufgrund der Staudammsanierung bei Roßhaupten auf dem Trockenen bleiben.

Füssen – Das Jahr 2018 hat ein „tiefes Loch“ in die Finanzen der Forggensee-Schifffahrt gerissen. Da der Kraftwerksbetreiber uniper den Staudamm bei Roßhaupten sanieren musste und es anschließend zu wenig regnete, um den See voll aufzustauen, blieben die MS Allgäu und die MS Füssen bekanntlich auf dem Trockenen.

Die Folge: Ein Jahresverlust von rund 547.000 Euro. Das gab Schifffahrtsleiter Helmut Schauer am Dienstag im Werkausschuss bekannt. Aber: „Es geht wieder bergauf.“ 

Am Ende ist die Forggensee-Schifffahrt doch noch mit einem blauen Auge davongekommen: Sprach Schauer anfangs von einem drohenden Verlust von einer Million Euro durch die Staudammsanierung bei Roßhaupten, wurden es am Schluss doch „nur“ rund 547.000 Euro.

Dennoch reißt dieser Fehlbetrag ein „tiefes Loch“ in die Finanzen der Schifffahrt. Da die MS Füssen und die MS Allgäu nicht auslaufen konnten und es somit nahezu keinen Erlös aus der Schifffahrt und dem Kioskbetrieb gab, erzielte der Städtische Eigenbetrieb im vergangenen Jahr nur „sehr überschaubare Einnahmen“ von rund 2500 Euro (geplante Umsätze und Erträge: rund 1,06 Million Euro), erklärte Schauer. Diese setzten sich aus dem Verkauf von Gutscheinen, einer Stromsteuererstattung sowie der Erstattung von Arbeitsaufwand von Werbemittelverteilung zusammen. Da der Städtische Eigenbetrieb erst 72 Tagen vor dem geplanten Saisonstart von der Sanierung erfahren habe, hatten die Mitarbeiter schon einiges geleistet, um die Saison vorzubereiten. „Man kann eine Saison nicht vier bis sechs Wochen vorher planen“, erklärte der Werksleiter. 

Dazu kamen die Fixkosten, die beispielsweise durch Versicherungen, Abschreibungen, Brennstoffe für Heizungen, Verwaltungskostenbeiträge und Werbekosten, die gegenüber dem Ansatz überwiegend konstant blieben. Große Einsparungen gelangen dem Eigenbetrieb dagegen bei den Energiestoffen, beim Einkauf von Lebensmitteln und Getränken sowie bei den Reparatureinsätzen bei den Motorschiffen. Und auch beim Personal sparte die Schifffahrt. Die Aushilfskräfte, die normalerweise zu Beginn der Saison ihre Arbeit aufnehmen, stellte die Schifffahrt nicht ein und bei den Festangestellten fand der Eigenbetrieb in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung „Top-Lösungen“, erklärte Schauer. Diese kamen in der Zeit entweder bei den Stadtwerken oder bei der Stadtverwaltung zum Einsatz. „Das hat gut funktioniert“, so der Schifffahrtsleiter. 

Dennoch belaufen sich die gesamten Aufwendungen auf rund 549.000 Euro (Ansatz: 1,06 Million Euro), so dass ein Jahresfehlbetrag von rund 547.000 Euro entsteht. Dieser wird auf neue Rechnung vorgetragen. 

"Herausragende Leistung" 

„Es war ein einprägsames Jahr was die Schifffahrt angeht“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die Mondlandschaft, die im Sommer 2018 statt der glitzernden Wasseroberfläche im Forggensee zu sehen war, war zwar für viele Einheimische und Gäste attraktiv, allerdings nicht so sehr für die Schifffahrt. Diese Zeit hätte das Personal aber dazu genutzt, um die Schiffe auf Vordermann zu bringen. „Sie stehen da wie neu. Das war eine herausragende Leistung unseres Personals“, lobte der Rathauschef. 

Und auch Ilona Deckwerth (SPD) sprach dem Personal ihre Hochachtung aus. „Danke, dass alle so mitgezogen haben. Das ist nicht selbstverständlich.“ Am Ende empfahlen die Räte einstimmig dem Stadtrat, den Jahresabschluss 2018 der Forggensee-Schifffahrt und die Behandlung des Jahresfehlbetrags abzusegnen. Außerdem soll er die Werksleitung und den Bürgermeister entlasten.

kk

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