Chili kann schwarz sein

Holzbildhauer Carl Garbe (rechts) mit Söhnchen Ben und Grafiker Gerhard Metzner in den Kunsthallen am Lech vor einem Ölgemälde ohne Titel von Friede Metzner. Foro: cf

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CHRIS FRIEDRICH, Füssen – Keiner aus der kreativen im Badischen lebenden Familie Metzner, die gemeinsam mit Freunden die Ausstellung „Blackchili“ in den Kunsthallen am Lech noch bis 22. Oktober präsentiert, hat eine Akademie besucht. Folglich fehlt hier die akademische Weihe, die „Meister- schüler“ eines Kunstprofessors genießen. Dennoch war sich das sachverständige Publikum bei der Vernissage nach einem Rundgang einig: Die ausgestellten Werke von Friede und Gerhard Metzner, der als Organisator verantwortlich zeichnet, brauchen den Vergleich mit Arbeiten von Profis nicht zu scheuen. Herbert Biller, der Pionier aus den Füssener Kunsthallen als 2004 erster Ateliermieter der ehemaligen Hanfwerke freut sich über „die besondere Intensität“, die Friede Metzner dank ihrer großformatigen Ölgemälde erzielt – klare Kompositionen mit menschliche Figuren ziehen den Betrachter wie magnetisch an. Hausherr Peter Jente hat sein Atelier gern für diese Gruppenausstellung geöffnet, die beweist, dass Chili durchaus schwarz sein kann, sprich: Jeder aus dieser Gruppe geht seine eigenen Wege, selbstbewusst gegen den Strom. Eine Einzelausstellung jedoch wäre für die sieben Künstler freilich noch zu früh gekommen. In grüne, ruhige Landschaft entführt der Grafiker Gerhard Metzner, wenn er sich am Wohnort Geisingen vom Bildschirm zur Staffelei begeben hat. Geisingen liegt bei Donaueschingen und kann draußen in der Natur aufgeschlossenen Künstlern wie Metzner offensichtlich idyllische Motive anbieten. Kontrast dazu sind Carl Garbes Holzbildhauerarbeiten. Der Zimmermann aus Burggen stellt nach seiner Premiere – zusammen mit Herbert Biller – vor zwei Jahren erneut hier aus. Garbe beeindruckt mit seinen Skulpturen. Er wagt sich in ein sensibles Spannungsfeld, in dem Vitalität und Verletzlichkeit die beiden Pole sind. Die 20-jährige Emily Metzner – sie macht in Oberammergau im zweiten Lehrjahr die Ausbildung zur Holzbildhauerin – lädt wie die mit der Familie befreundete Lyrikerin Gisela Klenner auch zum Lesen ein. Beide Künstlerinnen haben große Stellwände mit Gedichten gestaltet. Viel Zeit, in die Bilderwelt einzutauchen, ist erforderlich, wenn man beispielsweise vor den zwar auf Farben, jedoch nicht auf romantisches Gefühl verzichtenden Fotos von Silja Brunner steht. Zu bewundern ist hier nicht zuletzt auch überraschend fantasievolle Tonplastik von Hanne Rösner-Shahan – montags von 19 bis 21 Uhr, donnerstags 19 bis 23 Uhr und samstags 11 bis 16 Uhr.

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