Enge Kooperation zwischen Chirurgie und Geriatrie

Dr. Kai Scriba (links) und Dr. Claus Uecker. Foto: Friedrich

Füssen – Die Füssener Chefärzte Dr. Kai Scriba und Dr. Claus Uecker ernteten für ihren lebendig gestalteten Vortrag im Casino der Klinik starken Beifall. Thema war, warum Seniorinnen „einen speziell ausgebildeten Unfallchirurgen und einen Geriater“ brauchen.

„Die Geriatrie ist ein interdisziplinäres Feld“, sagte Uecker. „Zu meinem Team gehören folglich Physiotherapeuten, eine Sozialberaterin und weitere Fachkräfte.“ Die Hauptaufgabe bestehe darin, „alten, insbesondere den sehr alten Menschen zum Beispiel nach der Hüft-OP und dem Klinikaufenthalt zu mehr Lebensqualität zu verhelfen“, war der zentrale Satz der mit Grafiken illustrierten Ausführungen. 

40 Zuhörer 

Zu dieser Veranstaltung im Rahmen der „Patienten-Informations-Abende“ (PIA) waren 40 Besucher gekommen, die sich nach einer informativen Stunde über die am Krankenhaus Füssen eng vernetzten Abteilungen Chirurgie und Geriatrie mit Fragen an die Referenten wandten. „Wir sind ein öffentliches Haus. Alle werden hier gleich behandelt“, betonte Geriater Uecker.

Aus dem Publikum war vorher sachliche Kritik an der „Zwei-Klassen-Medizin“ und am „Profitstreben“ von privat geführten Kliniken geübt worden, die bessere Behandlung bei Zuzahlung versprechen. Kritik aus dem Besucherkreis gab es auch an den Krankenkassen. Sie würden in Sachen Reha oft ganz anders entscheiden, als es im Sinne des Patienten auf seinem Weg zurück in den Alltag wäre. Wie Uecker und Scriba beschrieben, pflegen die von ihnen geleiteten Stationen an der Klinik Füssen eine gute Nachbarschaft. „Es ist zum Wohle des Patienten, wenn er nach dem operativen Eingriff und stationärem Aufenthalt nicht in ein weiter entferntes Krankenhaus verlegt werden muss. Er kann hier in Füssen in unsere Geriatrie zum Kollegen Uecker kommen“, so der Chirurgie-Chef. 

Kurze Wege 

Uecker wiederum machte deutlich, dass Scriba, „wenn sein Rat gebraucht wird, nur ein paar Schritte zu uns hat, die er auch gerne macht.“ Die Verlegung im Füssener Haus setze selbstverständlich voraus, dass sie genehmigt worden sei. An Beispielen hatte Scriba verdeutlicht: „die chirurgischen Eingriffe erfolgen schonend“. Bei Implantaten erhalte jeder in der Klinik Füssen „die beste Qualität“. Der alte Satz „Großer Schnitt, großer Chirurg“ gelte schon lange nicht mehr. 

Zudem habe sich die Anästhesie mittlerweile so gut entwickelt, „dass die Belastung für den älteren Körper stark reduziert werden konnte“. Die Herausforderung, die sich den Krankenhausärzten bei eingelieferten Seniorinnen und Senioren stelle, „ist die Tatsache, dass wir es mit einem hohen Grad an Gebrechlichkeit und dazu mit Mehrfach-Erkrankungen zu tun haben“, sagte Uecker. Seine Abteilung hat 25 Betten. Ziel sei, „dass unser Patient für den Alltag wieder funktionsfähig wird“. cf

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