Christiane Mayr erhält Füssener Förderpreis

Preisträgerin Christiane Mayr (rechts) vor ihren beiden Bildern im Museum der Stadt Füssen: sie hat Freie Kunst studiert und arbeitet nach eigener Aussage auch gern als Bildhauerin und „mit pädagogischem Lehrauftrag“. Obwohl sie inzwischen in Regensburg lebt, bleibt sie „ihrem BBK“ treu. Foto: cf

Christiane Mayr hat kürzlich den „Füssener Förderpreis für junge Kunst“ erhalten. Dieser Preis ist mit 500 Euro dotiert und wurde erstmals vergeben. Die Blumen an Christiane Mayr überreichte Paul Iacob, der Füssener Bürgermeister, im Refektorium des ehemaligen Klosters St. Mang, das als Ausstellungsraum dient. Hier wurde nach der gut besuchten sowie kurzen Preisverleihung die vom Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Schwaben Süd konzipierte Ausstellung „Aktuelle Kunst im Museum“ eröffnet. Erster Schauplatz, um neue Werke in aller Ruhe kennen zu lernen, ist der historische Saal, der hier den BBK-Bildhauern als Galerie dient.

Bevor sich die Schar von Kunstfreunden in den einzelnen acht weiteren Räumen auf Begegnungen mit Malerei, Grafiken sowie fotografischen Arbeiten einließen, gab ihnen Hans Günter Stephan aus der Doppelspitze des BBK mehrere Fragen und Definitionen mit auf den Weg: „Was ist Kunst?“ Von Adorno bis Picasso sind darüber recht unterschiedliche Ansichten verbreitet. Wem der Kunstbegriff im Wandel der Zeit ziemlich egal ist, entscheidet sich für den Kauf eines bestimmten Bildes, weil es zu den eigenen Wohnzimmermöbeln so gut passt. Es dürfte sich in der großen Ausstellung solcher Wandschmuck finden lassen. Bei manchen Künstlerinnen und Künstlern scheint die Uhr stehen geblieben zu sein. Ungegenständliche Farbkompositionen, die noch in den 70er Jahren als progressive Kunst gefeiert wurden, haben in Ateliers in Schwabens Süden Nachahmung erfahren. Welch Wohltat fürs Auge, dass sich die Schau auf mehrere Räume verteilt, wo zahlreiche Exponate höherer Klasse zu entdecken sind. Die BBK-Ausstellung, die noch bis Sonntag,1. Juli, jeweils dienstags bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Museum der Stadt Füssen in diesem in der Region wohl einzigartigen Ambiente gezeigt wird, ist dadurch sehenswert. Sie lädt zu Qualitätsvergleichen ein und bietet in der Fülle der Exponate drei Highlights. Das ist zum einen der ausschließlich Peter Schlosser aus Eisenberg gewidmete Raum. Dies soll für „ausgewählte, herausragende Künstler“, so Vorstandsmitglied Stephan, im Rahmen des BBK-Programms künftig Schule machen. Den anderen bekannten Namen – etwa Barbara Perras oder Wolf Maurer – wird der Besucher bei seinem Rundgang begegnen. Die Skulpturen-Präsentation – mit großen Holzfiguren der Füssenerin Julia Hiemer – ist einen längeren Aufenthalt wert. Richtig suchen muss man Christiane Mayrs Arbeiten. Es sind frische, absolut preiswürdige Werke, wie Kulturamtschef und Fachjury-Mitglied Thomas Riedmiller gegenüber dem KREISBOTE unterstrich. Alle hier ausgestellten Arbeiten der über 40 Teilnehmer – wobei sich ein jeder als ein Künstler versteht – haben ihren Preis. Er steht neben dem Titel, der gewählten Technik und dem Entstehungsjahr eines Werks und erweist sich beim Seitenblick auf die beiden Bilder der in Memmingen vor 35 Jahren geborenen Preisträgerin als vergleichsweise günstig. Christiane Mayr musste sich nur gegen zwei andere Künstler durchsetzen, denn im BBK sind jüngere Kollegen rar gesät. Am Rande der Vernissage wurde daher diskutiert, ob die Teilnehmer 2013 nicht 35, sondern bis zu 40 Jahre alt sein dürfen. Riedmiller möchte an der Regelung nicht rütteln. „Unser Preis kann ein Motiv sein, dass junge Künstler jetzt in den Verband eintreten.“ Keine Frage aber, dass sich die diesjährige Preisträgerin auch im größeren Feld der jungen und älteren Konkurrenz durchgesetzt hätte.

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