Über 200 Bilder und Briefe

Corona-Hilfsgruppe aktiv – Sammelaktion für die Bewohner der Füssener Pflegeheime

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Freyja Wenderoth (v.l.) und Danny Wenderoth Quistorf bekommen von Hauswirtschaftsleiterin Anna Wodniok, Peter Hartmann, Einrichtungsleiter, und Nicolle Bischoff, Präsenzfachkraft, vom Seniorenzentrum St. Martin, ein Geschenk. Damit danken sie den Kindern für die zahlreichen Bilder für die Bewohner des Hauses.
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Freyja Wenderoth (acht Jahre) und Danny Wenderoth Quistorf (elf Jahre)
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Das Dankeschön und Lob haben sich Freyja Wenderoth und Danny Wenderoth Quistorf verdient.
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Die beiden Kids malen über 100 Bilder (aus) um den Füssener Senioren eine Freude zu bereiten.
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Das Dankeschön und Lob haben sich Freyja Wenderoth und Danny Wenderoth Quistorf verdient.
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Vanessa Stetter sammelte Briefe und Bilder für das Haus St. Michael und die Sozialstation St. Anna.
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Das Dankeschön und Lob haben sich Freyja Wenderoth und Danny Wenderoth Quistorf verdient.

Füssen – Besuchen verboten. Mit dieser Verfügung wurde das Leben der Bewohner in den Füssener Pflege- und Seniorenheimen noch einsamer als zuvor. Aus diesem Grund initiierte Vanessa Stetter in der Gruppe „Corona Hilfe Füssen“ eine Briefaktion.

Und begeisterte einige Mitglieder mit dieser Idee. Vor allem Falko Wenderoth, der mit seiner vierköpfigen Familie die Post eines ganzen Seniorenzentrums übernahm. Insgesamt kamen über 200 Briefe und Bilder zusammen, um jedem einzelnen Bewohner der Pflegeeinrichtungen St. Michael, St. Martin und der Sozialstation St. Anna eine Freude zu bereiten.

Für die Heimbewohner bedeutet das Verbot, dass nicht einmal engste Angehörige etwas Zeit mit ihnen verbringen dürfen. Und das ausgerechnet an den Osterfeiertagen, wenn viele Familien sich eigentlich die Zeit für Besuche und Treffen nehmen. Eine Tatsache, die Stetter bewegte. „Ich hab in einer anderen Gruppe einen Aufruf einer Mitarbeiterin eines Seniorenheims gelesen, sie hatte darum gebeten den Bewohnern dort Briefe zu schreiben weil diese durch die Isolation sehr traurig seien“, berichtete sie demKreisbote

„Zeigen das sie nicht vergessen werden“

Außerdem habe ihre Familie Briefe an die Großeltern ihres Mannes geschickt. Die haben sich „riesig gefreut darüber“, berichtete sie. So sei Stetter die Idee gekommen, auch hier in Füssen den Menschen in Pflegeheimen eine Freude zu bereiten und über die„Corona Hilfe Füssen“-Gruppe Helfer für das Projekt zu finden. „Ich möchte diesen Menschen einfach eine kleine Freude machen und ihnen zeigen das sie nicht vergessen werden“, sagte die Briefaktion-Organisatorin. Nach einem Aufruf auf der facebook-Seite der Gruppe begann Stetter die Post zu sammeln. Wirklich jeder Bewohner sollte eine Überraschung erhalten. Ein maßgeblicher Helfer dabei war Wenderoth. Ohne ihn, so Stetter, wäre das gar nicht möglich gewesen. Denn Wenderoth und seine Familie versorgten das Haus St. Martin ohne Hilfe mit 81 Bildern und Briefen.

Das Ziel: 75 Bilder malen

Er sei über die facebook-Gruppe auf die Aktion aufmerksam geworden und wollte ebenfalls etwas beisteuern. Zunächst bot er an, neben den Bildern seiner Kinder alles zu sammeln, was an das St. Martin gehen sollte. „Die Kids haben am 8. April angefangen für die Altenheimbewohner Bilder anzufertigen“, so Wenderoth. Dann sei ihm schnell klar geworden, dass sich nicht annähernd genug Gruppenmitglieder an der Aktion beteiligen würden. „Deshalb haben wir unter dem Motto ‚Nicht Meckern sondern Klotzen‘ weiter Bilder für das St. Martin angefertigt, um das Ziel von 75 Bildern zu erreichen.“ In ihrem Eifer malten Freyja Wenderoth (acht Jahre) und Danny Wenderoth Quistorf (elf Jahre) 81 Bilder für das Pflegeheim.

Viel Überzeugungsarbeit musste Wenderoth dabei nicht leisten. „Sie waren traurig, dass sie nicht ihre Großeltern besuchen konnten. Nachdem wir ihnen von der Aktion erzählt und erklärt hatten, dass es auch hier alte Menschen gibt, die keinen Besuch bekommen dürfen und teilweise auch niemanden haben, waren sie begeistert von der Idee.“

An die Sozialstation St. Anna gingen 19 Überraschungen und im St. Michael bekamen 123 Bewohner eine gemalte oder geschriebene Botschaft. Auch bei dieser Post trugen Freyja und Danny zur Sammelaktion mit 46 ausgemalten Bildern einen großen Teil bei. „Bei der Gesamtanzahl von 127 Bildern haben wir natürlich auch Malvorlagen zum Ausmalen benutzt und bei dem ein oder anderen Bild haben Mama und Papa etwas unterstützt“, so Vater Wenderoth.

Ein Dankeschön für die Ausmalkünstler

„Die Rückmeldungen die wir erhalten haben, waren alle sehr positiv und ich denke die Menschen dort haben sich sehr gefreut“, ließ Stetter die Mitglieder der Hilfsgruppe kürzlich wissen. Sie sei sehr dankbar für die Briefe und Bilder, das Engagement für diejenigen, die momentan unter der Isolation und Einsamkeit zu leiden haben. Die Mitarbeiter des Seniorenzentrums St. Martin luden Freyja und Danny am vergangenen Dienstag sogar ein, um sich im Namen der Bewohner bei ihnen mit einem Geschenk zu bedanken. Die Rückmeldungen und Dankbarkeit hätten beide sehr stolz gemacht, berichtete Vater Wenderoth.

Selma Höfer

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