Forderungen: Aufhebung der Wettbewerbsverzerrung im Tourismus und Chancengleichheit bei Impfung

Corona-Krise: Allgäuer Landräte fordern Ministerpräsident Söder zum Handeln auf

Gleitschirmflieger über dem Forggensee.
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Experten sehen das Allgäu in Sachen Qualitätstourismus gut aufgestellt.
  • Matthias Matz
    vonMatthias Matz
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Kempten/Füssen - Bei den Allgäuer Politikern wächst der Frust über die Corona-Politik der bayerischen Staatsregierung: In einem Brief an Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) fordern sie diesen dazu auf, für eine Gleichbehandlung von Stadt und Land bei der Verteilung von Impfstoffen zu sorgen. Zudem verlangen sie eine Ende der touristischen Wettbewerbsverzerrung durch die so genannten Bundesnotbremse. „Es ist nicht einzusehen, warum bei der Entscheidung für mögliche Öffnungsschritte im Tourismus weiterhin und ausschließlich der Inzidenzwert das Maß der Dinge ist“, heißt es in dem Schreiben.

Das Allgäu fühlt sich abgehängt: Allgäuer Politiker fordern deshalb eine sofortige Lösung im Sinne der Gleichbehandlung. So sei etwa die Verteilung der Impfdosen im Vergleich zwischen Städten und ländlichen Regionen wie das Allgäu verzerrt. Gleiches gelte für die Wettbewerbsfähigkeit wirtschaftlicher Unternehmen und damit einer ganzen Region.

„Wir können nicht nachvollziehen, dass durch die derzeitig gültigen Beschlüsse konzeptbasierte Öffnungen außerhalb Deutschlands akzeptiert werden, hierzulande aber eine inzidenzbasierte Öffnung angeordnet wird. Dies führt zu enormen Wettbewerbsnachteilen, können doch Gäste in unseren Nachbarländern mit wesentlich höheren Inzidenzwerten urlauben, in Bayern aber nicht“, erklärt die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende der Allgäu GmbH und stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Allgäu/BayerischSchwaben.

Die täglichen Diskussionen mit der gesamten Tourismusbranche lassen eine massive Unzufriedenheit und fehlende Lösungen für die Branche im Vergleich zu den angrenzenden Nachbarregionen im Ausland erkennen. In ihrem Schreiben vom Mittwoch beschreiben die Allgäuer Landrätinnen und Landräte sowie Oberbürgermeister die dringliche Situation. In den Nachbarländern öffnen neben dem Gastgewerbe beispielsweise Bergbahnen ohne Kapazitätsbeschränkungen und Testzwang für Gäste.

Als konkretes Beispiel führen die Landräte in ihrem Schreiben die Allgäuer Bergbahnen an. Während in nebenan in Österreich die Bahnen inzidenzunabhängig am kommenden Mittwoch, 19. Mai, ohne Testpflicht für Tagesgäste und ohne Kapazitätsbeschränkungen öffnen, hängen die heimischen Betreiber in der Luft. „In Bayern hingegen herrscht noch absolute Ungewissheit, welche Auflagen bestehen. Gleiches gelte für Selbsttests von Bürgern und Gästen“, kritisieren die Kommunalpolitiker.

Auch die digitale Kontaktnachverfolgung sowie der digitale Impfpass würden im Gegensatz zu Deutschland bereits in den Nachbarländern funktionieren.

Die Unterzeichner fordern Ministerpräsident Söder auf, sich auf Bundesebene für eine tourismustaugliche Veränderung der sogenannten Bundesnotbremse einzusetzen. „Unsere Nachbarländer zeigen uns sehr eindrucksvoll und seriös wie eine konzeptbasierte Öffnungsstrategie erfolgreich funktioniert. Gerade in unseren Mitbewerberregionen, Österreich, Südtirol und der Schweiz hat man schon den ganzen Winter über gelernt, mit entsprechenden Konzepten, Inzidenzwerte nicht steigen zu lassen und somit für Bürger und touristische Wirtschaftsunternehmen ein Leben mit der Pandemie erfolgreich zu organisieren. Die entsprechenden Konzepte haben wir mehrfach an Ihre Fachministerien geschickt, jedoch bisher ohne Resonanz“, sagt Zinnecker. 

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