Stopp: Polizeikontrolle

Corona-Krise: Füssener Land am Osterwochenende verstärkt Überwacht – Tourismus amtlich untersagt

+
Nicht nur an den touristischen Hotspots werden die Beamten der Polizeiinspektion Füssen, aus Pfronten und die Bereitschaftspolizei Bayern verstärkt kontrollieren.

Füssen – Das vergangene Wochenende zeigte der Polizei Füssen deutliche Tendenzen in der „Situation im Königswinkel“, so Polizeioberrat Edmund Martin. Es ereigneten sich sogar drei schwere Bergunfälle, trotz „geschlossenem alpinen Gelände Schwangau“ (der Kreisbote berichtete). 

Aus diesem Grund wird die Polizei auch am kommenden Osterwochenende wieder starke Präsenz zeigen und vermehrt kontrollieren. Außerdem entschloss sich der Landkreis zu einer weiteren Maßnahme in diesem Zusammenhang: Eine Allgemeinverfügung verbietet an Ostern touristisch motivierte Besuche im Süden des Ostallgäus.

Ein Bergtoter

Neben einer „enormen“ Zunahme an Radfahrern, auffällig vielen Fahrzeugen die nicht aus dem Landkreis, zum Teil nicht einmal aus Bayern stammten und teilweise unrechtmäßig parkten, waren zudem die Kollegen der Bergwacht bei aufwendigen Rettungsaktionen gefordert. Drei schwere Bergunfälle erreigneten sich an nur zwei Tagen, einer davon endete für einen 67-jährigen Mann aus Friedberg tödlich (unsere Zeitung berichtete).  „Die Bergwachtler waren auch mit der alpinen Einsatzgruppe der Polizei unterwegs“, berichtete der Polizeichef. Bei Rettungsaktionen riskieren die Bergretter und Kollegen jedes Mal ihr eigenes Leben, weiß Martin. 

Wieder verstärkte Kontrollen geplant

Aufgrund der Bilanz des vergangenen Wochenendes, werden die Polizisten aus Füssen mit den Pfrontener Kollegen und Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei Bayern, am kommenden Osterwochenende wieder verstärkt kontrollieren. Das teilte der Polizeichef dem Kreisbote mit. So könne abermals starke Polizeipräsenz gezeigt und die Einhaltung der Allgemeinverfügung überwacht werden.

„Auch stehe ich in direkter Verbindung mit allen Bürgermeister im Dienstbereich und wir werden die gesperrten Wanderparkplätze bis 19. April aufrecht erhalten“, sagte Martin zum geplanten Einsatz. Die Sperrung der Parkplätze „haben ihre Wirkung gezeigt“. Der Appell ist derselbe: „Wenn man raus geht, dann im Nahbereich“. Die Allgemeinheit, dass betonte der Füssener Polizeichef, sei besonnen und verständig. „Ausreißer machen das kaputt“.

Zu viele Fahrradfahrer

Große Probleme sieht der Polizeioberrat jedoch in den „Radausflüglern“. Am vergangenen Sonntag habe es sich um nahezu „sommerliche Radl-Verhältnisse“ in der Region gehandelt. Da es an Ostern schön und warm werden soll, befürchten die Ordnungshüter erneut einen „enormes“ Radfahreraufkommen. Ein Sicherheitsabstand, so Martin, könne bei diesen Massen nicht einmal auf dem Forggensee-Radweg eingehalten werden.

„Die Berge rennen uns nicht weg.“

„Wir helfen natürlich. Die Bergwacht ist alleine schon für die da, die am Berg arbeiten müssen“, so Roland Ampenberger von der Pressestelle der Bergwacht Bayern. Er selber verstehe, dass viele Einheimische gerade jetzt an den Feiertagen und bei dem herrlichen Wetter gerne in die Berge gehen würden. Doch er bittet darum, im Namen der Bergretter, darüber nachzudenken, nachzudenken und den Gesamtzusammenhang der Situation zu erfassen. „Alle sollten sich fragen: Muss das gerade sein?“. Im Angesicht der Krise und der Bedrohung durch die Pandemie gelte es das eigene und das Leben der Rettungskräfte zu schützen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Die Berge rennen uns nicht weg, sie sind auch nach einer Corona-Krise noch da.“

Das öffentliche Leben in Bayern hat sich in den vergangenen Wochen stark verändert. Die Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich in nahezu allen Bereichen und verlangen von allen Rücksichtnahme und Durchhaltevermögen. Auch Polizeivizepräsident Guido Limmer appellierte in einer Pressemitteilung an die Einhaltung der Allgemeinverfügungen: „Sie gelten auch über das anstehende Wochenende weiter! Trotz guten Wetters dürfen wir alle gemeinsam in den Anstrengungen nicht nachlassen!“

Keine touristischen Aktivitäten

Um die Ausbreitung und damit verbundenen Auswirkungen des Coronavirus zu verringern, entschied sich in diesem Sinne die Führungsgruppe Katastrophenschutzes (Landratsamt Ostallgäu) für eine weitere Allgemeinverfügung im südlichen Ostallgäu. Mit diesem Beschluss sind jegliche touristischen Aktivitäten in diesem Gebiet für das Osterwochenende untersagt (der Kreisbote berichtete). Hintergrund ist ebenfalls die gute Wettervorhersage für die Osterfeiertage und die bereits am vergangenen Wochenende aufgetretenen Bergunfälle. Mit dem Verbot soll die Möglichkeit, die Region als Wander- oder Freizeitziel zu besuchen, verwehrt werden.

sh

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Heftiger Beziehungsstreit in Schwangau: Urlauber beißt Freundin in die Nase
Heftiger Beziehungsstreit in Schwangau: Urlauber beißt Freundin in die Nase

Kommentare