Corona-Krise: Füssener Parkplätze verbuchen Verlust von 147.000 Euro

Corona in Füssen: Weniger Gäste – Weniger Umsatz

Morisse Parkplatz in Füssen
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Wegen der Lockdowns stellten 2020 auch weniger Gäste und Einheimische ihre Autos auf den städtischen Parkplätzen wie der Morisse ab.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Keine Veranstaltungen, geschlossene Restaurants und Geschäfte: Die Corona-Pandemie hat auch den Stadtwerken Füssen die Bilanz verhagelt. 

Die Umsatzerlöse der Parkierungsanlagen sind im Jahr 2020 stark zurückgegangen. So mussten sie einen Jahresfehlbetrag von rund 147.000 Euro verbuchen, wie Werkleiter Helmut Schauer jetzt in der Sitzung des Werkausschusses bekannt gab.

Als die Stadtwerke den Wirtschaftsplan für 2020 aufstellten, wussten sie noch nicht, dass eine Pandemie auf sie zukommen werde. „Alle drei Parkplätze sind direkt davon betroffen“, so Schauer. So litt der Parkplatz „Achmühle“ während der Lockdowns unter der vollständigen Schließung des Festspielhauses. Und auch auf dem Morisse-Parkplatz und der Sparkassen-Tiefgarage Sparkasse war während der Schließungen im Einzelhandel und im touristischen Bereich nur wenig los. Über Monate generierten die Parkplätze nur durch Einheimische Erlöse.

Die Folge: Alle drei Parkplätze blieben deutlich unter ihren Erwartungen zurück. Statt 155.000 Euro erzielte die Sparkassen-Tiefgarage nur einen Umsatz von rund 117.000 Euro. Die Morisse machte einen Umsatz von rund 196.000 Euro anstatt 300.000 Euro und die Achmühle nahm rund 39.000 Euro anstatt 60.000 Euro ein. Da waren die Stadtwerke über die 36.000 Euro aus dem Stellplatznutzungsvertrag mit dem Festspielhaus Neuschwanstein froh. So kam ein Umsatzerlös von rund 387.200 Euro zusammen. Unterm Strich nahmen die Stadtwerke aber rund 163.800 Euro weniger ein als anfangs gedacht.

Derivate-Prozess belastet Bilanz

Weit unter dem Ansatz bleiben die Parkierungsanlagen aber auch bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen und Instandsetzungsarbeiten. Dieser wurde um rund 54.500 Euro unterschritten. Einsparungen ergaben sich beim Unterhalt der Sparkassen-Tiefgarage. Neben turnusmäßigen Wartungsarbeiten musste hier die Oberflächenbeschichtung des Parkdecks UG1 verbessert werden. Daneben standen bei der Morisse Asphaltarbeiten an.

Deutlich mehr ausgeben, rund 39.100 Euro, mussten die Parkierungsanlagen dagegen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Den größten Posten machen mit rund 43.200 Euro die Rückstellungen für die Derivate-Prozesskosten aus. Sie erhöhten die geplanten Kosten um satte 228 Prozent. Das Wirtschaftsjahr 2020 der Parkierungsanlagen schließt mit einer Bilanzsumme von rund 4,2 Millionen Euro. Die Stadtwerke konnten zudem einen Verlustausgleich der Stadt Füssen in Höhe von rund 365.000 Euro aus dem Jahr 2005 verbuchen.

So ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von rund 147.000 Euro. Dieser ist auf neue Rechnung vorzutragen. Der Verlustvortrag beläuft sich auf rund 3,9 Millionen Euro. „Das Ziel ist natürlich, dass man aus diesen Verlusten herauskommt und keinen Ausgleich mehr braucht“, sagte der Werkleiter.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband habe dem Jahresabschluss seinen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Und auch der Werkausschuss entlastete einstimmig Bürgermeister und Werkleiter, ehe sie geschlossen den Jahresabschluss feststellten.

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