Streit zwischen Seilbahnbesitzer und Gemeinde geht weiter

Hahnenkamm-Bahn steht wohl im Sommer still

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Schwerer Schlag für den Tourismus: Die Hahnenkammbahn in Höfen wird diesen Sommer nicht laufen.

Reutte – Am Hahnenkamm in Reutte überschlagen sich derzeit die Ereignisse: Die Hahnenkammbahn Höfen bleibt diesen Sommer geschlossen, nachdem die oberste Seilbahnbehörde sie aufgrund der Covid-19-Krise von der Betriebspflicht enthoben hat. 

Ausschlaggebend dafür war, dass mit dem Betrieb in diesem Sommer kein positives Ergebnis zu erzielen sei, erklärt Peter Gerber, Besitzer der Reuttener Seilbahnen, auf der Homepage der Bahn. Daneben gehen die Streitigkeiten zwischen ihm und der Gemeinde Höfen in eine neue Runde. 

Nachdem Anfang des Jahres die Seilbahn am Höfener Hausberg schon einmal still stand, setzten sich Gerber und Vinzenz Knapp, Bürgermeister der Gemeinde Höfen, an einen Tisch und einigten sich schließlich nach zähen Verhandlungen und mit Hilfe von Mediatoren. Beide unterschrieben einen neuen Nutzungsvertrag, die Gemeinde Höfen zog zeitgleich den Einspruch gegen die Beschneiung des Bergs zurück. In dem Zug kam auch der lange von der Gemeinde geforderte Dienstbarkeitsvertrag zustande, der alles regelt, was wichtig ist, um am Hahnenkamm ein friedvolles Nebeneinander zu ermöglichen (der Kreisbote berichtete). 

Verkaufsgespräche laufen 

Doch dieser Friede währte nicht lange: „Nach Abschluss des Dienstbarkeitsvertrages wäre ich bereit gewesen, die Auseinandersetzungen mit BGM Knapp und der Gemeinde Höfen ruhen zu lassen“, schreibt Gerber auf der Homepage der Reuttener Seilbahnen. „Aber BGM Knapp hatte keine Hemmungen, um mich über die virtuelle Amtstafel der Gemeinde Höfen zu beleidigen.“ Doch damit reißen die Vorwürfe nicht ab: Gerber möchte die Bahn verkaufen und führt deshalb aktuell Verkaufsgespräche. 

„Aber bereits während des ersten Verkaufsgesprächs mit einem Interessenten, hat mir dieser mitgeteilt, dass er bereits seit Monaten mit BGM Knapp in Verbindung stehe, und zwar im Zusammenhang mit der Übernahme der Firma Reuttener Seilbahnen GesmbH & CoKG“, schreibt Gerber weiter. „Ein Verkaufspreis wurde mir ebenfalls durch den Interessenten präsentiert, welcher angeblich vom Büro des Tourismusverbandes errechnet wurde.“ 

Beschuldigte weisen Vorwürfe zurück 

Dieses Vorgehen sei einzigartig und inakzeptabel, so Gerber. Er vermutet, dass Knapp ihm so die Arbeit als Geschäftsführer der Reuttener Seilbahnen GesmbH & CoKG madig machen wolle, damit er möglichst schnell und möglichst billig verkaufe. Diese Vorwürfe weist Bürgermeister Knapp laut Tiroler Tageszeitung jedoch von sich. Schließlich gehöre der Gemeinde ja nichts. Daneben erinnerte er daran, dass Gerber erst kürzlich einen Vertrag unterschrieben habe, die Milch vom Hahnenkamm ins Tal zu transportieren. 

Und auch Hermann Ruepp, Obmann des Tourismusverbands (TVB) Naturparkregion Reutte, erklärte gegenüber der Zeitung, dass er solche Äußerungen niemals tätigen würde. „Die Bahn gehört ja Gerber und sonst niemandem. Ich kann doch gar nicht über einen Verkauf dieses Unternehmens reden.“ Eine Katastrophe sei die stillgelegte Bahn auf jeden Fall für den Tourismus in der Region. Schließlich sei sie im Sommer noch wichtiger als im Winter. Und auch die Pächter der umliegenden Berghütten sowie alle Besitzer von Saison- und Regiokarten dürfte diese Entscheidung hart treffen.

Katharina Knoll

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