Sonderausstellung „Stimmungen und Phantasien“ wird verlängert - Besuch der Museen nur nach Anmeldung

Füssener Museen öffnen wieder ab kommenden Freitag, 12. März

Füssener Künstler Gerhard Gingele beim Bildreinigen
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Der Künstler Gerhard Gingele beim Bildreinigen. Ab Freitag können seine Werke im Museum der Stadt Füssen besichtigt werden.
  • vonMatthias Matz
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Füssen - Ab kommenden Freitag, 12. März, öffnen das Museum der Stadt Füssen und die Galerien im Hohen Schloss zunächst von Freitag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr und laden zur Besichtigung der prachtvollen Räume und den sehenswerten Exponate im Barockkloster St. Mang und im Hohen Schloss ein. Das teilte Museumsleiter Dr. Anton Englert am Montagmittag mit.

Die Sonderausstellung „Stimmungen und Phantasien“, die aufgrund der Pandemie im Winter nicht gezeigt werden konnte, wird jetzt bis Sonntag, 2. Mai, im Museum zu sehen sein. Die für das Frühjahr vorgesehene Ausstellung „Aktuelle Kunst“ des Berufsverbandes Bildender Künstler Allgäu/Schwaben-Süd wird auf das Jahr 2022 verschoben.

Im Zentrum der Ausstellung „Stimmungen und Phantasien“ stehen der Füssener Kunstmaler Franz Gingele und sein Sohn, der Restaurator und Künstler Gerhard Gingele. Inspiriert vom jeweiligen Kunstbegriff ihrer Zeit, fing Franz Gingele Landschaften und Stimmungen ein, während Gerhard Gingele seiner Phantasie freien Lauf ließ. Franz Gingele (1898-1970) zog es schon als Schüler hinaus in die Natur, um dort sehen zu lernen und das Gesehene in Bilder umzusetzen.

Nach einer Malerlehre und Abendkursen an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München studierte Franz Gingele in den 1930er Jahren in Berlin an der Preußischen Akademie der Künste. Das Geld für Reisen und Malstudium verdiente er sich den Winter über als einer der ersten bayerischen Skilehrer. Als freier Kunstmaler durchstreifte er neben seiner Allgäuer Heimat auch die Landschaften Österreichs, Italiens und Frankreichs. Als Mitbegründer der „Notgemeinschaft Füssener Künstlerring“ organisierte Franz Gingele mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung ab 1948 Ausstellungen im Kemenatenbau von Schloss Neuschwanstein und in der Orangerie des Barockklosters St. Mang.

Die Begegnungen mit Künstler-Kollegen wie Karl Peter Röhl, Heinz Tetzner, Otto Sonnleitner, Paul Seegiesser oder Percy Rings waren für ihn sehr inspirierend. Seine Landschaften sind von Stimmungen durchdrungen, immer verraten sie auch eigenes Empfinden. Gerhard Gingele (1950-2016) wuchs im gastfreundlichen Haus seiner Eltern Franz und Bernhardine auf, in das Künstlerkollegen gerne zu Besuch kamen. Diese Prägung wurde entscheidend für seinen beruflichen Werdegang.

Am Anfang stand eine solide Handwerksausbildung bei dem renommierten Kunst- und Kirchenmaler Josef Lorch in Füssen. Ihm verdankte Gerhard Gingele ein sehr vielschichtiges Wissen und auch das Erlernen alter Techniken bei der Mitarbeit an bedeutenden Restaurierungen, unter anderem am Hohen Schloss in Füssen, am Lindauer Rathaus oder in der Asam-Kirche in München. Nach einem Studium an einer Schule für Gebrauchsgrafik in München nahm er an der Restaurierung zahlreicher Kirchen im süddeutschen Raum teil und stand für die Restaurierung des Schlosses Hohenschwangau und des Hotels „Alpenrose“ am Alpsee.

Als Künstler sammelte Gerhard Gingele seine Impressionen auf Reisen durch Irland, Italien, Griechenland, Indien, Nepal, Thailand und Peru: „Es ist für uns schier unvorstellbar, wie intensiv das Licht dort ist, wie stark die Kontraste zwischen Dunkel und Hell auf den griechischen Inseln oder in der unendlichen Weite Mittelasiens oder Südamerikas sind.“ Die Ausstellung zeigt Ölgemälde, Aquarelle, Holzschnitte, Acrylgemälde, Collagen und Zeichnungen. Die meisten Werke werden dankenswerterweise von Frau Irmgard Wille-Gingele zur Verfügung gestellt.

Für den Besuch im Museum der Stadt Füssen und in den Galerien im Hohen Schloss ist eine Anmeldung über die Telefonnummer 08362/90 31 43 oder die Mailadresse museum@fuessen.de erforderlich. In den Museen gelten die derzeit gültigen Hygieneregeln mit FFP2-Maske und Abstandspflicht. Weitere Informationen erhalten Sie vor Ort. Die Museen öffnen vorerst nicht für Gruppen und Schulklassen. Bis auf weiteres finden keine Führungen und Publikumsveranstaltungen statt.

kb

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