Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek besichtigt Baustelle

Coronakrise: Schwangauer Kreuzung wird vorzeitig saniert

+
Wurde Ende vergangener Woche abgeschlossen: In Anwesenheit von Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (rechts) und Markus Kreitmeier (links) vom Staatlichen Bauamt informiert sich Staatssekretär Klaus Holetschek über die Sanierungsmaßnahmen in Hohenschwangau.

Schwangau – Wenigstens in diesem Fall kann man sagen, dass die Corona-Pandemie auch eine gute Seite hat: Aufgrund der dadurch bedingten Schließung der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau fällt momentan nämlich der tägliche Ansturm von tausenden Touristen unweit des Alpsees weg.

Dies hat das Staatliche Bauamt in Kempten veranlasst, eine schon länger nötige, aber eigentlich für einen späteren Zeitpunkt geplante Baumaßnahme an der Kreuzung der Staatsstraßen St2008 und St2016 mitten in Hohenschwangau in Angriff zu nehmen. 

Bei einem Besichtigungstermin vor Ort freute sich darüber in der vergangenen Woche nicht nur der Schwangauer Bürgermeister Stefan Rinke (CSU), sondern auch der Staatssekretär im bayerischen Verkehrsministerium, der Allgäuer Klaus Holetschek (CSU). Dieser nutzte den Besuch im Dorf der Königsschlösser, um danach auch gleich noch zwei Schwangauer Gastronomiebetriebe zu besuchen.

Wo sich sonst große Menschenmengen aus aller Herren Länder zusammenfinden, herrscht zurzeit beinahe gähnende Leere und Stille. Am zentralen Verkehrsknotenpunkt in Hohenschwangau, an dem sich mehrere Straßen kreuzen, konnte das Staatliche Bauamt Kempten seit März die Kreuzung sanieren. Schließlich sei diese „in die Jahre gekommen“ und bedurfte einer umfangreichen Renovierung, wie Markus Kreitmeier aus der Kemptener Behörde erklärte. 

Im Rahmen dessen wurden rund 1800 Quadratmeter Fläche frisch asphaltiert und „knapp 500 Meter Kanalleitung erneuert“, ergänzt sein Kollege Ralf Eisele. Die Planungen dazu hätten indes erst nach Beginn des Corona-Lockdowns im März angefangen. „Dank der Flexibilität des Staatlichen Bauamts Kempten können wir das Zeitfenster, dass sich durch die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung bietet, für langfristige Verbesserungen des Straßenzustands in Hohenschwangau nutzen“, frohlockte Holetschek. 

Die insgesamt rund 210.000 Euro – 30.000 Euro davon übernimmt die Gemeinde Schwangau – teure Baumaßnahme sei ein „gelungenes Projekt“, so der Allgäuer Staatssekretär. Schwangaus Gemeindeoberhaupt Rinke bezeichnete die Maßnahme als ein „super Beispiel für eine gute Kooperation“ von Bauamt und der federführenden Baufirma, bei der „alles Hand in Hand“ gehe. 

Hilfe für Firmen

Durch die vorgezogene Baumaßnahme profitieren nach Ansicht der Zuständigen auch die beauftragten Firmen. Staatliche Aufträge können über etwaige Corona bedingte wirtschaftliche Einbußen im privaten Bausektor hinweghelfen. Staatssekretär Holetschek sagte dazu: „Für die Staatsbauverwaltung war von Anfang an klar, dass wir alle staatlichen Baumaßnahmen auch während der Pandemie weiter fortführen – selbstverständlich unter Einhaltung aller erforderlichen Hygienemaßnahmen. Die Bauwirtschaft hat auch in dieser schwierigen Zeit im Freistaat Bayern einen verlässlichen Partner.“ 

Das Vorziehen der Maßnahme habe darüber hinaus noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Nach Abschluss der Bauarbeiten im Bereich der Kreuzung können künftig erforderliche Bestandserhaltungsmaßnahmen an den beiden Staatsstraßen leichter vorgenommen werden, da von nun an Umleitungsmöglichkeiten über die jeweils nicht von Bauarbeiten betroffene Straße gegeben sind. 

Deutlich weniger Gäste

Einige Kilometer davon entfernt verschaffte sich der Staatssekretär aus dem München Ministerium anschließend auch ein Bild davon, wie das „Schlossbrauhaus“ Schwangau, das nach der kürzlichen Öffnung seines Gartens ab sofort auch seinen Innenbereich für Gäste geöffnet hat, mit den angeordneten Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen zurechtkommt. Insbesondere die Maskenpflicht sei auch „für unser Personal schwierig“, erklärte der Wirt des Betriebes, Andreas Helmer, dazu unter anderem. 

Zudem sagte er, dass er „jetzt normal ungefähr 600 Gäste am Tag“ in seinem Lokal hätte, während es unter den derzeitigen Umständen „nur rund zehn Prozent davon“ seien. Holetschek warb wohl auch deshalb für einen inländischen „Urlaub daheim“ heuer. 

Ganz so weit wie beim Schlossbrauhaus ist man beim Campingplatz Bannwaldsee von Peter Helmer noch nicht, wo Holetschek seine Schwangauer Besichtigungstour an diesem Tag abschloss. Am Bannwaldsee erfuhr er unter anderem, dass Campen „im Trend“ liege. Infolgedessen erwartet Helmer nach mehr als zweimonatiger Schließung seiner Anlage zur Wiederöffnung am kommenden Pfingstwochenende schon „250 Anreisen“ für sein insgesamt 650 Plätze umfassendes Campingareal mit „einem guten gastronomischen Angebot“. 

Das träfen die Urlauber jedenfalls im dortigen Restaurant sowie einem Stadl und einer Pizzeria an, wo die gleichen Hygiene- und sonstigen Corona bedingten Maßnahmen wie in anderen Gastronomiebetrieben gelten. Von der idyllisch gelegenen Anlage am Ufer des Bannwaldsees zeigte sich Holetschek angetan und sagte in Richtung Peter Helmer: „Schön haben Sie es hier.“

lex

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee

Kommentare