Mehr Todesfälle in der Region

Corona: Sterbefallzahlen in Bayern und der Region deutlich erhöht 

Kreuz auf dem Auerberg
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Corona verursacht landesweit mehr Todesfälle als im Schnitt der Vorjahre. – Auch im Ostallgäu.

Landkreis – Wird durch Corona mehr gestorben? Auch wenn das von manchen angezweifelt wird, so sprechen die Sterbefallzahlen eine eindeutige Sprache. Wie das bayerische Landesamt für Statistik in einer Pressekonferenz jetzt mitteilte, gab es in der ersten wie auch während der zweiten Corona-Welle deutlich mehr Verstorbene als noch in den Jahren zuvor. Im Dezember 2020 zählten die Statistiker landesweit über 35 Prozent mehr Sterbefälle als im Schnitt der Vorjahre. Auch Kaufbeuren und das Ostallgäu sind betroffen

Im April 2020 lag die Zahl der Sterbefälle in den regionalen Hotspots um mehr als 50 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. In Schwaben besonders betroffen waren dabei der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren. Auch während der zweiten Welle im Januar und Februar 2021 gingen die Sterbefallzahlen dort leicht nach oben (um die fünf Prozent).

Allerdings gibt es erhebliche regionale Unterschiede auch innerhalb des Landkreises. Betrachtet man das gesamte Jahr 2020, fällt zum Beispiel auf, dass etwa in der Stadt Füssen mit 305 Menschen in 2020 deutlich weniger gestorben sind als noch 2019 (323). In Marktoberdorf wiederum sind – ebenfalls über das gesamte Jahr betrachtet – 2020 deutlich mehr Menschen verstorben (265) als im Jahr zuvor (239).

In Bayern starben seit Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr 13.263 Menschen mit oder an Covid-19 (Stand 1. April). Wie Dr. Thomas Gößl, Präsident des Bayerischen Landesamts für Statistik, mitteilte, ließ sich allerdings über die ersten zehn Monate des Jahres 2020 hinweg keine deutlich überhöhte Sterblichkeit im Freistaat feststellen. Das änderte sich aber mit Beginn der so genannten zweiten Welle ab November 2020. Im Dezember betrug die Abweichung gegenüber den Vorjahren bereits über 35 Prozent mehr. Zwar sind die gemeldeten Zahlen noch nicht vollständig belastbar, wie Gößl weiter ausführte, dennoch registrierte das Amt bayernweit für den Januar 2021 15.326 Verstorbene, für Februar 11.312. Im Vergleich bedeute dies für den Januar eine Zunahme um 2902 Todesfälle gegenüber 2020, und eine Erhöhung um gut 20 Prozent gegenüber dem Schnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Heruntergebrochen auf den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren lässt sich allerdings keine derartig dramatische Zunahme der Sterbefallzahlen herauslesen: Im Januar 2021 starben 141 Ostallgäuer und 50 Menschen aus Kaufbeuren. Zum Vergleich die Vorjahre: Im Ostallgäu waren es 118 Sterbefälle (2020), 128 (2019) und im Jahr 2017 165 Todesfälle. In Kaufbeuren verstarben 52 Menschen (2020), 50 (2019) und 62 (2018). Für den Februar liegt die Anzahl der Verstorbenen sogar unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

Schaut man sich die Sterbefallzahlen in den verschiedenen Altersgruppen an, zeigt sich, dass der Anstieg der Todesfälle während der Corona-Pandemie vor allem bei Personen ab 60 Jahren erfolgt ist. Im April 2020 starben 4090 Menschen im Alter zwischen 60 und 79 Jahren, fast 14 Prozent mehr als im Schnitt der Jahre 2016 bis 2019. Im Dezember 2020 lag die Abweichung in dieser Altersgruppe sogar bei mehr als 20 Prozent.

Vor allem Alte betroffen

Und noch deutlicher wird dies in der Gruppe der über 80-Jährigen. In dieser Altersgruppe verzeichnete das Landesamt für Statistik im vergangenen April einen Anstieg der Sterbefallzahlen um 30 Prozent, im Dezember 2020 ein Plus von über 48 Prozent. Auch im Januar übersteigen die bislang registrierten Sterbefälle den Vergleichswert aus den vergangenen Jahren um fast ein Drittel.

Angelika Hirschberg/Matthias Matz

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