Allgäu GmbH fordert Öffnungen und legt Konzept vor

Corona-Virus: Das Allgäu soll Modellregion für den Tourismus werden

St. Colomans Kirche bei Schwangau
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Das Allgäu mit seinen Alpen, seiner Landschaft und barocken Kirchen, wie hier die St. Coloman Kirche in Schwangau, zieht generell viele Touristen und Tagesreisende an. Um Hoteliers und Gastgebern eine Perspektive in der Corona-Pandemie zu geben, fordert die Allgäu GmbH parallel zu „Modellstädten“ auch Modellregionen auszuweisen und legt der Bayerischen Staatsregierung ein entsprechendes Konzept für das Allgäu vor.

Allgäu – Das Allgäu will in der Corona-Krise „Modellprojekt Tourismus für eine Öffnungsstrategie“ werden und den Tourismus wieder öffnen. Ein entsprechendes Konzept hat jetzt die Allgäu GmbH ausgearbeitet der Bayerischen Staatsregierung vorgelegt. Es ist Grundlage für die Forderung nach einer bald möglichen Öffnung für den Tourismus.

Die Inhaber und Mitarbeiter im Tourismus brauchen ein Hoffnungszeichen und die Chance, zeigen zu können, dass ihre Konzepte funktionieren, fordert die Allgäu GmbH. Das Allgäu, insbesondere der Markt Oberstdorf, habe bei der Nordischen Ski Weltmeisterschaft 2021 Ende Februar/Anfang März unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder (CSU) bewiesen, wie eine sportliche Großveranstaltung im Zeichen der Pandemie sicher und erfolgreich organisiert werden konnte, ist die Gesellschaft für Standort und Tourismus überzeugt. Die Teststrategie sei voll aufgegangen. Es wurden über 23.000 Testungen (PCR abwechselnd mit Antigentests) bei nur neun positiven Fällen vorgenommen, die nach Ansicht der Allgäu GmbH professionell betreut wurden.

„Wir schlagen deshalb vor in Bayern, sobald es die Lage erlaubt, neben den Modellstädten auch dem ländlichen Raum und dem dort klein- und familienstrukturierten Tourismus eine Chance für ein Modellprojekt Tourismus zu geben“, fordert die Aufsichtsratsvorsitzende und Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU). Zu den wesentlichen Bestandteilen dieses Modellprojekts gehört, die bewährten Hygienekonzepte fortzusetzen.

Daneben sollen die Urlaubsgäste bei ihrer Anreise bzw. beim Check-in in Beherbergungsbetrieben einen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, oder einen tagesaktueller verifizierter Schnelltest (24 Stunden alt) vorlegen. Selbsttest sollten auch vor Ort beim Zutritt zu den Betrieben möglich sein. Das Konzept sieht vor, dass beim Aufenthalt von zwei Nächten und mehr jeweils nach 48 Stunden eine Nachtestung mit Selbsttests erfolgt.

Durch diesen engen Testrhythmus sollen Übernachtungsgäste Zugang zu den Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen bekommen – sobald diese geöffnet sind – ohne zusätzliche Tests machen zu müssen.

Flächendeckende Zutritts-App

Zudem werden alle Mitarbeiter der Betriebe analog zu den Gäste nach 48 Stunden – je nach Einsatzzeiten – mit den Selbsttests getestet. Dafür sollen Inhaber und Mitarbeiter entsprechend geschult werden.

Außerdem plant die Allgäu GmbH allgäuweit eine flächendeckende, einheitliche Zutritts-App einzuführen. Demnach besteht bereits ein Rahmenvertrag mit der Darfichrein GmbH. Städte und Gemeinden sowie Betriebe schließen auf Basis des Rahmenvertrages ihre Vereinbarung direkt mit dem Anbieter der „Darfichrein“ Tracing App.

Abschließend sieht das Konzept vor, dass geimpfte Gäste mit Impfnachweis in der Zutritts-App künftig einen testfreien Zugang zu allen Angeboten erhalten.

Im Allgäu könnte so beispielhaft ein Modell für die kombinierte Umsetzung von bereits bewährten Hygienekonzepten, ergänzt um ein umfangreiches, verantwortungsvoll geführtes Testen sowie konsequente Kontaktnachverfolgung etabliert werden.

Ferienwohnungen und Camping zuerst

Los gehen sollte es schließlich mit der kontaktärmsten Form des Urlaubs, den Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof und dem Camping als Grundlage für weitere nach Angaben der Allgäu GmbH dringend notwendige Öffnungsschritte für alle Betriebe im Tourismus.

Teilnahmeberechtigt an diesem Modellprojekt sind alle Betriebe und Gastgeber, welche die für das Modellprojekt definierten Leistungen anbieten. Sie haben eine vertragliche Bindung und versprechen, dass sie die beschriebenen Maßnahmen einhalten. Alle Betriebe wissen laut Allgäu GmbH um ihre Eigenverantwortung.

Nach Angaben der Gesellschaft für Standort und Tourismus unterstützen alle Allgäuer Landräte und Oberbürgermeister dieses inzidenzunabhängige Modellprojekt. Die Allgäu GmbH übernimmt für das Projekt die Federführung. Durch Selbstverpflichtung und Eigeninitiative der Betriebe und Gastgeber, die mit dem Konzept verbunden sind, könnten auch die Gesundheitsämter vor Ort entlastet werden.

kb/kk

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