"Mehr gemacht als erforderlich"

Corona-Krise: Nesselwanger ABC-Bad öffnet unter strengen Auflagen wieder

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Geschäftsführer André Weißenburger (rechts) erläutert Bürgermeister Pirmin Joas bei einem Rundgang durch das Bad die Umsetzung der Hygiene-Vorschriften.

Nesselwang – Seit dem heutigen Montag hat das Alpspitz-Badecenters (ABC) wieder geöffnet. Geschäftsführer André Weißenburger informierte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) am vergangenen Freitag bei einem Rundgang durch das Bad über die getroffenen Maßnahmen zur Einhaltung der Hygiene-Vorschriften.

„Als von Seiten der Bayerischen Staatsregierung der Startschuss kam, das wir wieder loslegen können, haben wir zusammen mit der gesamten Belegschaft alles dafür getan, das wir wieder eröffnen können“, so Weißenburger weiter. „Die Zeit haben wir intensiv genutzt“. 

Um den Anforderungen und den Vorgaben für den Infektionsschutz gerecht zu werden, wurden sämtliche Leitungen der Wasser- und Trinkwasserversorgung gereinigt und desinfiziert, erklärte Weißenburger. „Wir haben in einigen Bereichen mehr gemacht, als erforderlich“. Ein Hygienekonzept wurde erarbeitet und dem Gesundheitsamt vorgelegt. Nach einer eingehenden Prüfung erhielt das Alpspitz-Bade-Center die Freigabe für die Eröffnung. So findet in allen Bereichen mehrmals täglich eine Wischdesinfektion statt, die Anzahl der Spinde wurde reduziert. 

Derzeit kann nur jeder dritte Schrank in den Umkleidebereichen genutzt werden. Ein- und Ausgang wurden räumlich getrennt. Der Eingang wurde in die Taverna verlegt. Hier muss von den Gästen eine Kontaktinformation ausgefüllt werden. „Ohne das ausgefüllte Formular können wir leider keinen Zutritt gewähren“, erklärte Weißenburger. Bis zu den Umkleidekabinen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Erst ab dem Nassbereich kann darauf verzichtet werden. 

Hinweisschild am Sportbecken auf den Abstand und die Personenanzahl, die sich im Becken befinden darf.

Weißenburger lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Markt Nesselwang. „Während der gesamten Schließdauer waren wir mit der Marktverwaltung in einem intensiven Austausch.“ So wurde niemand der 50 Personen zählenden Belegschaft, darunter 15 Teilzeitkräfte, während der Zwangspause entlassen. Zudem wurde das Kurzarbeitergeld aufgestockt. 

Hohes Defizit droht

„Wir hatten bei Vollbetrieb ein Defizit für dieses Jahr von etwa 130.000 Euro eingeplant“, erklärte Bürgermeister Pirmin Joas. „Wenn jetzt alles gut läuft, fahren wir jetzt mit einem Defizit von 500.000 Euro.“ Die Berechnungen wurden in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung von Weißenburger vorgestellt (der Kreisbote berichtete). 

Den Berechnung liegt eine Auslastung mit der maximal zulässigen Besucherzahl von 220 Gästen zu Grunde, die sich in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Bades aufhalten dürfen. „In allen Bereichen haben wir eine Begrenzung der Personenanzahl. Das ist zum Schutz unserer Gästen und zum Schutz des Personals notwendig“, erklärte der Geschäftsführer. So können im Idealfall um die 500 Gäste täglich das beliebte Erlebnisbad besuchen. „Und dann haben wir schon fast wieder Vollauslastung.“ 

Auf so manches Angebot muss allerdings zunächst verzichtet werden. So findet bis auf Weiteres das Aqua-Cycling oder die Wassergymnastik nicht statt. Im Erlebnisbecken, das mit reduzierter Leistung gefahren wird, dürfen sich künftig maximal 38 Personen, in der Schwimmhalle 42 Personen, im Warmwasserbecken maximal zehn Personen im Wasser aufhalten. Im Kinderbecken dürfen bis zu fünf

Kinder den Wasserspaß genießen. Der „Crazy-Bob“ öffnet jedoch erst in einiger Zeit. 

Drakonische Strafen

Das Aufsichtspersonal soll sowohl auf die Personenanzahl in den verschiedenen Becken als auch auf die Einhaltung der Abstandsregelung von 1,5 Metern achten. „Wir hoffen auf die Einsicht und die Vernunft unserer Gäste“, betonte Betriebsleiter Alfred Sowade. „Wir werden die Abstandsregeln in allen Bereichen konsequent durchsetzen!“ Das letzte Mittel für uneinsichtige Gäste wird die Einschaltung der Polizei sowie das Aussprechen eines langfristigen Hausverbots sein. „Wir hoffen nicht, das wir zu dem Mittel greifen müssen, aber wenn, dann dient es zum Schutz der anderen Gästen wie auch dem Personal.“ 

Das Schlimmste wäre für ihn wie auch für seine Kollegen, wenn das Bad nach einer kurzen Öffnungszeit aufgrund einer bekannt gewordenen Infektion mit dem Virus bei einem der Gäste wieder schließen müsste. Auch im Saunabereich gelten die strengen Abstandsregeln. 

Wie im Bad wurden auch im Saunabereich alle Liegen mit dem erforderlichen Abstand aufgestellt. „Wir bitten auch eindringlich darum, die Liegen genau so stehen zu lassen. Auch wenn wir viele unserer Gästen schon kennen, wir wissen nicht immer, wer mit wem zusammen hier ist.“ Im Innen- wie Außenbereich wurde mehrfach nachgemessen. „Wir haben im Außenbereich sogar etwas mehr“, erläuterte Sowade. 

Kein Dampfbad wegen des Corona-Virus

In den fünf Saunen ist die Personenanzahl gleichfalls reglementiert. In das Saunarium (60 Grad) dürfen maximal vier Personen, ebenso wie in die Mentalsauna (75 Grad) und in die Kelosauna (90 Grad). In der Seesauna (85 Grad) dürfen bis zu sechs Personen das Panorama auf die Alspitz und die Pfarrkirche genießen und in der Stadelsauna (85 Grad) können bis zu acht Personen entspannen. „In der Stadelsauna haben wir den Ofen komplett abgebaut, die Steine gereinigt und wieder neu aufgebaut“, erklärte der Leiter des Saunabereichs, Christian Matzkat. 

Die Aufgüsse werden stündlich vorgenommen. „In allen Saunen mit den selben Zusätzen. Wir fangen mit der einen Sauna an und gehen dann in die nächste. Gemäß den Vorgaben dürfen wir nicht mit den Handtüchern wedeln. Wir halten uns an die Regeln und weisen uns auch gegenseitig immer wieder darauf hin“, erklärte Matzkat das Vorgehen. Nach Auskunft des Deutschen Saunabundes, in dem das ABC Mitglied ist, überlebt das Corona-Virus einen Saunagang nicht. Lediglich das Dampfbad muss aufgrund der idealen Bedingungen für das Virus – warme und feuchte Umgebung – bis auf weiteres geschlossen bleiben.

hoe

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