Höhen und Tiefen: Auf Gewinn folgen hohe Verluste

Corona-Virus sorgt für rote Zahlen bei den städtischen Parkplätzen in Füssen

Morisse-Parkplatz in Füssen
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Leerer als üblich bleiben heuer aufgrund der Corona-Krise die städtischen Parkplätze wie die Morisse.

Füssen – Einst das große Sorgenkind der Stadtwerke, verzeichnen die städtischen Parkplätze für das vergangene Jahr zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn: Rund 62.000 Euro stehen für 2019 unterm Strich auf der Habenseite, berichtete Stadtwerke-Leiter Helmut Schauer jetzt den Stadträten im Werkausschuss. Das heurige Jahr wird aber aufgrund der Corona-Krise voraussichtlich mit einem kräftigen Minus abschließen: bereits jetzt liegt das Defizit bei nahezu 136.000 Euro.

Hauptgrund für das zu erwartende schlechte Ergebnis der städtischen Parkplätze Morisse, Sparkassen-Tiefgarage und Achmühle sind die spürbar zurück gegangenen Parkeinnahmen aufgrund der Corona-Krise seit März. „Die Umsatzerlöse sind im Vorjahresvergleich um 61.200 Euro zurückgegangen“, berichtete Schauer. Allein 18.000 Euro entfallen auf ausstehende Forderungen, für die Stundungen beantragt worden seien. Besonders deutlich werden die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise bei einem Blick auf den Parkplatz Achmühle beim Festspielhaus, das heuer seit März geschlossen bleiben musste. Neben den fehlenden Einnahmen durch ausbleibenden Besucher wird auch kein Geld vom Festspielhaus für die Nutzung des Parkplatzes fließen.

Auch für das kommende Jahr rechnet Schauer mit keiner Entspannung der Situation. „Das 21er-Jahr schaut aufgrund Corona nicht so rosig aus.“ So sieht der Wirtschaftsplan 2021 ein Defizit von 96.000 Euro vor. Den Einnahmen in Höhe von 466.000 Euro stehen demnach 562.000 Euro an Ausgaben gegenüber. Vieles hänge jedoch vom weiteren Verlauf der Corona-Krise ab, betonte der Werkleiter. „Die Erlöse können bei einem positiven Verlauf durchaus noch gesteigert werden, ebenso aber auch stark nach unten gehen“, erläuterte er.

Plus in 2019

Gut möglich also, dass das Geschäftsjahr 2019 das bis auf weiteres letzte finanziell erfolgreiche Jahr für die städtischen Parkplätze war. So verbuchten die Stadtwerke im vergangenen Jahr unterm Strich ein Plus von etwa 62.000 Euro. Damit habe sich der Gewinn im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 verdoppelt, frohlockte Schauer. Vor allem der Parkplatz Achmühle übertraf dank der zahlreichen Veranstaltungen im Festspielhaus dabei die Erwartungen deutlich. Statt der veranschlagten 60.000 Euro betrug der Umsatz am Ende knapp 116.000 Euro. Dazu kommen 36.000 Euro aus dem Nutzungsvertrag mit dem Festspielhaus.

Mehr Geld eingenommen als erwartet haben die Stadtwerke auch mit der Sparkassen-Tiefgarage. Prognostizierten Umsätzen von 150.000 Euro steht ein tatsächlicher Umsatz in Höhe von fast 170.000 Euro gegenüber. Etwas unter dem Ansatz (280.000 Euro) blieb dagegen der Morisse-Parkplatz mit einem Umsatz von 273.000 Euro. Ebenfalls auf der Einnahmeseite verbuchen können die Stadtwerke annähernd 530.000 Euro an Verlustausgleich aus dem Jahr 2004 durch die Stadt. Das Gesamtdefizit der städtischen Parkplätze sinkt damit von rund 4,6 Millionen Euro auf vier.

mm

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