Die Zeit drängt

Füssener VHS steht kurz vor der Insolvenz

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Die Betriebskosten laufen in der Volkshochschule am Kaiser-Maximilian-Platz weiter, doch Einnahmen hat die vhs derzeit keine. Deshalb droht jetzt die Insolvenz.

Füssen – „Der Volkshochschule Füssen droht die Insolvenz“, hat sich jetzt Leiterin Petra Schwartz in einem Brandbrief an alle Bürgermeister der Mitgliedskommunen und der kooperativen Mitglieder gewandt.

Durch die Corona-Krise habe die VHS derzeit keine Einnahmen, die Betriebskosten laufen aber weiter. Deshalb bat Schwartz jetzt unter anderem die Stadt Füssen, ihre zweite Rate schon Mitte Juni zu überweisen bzw. den Zuschuss pro Einwohner gleich um 50 Cent zu erhöhen.

Seit Wochen ruht wegen der Corona-Krise der Lehrbetrieb in der Volkshochschule Füssen. Das reißt Löcher in die Kasse der Einrichtung. Die Volkshochschulen werden zwar teils von der öffentlichen Hand finanziert. Aber rund 70 Prozent müsse die VHS Füssen am Markt erwirtschaften. „Wir sind auf die Einnahmen über die Teilnehmenden angewiesen“, hatte Schwartz bereits im April gegenüber dem Kreisbote erklärt. 

„Wir haben derzeit noch 24.000 Euro auf dem Konto und fixe Kosten von ca. 15.000 im Monat. Einnahmen haben wir keine mehr und diese wird sich bis Mitte September, aber schlimmstenfalls bis Ende des Jahres auch nicht ändern“, informiert die VHS-Leiterin im Brief an die Bürgermeister. Ein Großteil der Angestellten in der Verwaltung befinden sich seit Mai in Kurzarbeit. 

Sollte die Schule im Herbst wieder Kurse anbieten können, dann müsste sie die Teilnehmerzahl aufgrund der Abstandsregeln derart beschränken, dass sie nichts mehr daran verdiene. „Die Gebühren zu erhöhen, wo viele Menschen auf Kurzarbeit sind, würde voraussichtlich nicht den Erfolg bringen.“ 

Deshalb bat Schwartz Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, ihre zweite Rate, früher als sonst, bereits Mitte Juni zu überweisen. Im Fall der Stadt Füssen sind das 80 Cent pro Einwohner. „Besser wäre es aber, Sie würden Ihren Zuschuss auf 1,70 Euro erhöhen, da uns dieser Betrag für das ganze Jahr eine Planungssicherheit gibt.“

Statt 6243 Euro würde die Stadt der vhs dann rund 26.534 Euro zahlen. Zusammen mit den Beiträgen der anderen Kommunen würde die VHS rund 74.463 Euro statt der bisherigen 17.049 Euro erhalten. Die 17.000 Euro würde der Volkshochschule aber gerade einmal für einen weiteren Monat reichen, so Schwartz. „Dann müsste ich im Juli oder August wieder anfragen.“ 

Da die Volkshochschule für die Füssener Bürger wichtig sei, sagte Rathauschef Eichstetter die Unterstützung der Lechstadt zu. Die zweite Rate werde sie umgehend überweisen. 

Fixkosten reduzieren

Um einen Rettungsschirm rechtfertigen zu können, sei aber erst einmal die VHS am Zug. Denn auch wenn sie keine Gewinne erzielen dürfe, müsse sie dennoch wirtschaftlich und effizient arbeiten. Das bedeutet, dass sie erst einmal ihre genauen monatlichen Fixkosten ermitteln und dann Maßnahmen ergreifen soll, um diese zu reduzieren. 

Dazu gehöre unter anderem die Mitarbeiter zu 100 Prozent in Kurzarbeit zu schicken und die Verwaltungskosten zu kontrollieren. Danach könne die Stadt zusammen mit der VHS die Details für ein Rettungsdarlehen ausarbeiten und dieses zeitnah auf den Weg bringen.

Im schlimmsten Fall könne das über andere Gemeinden sicher ausgebaut werden. „Ich unterstütze auch hier gerne in den Gesprächen mit den anderen Gemeinden“, erklärte Eichstetter. „Auch in Vertretung der anderen Gemeinden möchte ich nochmal zum Ausdruck bringen, dass uns die VHS am Herzen liegt und wir Sie nicht allein lassen.“ 

Damit die VHS nach der Corona-Krise einen Antrag zur Erhöhung des Zuschusses beantragen kann, müsse sie unter anderem einen Fünf-Jahresplan vorlegen. „Ich freue mich, gemeinsam mit Ihnen die VHS Füssen weiterhin zukunftfähig zu gestalten und in eine positive Zukunft blicken zu können“, erklärte der Füssener Rathauschef.

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