Behörden sind alarmiert

Füssener Mitarbeiter von Deckel Maho Pfronten mit Coronavirus infiziert

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Ein Miatrbeiter von Deckel Maho in Pfronten hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt das Unternehmen mit. Das Werk Pfronten bleibt deshalb am Montag und Dienstag geschlossen

Füssen/Pfronten - Ein Mitarbeiter der Firma Deckel Maho in Pfronten hat sich offenbar mit dem Coronaviris infiziert. Das geht aus einer Bekanntmachung der Firma hervor. Laut Landratsamt handelt es sich um einen 36 Jahre alten Mann aus Füssen. Er steht unter häuslicher Quarantäne. 

In der Bekanntmachung vom gestrigen Samstag heißt es, dass der betroffene Mitarbeiter bei einer ärztlichen Untersuchung positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Die Kontaktaufnahme zu den zuständigen Gesundheitsbehörden sei bereits erfolgt. 

Aufgrund der Infektion des Mitarbeiters habe sich die Unternehmensleitung entschlossen, das Werk Pfronten am morgigen Montag, 2. März, und kommenden Dienstag, 3. März, im "Sinne unserer arbeitgeberseitigen Fürsorgepflicht" zu schließen.

Weitere Informationen will DMG Mori am morgigen Montag bekannt geben.

Das Gesundheitsamt Ostallgäu teilt den ersten positiven Fall eines am neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) Erkrankten mit. Es handelt sich um einen 36-jährigen Mitarbeiter am Standort der Fa. DMG Mori in Pfronten. 

Das Gesundheitsamt erhielt am Samstagabend den positiven Befund des untersuchenden Labors. Der Patient hatte am Donnerstag, 27.02.2020, mit Atemwegssymptomen seine Hausärztin aufgesucht. Da er sich innerhalb der letzten 14 Tage auch in der Nähe einer der Risikoregionen in Italien aufgehalten hatte, wurde vorsichtshalber ein Schnelltest veranlasst. Dessen Ergebnis fiel am Samstag positiv aus. 

Die Gesundheitsbehörde hat umgehend die notwendigen Maßnahmen veranlasst: Mit dem Erkrankten und den behandelnden Ärzten wurde Kontakt aufgenommen und die weitere medizinische Versorgung koordiniert. Der Mann wohnt in Füssen und ist dort in häuslicher Isolation. Er befindet sich bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Die Isolation wird noch 14 Tage aufrecht erhalten. Wenn am Ende dieser Zeit zwei negative Proben vorliegen, kann die Erkrankung als beendet betrachtet werden. 

Das Landratsamt hat am Samstag und Sonntag den Krisenstab einberufen, um die weiteren Maßnahmen zu koordinieren. Als Sofortmaßnahme wird die bereits am Freitag für das Wochenende eingerichtete Hotline (08342 911-623) am Sonntag und in den kommenden Werktagen bis auf 22.00 Uhr verlängert. Der Krisenstab steht in engem Kontakt mit den Bayerischen Behörden, insbesondere auch der Task-Force am LGL, sowie den betroffenen Bürgermeistern und der Fa. DMG Mori. 

Am Sonntag fand eine Einsatzbesprechung unter Beteiligung der Geschäftsführung statt. Die Hauptaufgabe ist für die Gesundheitsverwaltung jetzt die Ermittlung der Kontaktpersonen zu dem Erkrankten. Dazu gehören nach den Definitionen des Robert-Koch-Instituts Personen, die mit dem Erkrankten einen sogenannten face-to-face-Kontakt über mindestens 15 Minuten hatten. Diese Personen werden jetzt ermittelt und anschließend verständigt und über das weitere Vorgehen und Vorsorgemaßnahmen informiert. 

Die DMG Mori hat sich in Abstimmung mit der Gesundheitsverwaltung entschlossen, das Werk für die nächsten beiden Tage zu schließen. Für den Dienstag bereitet das Gesundheitsamt eine Testung der Kontaktpersonen vor Ort am Standort der DMG Mori vor. 

Dazu wird eine Task-Force der Ostallgäuer Gesundheitsbehörde mit Unterstützung der bayerischen Task-Force am LGL Untersuchungen der ermittelten Kontaktpersonen vornehmen und Proben nehmen. Es macht keinen Sinn, dass Personen untersucht werden, die überhaupt keinen relevanten Kontakt hatten. Dies würde wertvolle Laborressourcen binden. Das Vorgehen der Gesundheitsbehörde wird daher gezielt auf tatsächliche Kontakte bezogen sein. 

Besonders hervorzuheben ist dabei die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Werks, die umgehend die notwendigen Mitarbeiterlisten zur Verfügung gestellt hat und die Gesundheitsbehörde auch sonst in jeder Weise unterstützt. Landrätin Maria Rita Zinnecker ruft zur Besonnenheit auf: „Es war eine Frage der Zeit, bis auch das Allgäu von Corona-Infektionen betroffen sein wird. Wir waren darauf vorbereitet und werden die erforderlichen Schritte unternehmen, ohne dabei in Aktionismus oder Panik zu verfallen." 

Es besteht daher derzeit auch kein Grund, den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Pfronten oder deren Nachbargemeinden weitergehende Beschränkungen aufzuerlegen oder Veranstaltungen behördlich abzusagen. Leitlinie für das Vorgehen des Gesundheitsamts sind die fachlich fundierten Vorgaben der Gesundheitsministerien und des Robert-Koch-Instituts. 

Auf dieser Grundlage werden die Maßnahmen getroffen, immer mit dem Ziel die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu wahren, aber auch mit Maß und Besonnenheit zu handeln. Weiterhin sind die besten Vorsorgemaßnahmen die hinlänglich bekannten Maßnahmen der Hygiene: Beim Husten und Niesen soll man Abstand halten oder sich wegdrehen und sich die Armbeuge oder ein Taschentuch, das sofort entsorgt wird, vor Mund und Nase halten. Auch die Hände sollte man sich regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife waschen, weil Schmierkontakte ein wichtiger Infektionsweg für verschiedenste im Winter häufiger vorkommende Erreger sind. 

Im Umfeld dieses ersten bestätigten Corona-Virus-Erkrankten im Ostallgäu wurden in den ersten Ermittlungen 2 begründete Verdachtsfälle (Kontaktpersonen mit Symptomen) gefunden, die für 14 Tage in häuslicher Isolation bleiben und weiter getestet werden. Dazu kommt als dritter begründeter Verdachtsfall die Schülerin aus Aachen, die jedoch am Sonntag wieder zurück nach Aachen transportiert wird.

mm 

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